Im Westen

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Woran erkennst du, dass du im Westen bist? Die Sonne geht im Westen unter, aber der Abstand zu ihrem Untergangsort hat sich nicht verringert. Als Kind dachte ich, je weiter du in den Norden gehst, umso gefährlicher wird der Boden; je weiter du in den Süden gehst, umso mehr Affen gibt es; je weiter du in den Oster oder den Westen gehst, umso näher kommst du diesem Ort, an dem die Sonne untergeht. Aber die Sonne ist so weit weg, dass sie sich nicht bewegt. Die Unbewegte, nannte sie meine Lehrerin, die unbewegte Bewegerin. Den Westen erkenne ich an der Trübung in der Luft, als triebe die letzte Asche eines Vulkans in der Luft. Ich bemerke en Westen an dem brummenden Singsang, der aus der Richtung des Sonnenuntergangs aufsteigt. Unter der Eibe sitzend, habe ich versucht, meinen Geist zu toter Asche, meinen Körper zu dürrem Holz werden zu lassen. Das ist im Westen anscheinend eine weit schwierigere Übung als im Zentrum. Vielleicht ist es im Osten sehr leicht, vermute ich. Es fällt mir schwer, die fraktalen Formen meines Körpers wahrzunehme, seine Anteile an den Elementen, seit ich gestern im Dämmer gesehen habe, dass die Krone der Eibe einen braunen, gelblichen Schimmer zeigt. Ich weiss, dass ein weisses Pferd kein Pferd mehr ist; ist die Eibe auch bald keine Eibe mehr? Verwandelt sich im Westen alles in Unterschiede? Ich stelle den Westen an dieser Ungewissheit fest, die alle Erscheinungen annehmen: ein Flimmern und Schimmern zwischen Da und Nicht-Da. Ich muss dafür sorgen, dass ich beim Bodhi-Baum ankomme, bevor auch ich strohig werde und Hund. Ich erinnere mich daran, dass meine Mission davon abhängt. Meine Mission?

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