Ich gehöre nicht hierher

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Ich habe so ein Gefühl, halb Wut – halb Ekel,
Ein Weh wie Ferne, Ungeduld und Frust,
Es liegt nicht an mir, dass ich’s habe,

Es kommt von immer so nah, ein Katzenhaar,
Ich niese, huste, eng wird’s in der Brust,
Ich spüre, wie es mich packt, halb Wut – halb Ekel,

Ist das denn wirklich die Welt, in der ich bar
Der Freude weile, wo an nichts ich Lust
Gefunden bis jetzt? Dass ich’s habe,

Das macht mich müde und leer, es ist nicht wahr,
Dass alles gut ist, wenn du Essen hast.
Ich habe so ein Gefühl, halb Wut – halb Ekel,

Die Welt fällt mir einfach weg, wie ein Film noir,
Dem Handlung fehlt und Frau und Hand und Fuss,
von Zeit amputiert. Seit ich’s habe,

Bin ich irgendwie verbraucht, ich bin cafard,
Gehöre nicht dazu, bin zugerusst,
Halb Kind und Inder, halb Wut – halb Ekel.
Liegt’s etwa an mir, dass ich’s habe?

Da geht der Storch

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Er kam zwischen den Häusern hervor,
Schnell, aber nicht nach vorne geneigt,
Auf langen Beinen wie ein Storch,

Und trug Konzentration im Gesicht,
Schaute nicht auf, war einer, der schweigt
Und denkt, schoss zwischen Häusern hervor,

Und dann gaben wir Mutter Bericht,
Warteten über Teller geneigt,
Die Türe ging, da kam der Storch,

Und dann gaben Stimmen Bericht,
Was in der Welt geschieht, und die Zeit
Steht still, dampft das Gemüse empor,

et ça fait des grands chloups, und das Licht
Fällt durch die Rüschen, über uns steigt
Der Schah mit Schritten eines Storchs,

Am Tisch wissen wir, Schweigen ist Pflicht,
Vater war ernst nach vorne geneigt,
Dann schoss er aus dem Eingang hervor,
Ich sagte laut, da geht der Storch.

Ich brauch das gar nicht

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Was soll ich damit,
Mit den Pillen in der Hand,
Ich brauch das gar nicht,

Am Morgen – am Abend –
Komm ich etwa in ein Land
Der Träume damit?

Ich will das nicht haben,
Das vergiftet den Verstand,
Es hilft mir gar nicht,

Ich will’s dir schon sagen,
Es ist kleiner als der Sand,
Ach bitte, damit

Davon noch mehr Schaden,
Und jetzt halte mal den Rand,
Ich brauch das gar nicht,

Am Morgen – am Abend –
Immer schluck ich diesen Tand –
Wird krank noch damit,
Ich brauch das gar nicht.  

Falsch

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Es ist doch so – wie soll ich sagen –
Falsch, ein bisschen zu schnuten –
Von dem her – niemand ist’s recht noch falsch –

Ein guter Schluck mit Prost zu haben,
Schirribirri vermuten
In dem Wort – ich will’s mal sagen –

Ein Déjà-vu, ein Mutter-haben,
Mut erlangen die Gute
Und die Hex – nämlich und dämlich falsch,

Ein Ausweg gibt’s – noch tiefer graben,
Augenblick, ich will guten,
Tüdürüm, vieles ist nicht zum Sagen –

Ein Türchen auf, ein kleinstes Laben,
Fühl mich fast einen kruden
Crudités – weiss ich doch immer falsch,

Ein Engel lang – in Trittchen traben
Richtung heimlich verbluten,
Ein weiter Weg, die Lüges sagen,
Von dem her – midurüm, ächt, falsch.

In ihren Haaren

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Ich wär so gern in ihren Haaren,
Fernes Spiel und Welt, sie liess sie fallen
Übers Gesicht, war plötzlich verschwunden

In schwarzer Wolke, kreischend streckte
Ich die Händchen aus und wühlt im Wallen,
Bis ich sie fand, sie war in Haaren

Versteckt und gurrte leise, bleckte
Ihre schönen Zähne, die korallen-
Gleich aus dem Meer erschienen, verschwunden

Nochmals, ich schrie hell auf und deckte
Auf das Spiel im Spiel, die Welt war allen
Geschenkt, ich fand sie hinter Haaren

Ja immer wieder, ich entdeckte
Sie ohne Fehl, ich fühlte bange
Erstmals die Lust, was plötzlich verschwunden,

Ich konnt’ es finden, Mutter schmeckte
Wie ein Glockenton, ich höre hallen
Noch jetzt ihr Lachen hinter Haaren,
Wo ist sie nur, wie lang schon verschwunden?

Ich bin nicht krank

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Ich bin nicht ganz gesund und auch nicht krank,
Ich fühl mich nicht wie ich und doch auch schon,
Irgendwie ist der Wurm in mir drin,

Ein Nagen geht durch Wörter, halb Verzagen
Und halb Versagen, sinnend ohne Lohn
Und Rat verbring ich ganze Tage, krank,

Ich schlucke Pillen, es ist nicht schwer zu tragen,
Es hat auch nichts zu sagen, wenn auch schon
Manchmal kräftiger Zorn aus mir drin

Heraufkommt in meine Wörter, ein Nagen
Mit wenig mehr ertragen als mit Hohn,
Hock mit stockendem Denken im krank

Gesessnen Sessel, umgekehrte Lage,
Wie Nymphen sich verwandeln, mag ich schon
Halb gestorben im stillen Darin,

Und erst geboren doch, ich fühl’s am Kragen,
Es schlägt mir auf den Magen, niemand wohnt,
beginnt zu wohnen drinnen, wer ist krank,
frontotemporales Summen hier drin.

Ich habe keine Freunde

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Ich brauche keine Freunde,
Ich bleibe lieber für mich.
Es ist doch so: ich bin doch nicht schwul.

Ist Freundschaft nicht fast Liebe?
Die lassen dich eh im Stich.
Ich brauche keine Freunde.

Wir sind bestimmt von Trieben,
Man denkt doch eh nur an sich,
belügt sich selbst. Ich bin doch nicht schwul.

Ich lebe gern in Frieden,
Und Frauen haben’s in sich,
Was sollen Männer-Freunde,

Was kann ich ihnen bieten,
Und plötzlich ist (so fürcht’ ich)
Die Hand im Schritt – ich bin doch nicht schwul.

Schon gehört von Feindesliebe?
Auch so ein Konzept, das mich
Verwirrt zurücklässt… Freunde,
Die brauch ich nicht, ich bin doch nicht schwul.

Sartre lesen

Two elderly men sitting on a park bench in autumn talking

Fühlst du dich auch geworfen?
Schlecht entworfen oder unbedingt,
Ein Kloss auf tönernen Füssen,

Vor dem Nichts, unaufrichtig,
Von bedingten Taten dicht umringt,
Ungefragt, leer, geworfen,

Wesenlos, nichts ist richtig
Oder falsch, ein Werden, das entspringt
Dem andern, der auf den Füssen

Auch kaum steht, halb schon gichtig,
Mensch als Entwurf, der dir nie was bringt,
Auf die Selbstlüge geworfen,

Tröste dich, nichts ist nichtig,
Denn das Sein ist nur von dir bedingt,
Nicht Hand noch richtige Füsse,

Was ist denn wirklich wichtig?
Hab nicht viel verstanden, doch es klingt
Logisch, fühl mich geworfen,
Ein Wurf auf tönernen Füssen.

Nach Hause gehen

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Ich habe schon mal angefangen,
Die Bilder nehmen wir mit,
Weil wir gehen jetzt nach Hause,

Du kannst mir helfen beim Verpacken,
Ich mache jetzt einen Schritt,
Ich habe endlich angefangen,

Was hinderst du mich, hol mir Decken
Und Schnur, ich will sie damit
Schützen auf der Fahrt nach Hause,

Es tut so gut, es anzupacken,
Mit Vater sind wir dann zu dritt,
Es lohnt sich wirklich, anzufangen,

Und für den Winter auch noch Jacken,
Und sag nicht so einen Shit,
Hier sind wir doch nicht zuhause,

Am besten rufst du Möbelpacker,
Wir fahren nach Hause damit,
Ich habe schon mal angefangen,
Endlich geht’s mit uns nach Hause.

Mann im Wald

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Entschuldigung, ich habe mich verlaufen,
Es dauert schon Stunden, können Sie mir helfen,
Ich seh’ vor lauter Bäumen den Weg nicht mehr,

Ich kenn die Wege, wollte nur nach Wohlen,
Verlier mich sonst nicht, der Wald, die Unterwelten,
Das Moor, die Steine, habe mich verlaufen,

Ich will nach Wohlen, meinen Wagen holen,
Ich war schon am Bettlerstein, dachte, Elfen,
Die gibt es nicht, doch heute bin ich nicht mehr

So sicher, haben mir den Weg gestohlen,
Mit blinkenden Zweigen, bin verwirrt wie selten,
Die Richtungen vertauscht, ich bin verlaufen,

Vertrauen verloren, muss nach Wohlen,
Den Wagen zu holen, danke, dass Sie helfen
In diesem Wald der Kelten, genug, nicht mehr,

Ich sag es Ihnen, Wohlen kann gestohlen,
Am besten, Sie fahren mich nach Haus, die Eltern,
Die machen sich schon Sorgen, hab verlaufen
Mich selten, Wald vor Bäumen, kann nicht mehr.