Ich halte es nicht mehr aus

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Ich halte es nicht mehr aus. Ich bin vom Volk Josefs. Ich habe mich ins Tor im Nordwesten gesetzt. Dreimal bin ich um den Thron geschlurft. Soweit so gut, der Umgang für den Kelch der Zumutung. Der Thron ist kein Traum, soweit so gut. In der Südwestecke quillt braun und im langen Wind raschelnd die Füllung aus den Rissen im rosa Leder heraus. Die Palastkatzen haben mich angefaucht, sind meinem dreifachen Umgang mit gesträubten Rücken dreimal gefolgt. Unser Morgentanz. Meister hat einen weiteren Kreis um den Thron festgestampft, er fürchtete die Katzen, aber er war auch nicht vom Volk Josefs. Wir – ich vom Volk Josefs lieben Katzen. Ihre Augen, die wir erben. Mein Kreis ist enger; tiefer, das kommt vom Vierbeiner-Sein. Ich kann nicht mehr. Meister hat gesagt: Sand ist Hilfe, Sand ist Kern, Sand ist aller Anfang, wie die Tröckne. Manchmal hat er noch hinzugefügt: Tröckne ist Trennung, darum bist du hier. Bald ist es Zeit für meinen zweiten Umgang. Beim zweiten Umgang, den ich dem Freudeblut der Sterne weihe, spucke ich an die vier Geierfüsse des Throns. Meist geht mir die Spucke beim vierten Fuss aus, dann mache ich nur noch das Geräusch dazu. Pfft, pfft, pfft, pfft; pfft, pfft, pfft, pfft. Im Anschluss werde ich mich im Sand waschen. Meine Haut glüht, als ich in Unterhosen aus dem Tor heraustrete. Ich kann es nicht mehr aushalten. Das auge des Steins im Baldachin folgt mir über den weiten Platz, zwei Katzen springen vom Thron und folgen mir in sicherem Abstand. Ihre Ingwer-Schweife zeigen in den blinden, krautigen Himmel. Dann streicht unsere Prozession der östlichen Mauer entlang, die sich über meinem Rücken leicht einwärts wölbt. Die Katzen aus dem Palast von Darius oder vielleicht Artaxerxes sind die einzigen, aber feindlichen Denk-Male meines Daseins. Wie einem aus dem Volk Josefs ein Tier als Denk-Mal genügen, noch dazu eines, dem er sich nähern kann? Als ich noch jung war, habe ich sie gejagt, aber natürlich waren sie zu wendig. Katzenjagd ist eine Angelegenheit für eine Gemeinschaft, nicht für einen Einzelnen. Die Fräulein und die Katzen, die Fräulein darf ich nicht vergessen. Früher kamen sie häufig, einige liessen sich in Gespräch verwickeln, die Tage und Nächte dauerten. Ich nannte das meine Regenzeit. Das ist schon lange nicht mehr vorgekommen. Bald ist es Zeit für den vierten Umgang, den Umgang für die Schwemmländer jenseits der Mauer. Würde ich es aushalten, wenn ich einen Jünger hätte? Und wäre er ein Stein.

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