
Jetzt schon krampfhaftes Rasseln, fern, verweht, kaum noch das eine oder andere Klicken, handfeste Schläge ins Klavier, auch Geige. Verweht und fern ist nicht der Krieg. Die Aufbrüche schmerzen, die Sätze kommen, als schöben sie die Sonne selbst voran übern grünen Horizont.
Bauhm verzweifelt an den boomenden, keifenden Pfaden, die sich unter ihn legen. Wiehernd wollen sie sich kreuzen, beginnen mit Rotz und Blut ihre Briefe. Abgeschlagene Häupter rollen übern grünen Horizont.
Halb gefüllte Kelche stehen
Um den Kanzler, der am Tisch
Eingeschlafen ist, ein Keuchen,
Murmeln, Wische unterm Tisch
Flattern, eng beschrieben, Leichen-
Licht befingert sein Gesicht,
Hinter ihm erwarten Schleicher
Seine Order, doch der Kanzler
Schläft, halb schon vom Stuhl gerutscht,
Silber-Licht tanzt fleckig übers
Nasse Holz, der flache Atem
Singt das Lied des schnell Ermüdens.
In den Fensterkreuzen hängen
Rot und herb vergangne Taten,
Gäste würden kotzen, aber
Gäste kommen nicht, nur Tote.
Karrenrattern kommt vom Hofe,
Hasenstimmen wimmern, heiser
Brüllen Knechte, selbst die Schafe,
Die als Mägde dienen, haben
Sich gewöhnt daran, der Dichter
Aber schläft, im Suff nicht weiser
Als im Lied, von dessen Fersen-
Geld nicht einmal jene Geier,
Die von Luft und Licht nur leben,
Etwas hätten; reich im Schlaf
Wie noch nie. Der Schlaf ist Leben,
Wie die Lieder, denkt er wach,
Wirft den Kopf vom Hals und lacht,
Ruft die Schleicher, «bringt mir Hasen!»
Ist der Sinn erst umgebracht,
Lebt es sich ganz unbeschwert.
