Der kranke Mond

Veterinary nurse treating an injured rabbit in a lunar hospital ward

Noch ist nicht Krieg, aber sie lachen schon. Transportieren die Flöten, auch Geigen, in die vordersten Reihen. In den Lazaretten liegen die Himmel aufgebahrt, denen sie sich erobert haben. Das Zahnfleisch der Lichtsaiten hängt zerfetzt an den Lefzen von Leuchtern, in den Banden der grünen Wiesen.

Bauhm denkt an die Kondome, die Kriege verhindern. Er weiss, die Kämpen haben kein Gefühl für das Wachsen im Langsamen, für die Frühlingskrusten. Er denkt an Leimfallen.

Hände zittern. Selbst im edeln Zwirn,
Selbst entsetzlich ist das Leben schön,
Denkt der Erste-Beste. Kaum erschreckend
Dann, wie’s auf Himmels-Schrägen stöhnt,

Wie’s palastweis jault und Zähne bleckt,
Wie es hüttenweis schon gröhlt und krault,
Denn vorbei ist vorbei, die Hoden schleckt
Niemand weg und auch nicht jene Mauler,

Die im Kiefernwald den Tod verblauen,
Hälse wie Vokale, Hände zittern.
Ach Susanna, bist du abgehauen?
Wären gern in deinem Sonnengang –

Wird draus wieder nichts? An Gittern lang,
Tagelang und nächtelang gegangen,
Halb erschöpft und halb entrückt am Hang,
Halb im Schatten, halb im Licht, empfangen

Wir die Lobsal, dass die Abscheu stirbt.
Wenn die Nacht auch dauert, Mühlen mahlen,
Klüfte gähnen, Arbeit ruft, gebricht
Uns nicht, dir erneut Tribut zu zahlen,

Frau Susanna, schön ist unser Leben,
So entsetzlich schön, zum Kotzen, lowkey
Grün vor Freude. Hände zittern, Beben
Kommen, gehen. Absinth brennt uns lowkey

Geister aus. Selbst am Rand des Kraters,
Denkt der Erste-Beste, selbst im Sumpf,
Selbst im Kampf durch Rillen voll Basalt,
In der Bucht der Mitte, bleibt ein Rumpf

Hoffnung, Heilung, Wille, was auch immer.
Kirre wartend auf Bazillen-Killer,
Zittern uns die Hände. Nichts ist schlimmer.
Ach Susanna, gib uns noch mehr Pillen.

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