Der Mondfleck

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Staub fällt in die Tasten, in die klickende Automatik. In den staubigen Tümpeln raubt das Licht den letzten Rest – von Piccolo, auch Flöte. Lass uns doch nicht marschieren, aufgeregt wie der Geck, wenn er Hüften sieht – oder wie die Tusse vor der breiten Schulter. Es sind ja nur Saiten.

Bauhm wünscht, ein Ei zu sein – ebenmässig und unabdingbar – im Rücken der Zeit. Ein Ei, wie keines und alle. Haltlos rollte er die Bühnen hinab, in die Arme des Lots. Fadenlängen vor sich pendelnd, die Wurzeln zum Netz gewendet.

Musst dich nicht mal strecken, da
Kommen sie marschiert, ein schieres
Pack von Stolz und Furcht, und was
Wollen sie denn ausser Bieren,

Schenkeln, mehr davon, genug
Wird den Laffen nie genügen.
Kommen sie daher, die Lungen
Füllen sich mit Staub und Gips,

Brauchst dich nicht besonders strecken,
Hörst sie schon von weitem, Witz,
Der vergangen, aufzuwecken,
Aus dem Schlaf, an alter Zitz

Neu zu saufen von dem Wahn,
Dass der Staub was richten kann,
Wenn vorzeiten kräht der Hahn,
Rufen aus die Re-Publik,

Dunkle Köpfe, straffe Zöpfe,
Logik stirbt, es fehlt Replik,
Stehen auf den Plätzen, köpfen
Stein-Figuren, alles Trick,

Schreien sie, Konsum im Blickfeld,
Kratzen an den hellen Stellen,
Wo das Licht wie Bimsstein hinfällt,
Schlagen Fenster ein, sie rennen

Durch die Mondstadt-Gassen, da
Kommen sie, gefolgt von Mond-OMON,
Rote Fräcke, Tränen-Säcke,
Schau, da kommen sie auch schon,

Wirbeln Staub auf, der vergiftet,
Sicht trübt, Angst schürt, unter Decken
Wischt, der Mondherr liebt’s, er stiftet
Neuen Knast für ihre Zwecke.

Parodie

Elderly woman combing her hair outside a lunar habitat with Earth behind her

Man wartet darauf. Das Warten ist eine Sache der Haare. Sicherheit besteht nur im Regen, der alles mit seiner Bürste striegelt, wenn ihm der Wind nihct grad mit seiner Kunst in die Geradlinigkeit fährt, auch Tasten. Das Warten ist ein Fasten, aber nicht auf reichere Gründe, nicht auf Gnade, ein Fasten auf kühle, Kleinmut, Frieden. Mag es belächeln, wer mag.

Bauhm verzichtet nicht auf die Murmelgründe, in denen die Eier der Bedenklichkeit hausen. Denen gibt er gern Spuren seiner bemoosten Füsse, seiner sanfteren Windkränze, da gibt es kein Halten mehr. Bauhm gleichgültet die Raffenden, die Lächelnden, wie Arschbacken Lauen. Sein Moos ist prächtig feucht und schmeckt nach Milde.

Lacht ihr nur, ihr Ungeweilten,
Streichelt eure weichen Teile,
Lacht ihr nur, ihr Ungewollten,
Schont die Zeit mit schneller Weile,

ich bin Fraus genug, den Welten
Abzusagen, die da ständig
Um- und Zustand neu zu keltern
Wagen, mir ist’s wohl am Rande,

Abseits still zu hausen, Finger
Haare zwirbelnd, denkend Banden
Knüpfend ein- ums andermale,
Banden, denen niemand danken

Wird, weil ihr abermalig
Nur um Zwecke, Ziele ringen
Könnt; im Grunde unterzahlig,
Werft ihr nicht mal richtig Ringe.

Lacht ihr nur, ihr Ungeweihten,
Brust heraus und blindlings marschiert,
Lacht ihr nur, ihr Ungefeiten,
Sterbt nur für das Vaterland,

Ich bin Fraus genug, zum Land
Anzuwachsen aus mir selbst,
Fraus genug, allein gesamt,
Bin die Deichsel und der Wagen,

Krug und Öl, Geduld und Wut,
Pflückend Hand, gepflückte Blume,
Sammle Tropfen Schweiss und Tränen,
Warmes Glänzen, stilles Krumen,

Holt die Glucker-Glitche runter,
Weidet Ozomatlis aus,
Wartend wird ich stiller, bunter,
Löse mich aus Zwecken raus.

Gemeinheit!

Water dragon battling a rock-armored dragon on a cratered alien moon

Hellster Bittschrei. Bohrendes Piccolo, auch Pizzicato. Ein Witz mit zu viel Drive. Der blaue Dunst einer Geschichte aus vergangenen Gefangenen. Wie fern liegen die Diadochenkriege da hinten mit ihren Hopliten. Kümmere dich um die Tröge für die drögen Fanatiker, die vom Bitten nie etwas gehalten haben.

Bauhm zwirbelt die Pollenröcke. Erkennen, dass Gebiete in sein Sichtfeld drängen, die noch keine Aufgabe erhalten haben, das ist das eine. Verstehen, was für dröge Drücker sich der Macht bemächtigen, wenn die überspannten Saiten miauend reissen und in den Dunstwinkeln der Geschichte sich rollen, das ist das andere. Bauhm rafft seine Wurzeln um sich, als möchte er aufstehen.

Keine Witze, bitte, keine Gruben,
Die sich selbst nicht fangen können,
Keine Stränge, die beim Spannen Pfauen-
Schreie von sich geben, die gewönnen,

Wenn sie ohne Bögen blieben, lasst uns
Hofpoeten, die den blauen Dunst
Lieben, Sänger, Tänzer, Narren, lasst uns
Diese Lügner töten, alle Kunst

Führt ins Wüten hinter Spiegeln, bitte,
Bitte, wer weiss nächste Schritte, wer
Hat’s schon mal gemacht, wer weiss drittes,
Das nicht auch in Schuld uns führt und mehr

Noch, die Schuld uns abführt, aber nicht
Dorthin, wo die Palmen Liebeslieder
Singen, wo das Regenmeer uns trifft,
Wo die Schwestern Röcke waschen, Mieder,

All die Hitze, bitte, all die Ritzen,
All der Sinn, der wie die Katzenlieder
Eindringt, selbst in allerkleinsten Bitzen
Noch ein Leben führt wie unter Hühnern

Füchse… Ach, ein Hasenleben währt kurz,
Doch der Sünden Spanne hört nicht auf,
Wähle deine Worte weise, wähl gut,
Dann kannst du die Seele aufbewahren,

Während Schuld den Körper ganz zerfleischt,
Löcher bohrt, Witze reisst, die Sehnen
Singend fliegen. Übrig bleibt ein Geist
Voller Scham und Harm, doch Hase, sehne

Dich nicht wieder nach den Witzen, suche
Nicht in Ritzen nach dem Sinn, der trug,
der noch immer trägt, wasche Flüche
Aus den Liedern, hör den Klang des Krugs.

Die Kreuze

Dead rodents hang from wooden frames as vultures fly overhead.
Vultures circle above suspended rodents and scattered papers in a stark, haunting landscape.

Jetzt schon krampfhaftes Rasseln, fern, verweht, kaum noch das eine oder andere Klicken, handfeste Schläge ins Klavier, auch Geige. Verweht und fern ist nicht der Krieg. Die Aufbrüche schmerzen, die Sätze kommen, als schöben sie die Sonne selbst voran übern grünen Horizont.

Bauhm verzweifelt an den boomenden, keifenden Pfaden, die sich unter ihn legen. Wiehernd wollen sie sich kreuzen, beginnen mit Rotz und Blut ihre Briefe. Abgeschlagene Häupter rollen übern grünen Horizont.

Halb gefüllte Kelche stehen
Um den Kanzler, der am Tisch
Eingeschlafen ist, ein Keuchen,
Murmeln, Wische unterm Tisch

Flattern, eng beschrieben, Leichen-
Licht befingert sein Gesicht,
Hinter ihm erwarten Schleicher
Seine Order, doch der Kanzler

Schläft, halb schon vom Stuhl gerutscht,
Silber-Licht tanzt fleckig übers
Nasse Holz, der flache Atem
Singt das Lied des schnell Ermüdens.

In den Fensterkreuzen hängen
Rot und herb vergangne Taten,
Gäste würden kotzen, aber
Gäste kommen nicht, nur Tote.

Karrenrattern kommt vom Hofe,
Hasenstimmen wimmern, heiser
Brüllen Knechte, selbst die Schafe,
Die als Mägde dienen, haben

Sich gewöhnt daran, der Dichter
Aber schläft, im Suff nicht weiser
Als im Lied, von dessen Fersen-
Geld nicht einmal jene Geier,

Die von Luft und Licht nur leben,
Etwas hätten; reich im Schlaf
Wie noch nie. Der Schlaf ist Leben,
Wie die Lieder, denkt er wach,

Wirft den Kopf vom Hals und lacht,
Ruft die Schleicher, «bringt mir Hasen!»
Ist der Sinn erst umgebracht,
Lebt es sich ganz unbeschwert.

Galgenlied

Concerned woman supporting an older man wrapped in a blanket

Schwankendes Aufhalsen, halsendes Flappen. Stiche, Stiche aus Lot überm Grund. Niemals mehr Krieg, weder Lied noch Krieg. Auch Piccolo, packend, nah, halsgeworden. Der Krieg ist der Krieg, und der Schnaps ist der Schnaps.

Bauhm flüstert in seinen Ruten. Die Helligkeit ist ihm zuwider. Sie stellt ihn auf die Probe. Ein Binzeln genüg für ein behendes Abhalftern. Der Zug zieht schon weiter, wohin auch.

Was ich träume, das passiert,
Sagte Mondherr, barg den Kopf,
Grau und grün, an ihrer Stirn,
Gelb umrahmt vom schweren Zopf,

Träume nur, damit geschieht,
Was geschehen kann, mein Herr,
Sagte sie, von Angst erblüht,
Lass den Traum den Teufel tun,

Träumt dir was Schlimmes nun?
Schlimm ist’s immer, bäumt sich
Auf im Tag, Berechtigung
Fordernd oder Lösung, träumt sich

Weiter wie ein roter Faden,
Der aus Stoff sich löst im Wind,
Bild um Bild opal wie Stein,
Ton für Ton zu kurz fürs Sein.

Mondherr barg den Kopf im Schoss,
Streichelnd fuhren Silber-Finger
Durch sein loses Haar, und gurrend
Fragte sie nach seinem Traum.

Finde mir den Reim darauf,
Sagte Mondherr. Früh am Morgen,
Erde leuchtet blau herauf,
Haltestelle Stadtbahn, Hasen-

Mädchen warten auf den Zug…
Eines löst sich aus der Gruppe,
Läuft und stolpert, Ohren-Flug,
Hinter ihr ein Mann in Weiss,

Einen Hammer schwingend, packt sie
Fest am Kinn und öffnet ihren Mund,
Schlägt ihr Zahn um Zahn heraus…
Ah, der Zahnarzt, sagt sie leise.

Rote Messe

Robed figure conducting a ritual among rabbits, sheep, treasure, and Earth

Seeliges Hyahen. Gähnende Herzen, auch Bratschen. Alberne Albedo-Gewähr. Das kleine Lachen zwischendrin, zwischendrin das kleine -. Nämliche Seelen, Scham des Verhehlens. Da kein Takt, auch kein Tanz. Da kein Ton, auch kein Lied. Nur das Wort, das rinnt, kichernd rinnt.

Bauhm weiss um die Beschaffenheit es Bodens, Schluff, Tuff, Ton, Sand, Traum und Wort, webende Wurzel, harsche Steine, Wassergesicker, Kalk und Fäulnis. Damit kann er einverstanden sein.

Arme Seelen, gebt mir Gold,
Bald wird’s euch doch eh verlassen,
Zinsenfrass, Befreiungs-Geld,
Ich bin euer Herr, bin Zantvort,

Nehme euch das Lachen, damit
Euch das Weinen leichter fällt,
Nehme auch das Weinen, damit
Euch das Lachen leichter fällt,

Lötig kommet her zu mir,
Schuld-Beschwerte, Arbeits-Tiere,
Traum-Entfernte, Tauschgeschäfte,
Fast Entkernte, niemals hier,

Immer dort. Doch ich bin Zantvort,
Gebt mir Gold, das euch in Händen
Brennt, verwandelt euch zum Zweitwort,
Das euch nur an beiden Enden

Schmelzen lässt: wo Kraft sich hält
Für berechtigt, vom Körper her,
Dann vom Geist, der sich gefällt
Im Denken, Planen, vom Kopfe her, –

Richtet eure Ohren nach mir aus,
Ich bin Zantvort, ich bin Antwort
Auf die Wünsche jeder Laus,
Die euch aussaugt, bis der Selbstmord

Euch erlöst; oh kämmt das Fell
In die Richtung meiner Macht,
Nickt, wenn ich was sage, schnell,
Bäht den Namen laut heraus,

Zantvort, Zantvort, kommt nur her,
Gebt mir Gold für letzte Schlacht,
Heute hüll ich euch in Blut,
Das gesponnen wird aus Nacht.

Gebet an Pierrot

Rabbits and sheep beside three labeled rockets on a lunar base

Pickende Flöte. Zustoss, zustossen. Nickende Wühler. Ein Ereignis genügt, um es zu erlicken. Bollern, von fern wie ein Geschleif. Reg dich ab, Regen, die Piraten sind da, auch ausgekugelte Buben. Basaltflure voller Kegel, weiss, auch Flöten. Noch ist –

Bauhm wünscht Würze im fahlen Abglanz eines Lebens, dem das Ordnen widerfahren ist. Unzählige Scheitern könnten gedeihen, ganz ohne Bedenken. Manifeste Bretter, über die ein Schiff gehoben wird. Was kümmert ihn die Ordnung, das Horten, was.

Startbereite Schiffe, bald
Werden sie das Lachen donnern
Lassen überm Regenmeer,
Werden übers nächste Pommern

Mit Geschützen Herrschaft sichern,
Wieder Hasen, wieder Schafe,
Manche werden dann zu Strichern,
Andre werden dann zu Sklaven,

Mondherr hält die Ohren steif,
Fahnen flackern schwarz am Mast,
Triebgeladen drängen breit
Dichter vor den Thron, noch nass,

Ärzte winden ihm die Kränze,
Knast, das reimt sich nun auf Himmel,
Krankheit heiss nun wieder Heilung,
Decken, Felle voll Bazillen

Werden kostenlos verteilt,
Denn bevor der Mond edenisch,
Heisst es, unterm Galgen lachen,
Bis die Pest erneut endemisch.

Starbereite Schiffe, lacht doch,
Hasen, Schafe, dort gibt’s euch auch,
Welche, die in kühler Nacht noch
Leben, nichts vom Schwitzen wissen,

Ungetaut, ungebrautet –
Gluckerglitche werden böse,
Ozomatli dann gehäutet,
Sniffer dann Spione, Mösen

Geldmaschinen, selbst der Wald
Kaum noch gut genug für Kohle. –
Startbereite Schiffe, bald
Landen sie bei euch zum Wohle.

Nacht (Passacaglia)

Göttin Schicksal über apokalyptischem Regenmeer

Noch ist – noch ist, Donnern und Falten. Langsam Brauten. Sam, aber Bratsche. Faltenschreiten, Donnerspreiten. Noch – noch – ist. Gebührende Lähmung für die Basaltlegenden. Kumpanei-Gefinger, aber noch.

Bauhm kennt das ungepolterte Fliegen, woher auch nicht. Fast schon aufhörlich trappelt es dort im Norden daher. Ein halsiges Kollern, ein bräsiges Husten. Woher auch nicht, ist auch ein Kullern noch kein Sieg.

Kismets Sieg, kein Einspruch.
Endlich sterben Schleier,
Styx gelang der Durchbruch,
Dampfend wusch sich Nike,

Wusch sich Nike, Eifer
Wölbte ihr das Geschlecht,
Macht beschrieb den Schiefer,
Kismets Sieg erschien gerecht,

Schien gerecht, vom Meer
Kamen Ozomatli,
Erdenbunt, ein Heer
Gluckerglitche brautet,

Brautet himmelwärts,
Sniffer segeln mit,
Höllenkraut-genährt,
Dort am Kopernik,

Koperniks Gestalt
Glüht von Nikes Gnaden,
Kismets Sieg, Gewalt
Färbt ab, Eifers Anteil

Eifers Anteil brandet
Übers Regenmeer,
Macht entfacht die Hütten,
Schiebt Paläste quer,

Quer wie Kismets Mund,
Der mit Kullern tut
Weltenordnung kund.
Schwer beschwingt die Flieger,

Schwer die Flieger, Glucker-
Glitche, Sniffer, steigen
Hoch ins All, wo dunkelt
Kismets Sieg, kein Geigen.

Der kranke Mond

Veterinary nurse treating an injured rabbit in a lunar hospital ward

Noch ist nicht Krieg, aber sie lachen schon. Transportieren die Flöten, auch Geigen, in die vordersten Reihen. In den Lazaretten liegen die Himmel aufgebahrt, denen sie sich erobert haben. Das Zahnfleisch der Lichtsaiten hängt zerfetzt an den Lefzen von Leuchtern, in den Banden der grünen Wiesen.

Bauhm denkt an die Kondome, die Kriege verhindern. Er weiss, die Kämpen haben kein Gefühl für das Wachsen im Langsamen, für die Frühlingskrusten. Er denkt an Leimfallen.

Hände zittern. Selbst im edeln Zwirn,
Selbst entsetzlich ist das Leben schön,
Denkt der Erste-Beste. Kaum erschreckend
Dann, wie’s auf Himmels-Schrägen stöhnt,

Wie’s palastweis jault und Zähne bleckt,
Wie es hüttenweis schon gröhlt und krault,
Denn vorbei ist vorbei, die Hoden schleckt
Niemand weg und auch nicht jene Mauler,

Die im Kiefernwald den Tod verblauen,
Hälse wie Vokale, Hände zittern.
Ach Susanna, bist du abgehauen?
Wären gern in deinem Sonnengang –

Wird draus wieder nichts? An Gittern lang,
Tagelang und nächtelang gegangen,
Halb erschöpft und halb entrückt am Hang,
Halb im Schatten, halb im Licht, empfangen

Wir die Lobsal, dass die Abscheu stirbt.
Wenn die Nacht auch dauert, Mühlen mahlen,
Klüfte gähnen, Arbeit ruft, gebricht
Uns nicht, dir erneut Tribut zu zahlen,

Frau Susanna, schön ist unser Leben,
So entsetzlich schön, zum Kotzen, lowkey
Grün vor Freude. Hände zittern, Beben
Kommen, gehen. Absinth brennt uns lowkey

Geister aus. Selbst am Rand des Kraters,
Denkt der Erste-Beste, selbst im Sumpf,
Selbst im Kampf durch Rillen voll Basalt,
In der Bucht der Mitte, bleibt ein Rumpf

Hoffnung, Heilung, Wille, was auch immer.
Kirre wartend auf Bazillen-Killer,
Zittern uns die Hände. Nichts ist schlimmer.
Ach Susanna, gib uns noch mehr Pillen.

Madonna

Moon tavern with animal patrons, beer, guards, and credit board

Wieder schreit, schreit, pfeift aus letzten Löchern, aus denen gekommen die Zeit und das Mal. Kein Gott geht säuselnd vorüber. Wieder schreit, jault, klickt es in den Mauern der Anstalten, die immer zu machen sind. Keiner kann das lieben, keine.

Bauhm kann nicht lieben. Wieso auch, nicht wahr? Das Zentrum der Galaxie ist ihm anvertraut, häufiger als möglich. Die Fliehkräfte sind lächerlich. In solchen Rängen ist nicht gut Kirschen essen mit eigenen Begehrlichkeiten, ganz vergessen Piccolos, auch Flöten.

Alle können kommen, Belle
Heisst sie gern willkommen, Schaf
Oder hase, auf der Schwelle
Küsst sie dich und herzt dich, rot

Bleibt der Kuss an dir dann kleben,
Zeichen, dass an diesem Ort
Regeln gelten, die das Leben
Leichter machen, fast wie fort

Fühlen sich die Untertanen,
Fort aus Zwiespalt, einfach saufen,
Schulterklopfen, laut ahahnen,
Mägden an die Ärsche greifen,

Einfach Mensch sein, einfach frei.
Dort im «Belle-Melle» leidet
Nur die Börse, nicht die Würde, –
Ist sie leer, so hilft die Kreide,

Kreischend wie der Schrei der Magd,
Die dir auf dem Schosse hüpft.
Wer der Belle nicht gefällt,
Wird vom Bären rausgelüpft.

Belle stammt noch aus der Welt,
Drum ist sie so gütlich, deutlich,
Röcke weit wie’s Himmelszelt,
Arme kühl und fest und rötlich.

Mancher träumt davon, auf ihrem
Schoss zu sterben, blutig, glücklich –
Doch bei Belle stirbt niemand,
Hier ist Leben nicht mehr schrecklich.

Doch natürlich gibt es Razzien,
Bleibt der Laden oft geschlossen,
Hängen wir in Mond-Akazien,
Aber Belle bleibt unverdrossen.