
Wenn Gott göttlich ist, sagte Yu Di, kennt er den Schmerz nicht, auch das Glück wird ihm fern, aber nicht verwehrt sein. Ein göttliches Sein ist göttlich in seiner Empfindung der Unaufhörlichkeit. Er ist dem Stein näher als dem Wesen. Es gibt für sein An-Wesen keine zeitlichen Schranken ausser Wind, Wasser, Tektonik. Seine Empfindungen dauern an, seine Aufmerksamkeit ist unablässig. Seine Natur ist so beschaffen, dass ihn selbst die 129’600 Jahre des yuan nicht verringern. An ihren harten und rauen Brüsten versammeln sich die Kormorane und Kondore, die Makaken und Meerkatzen, die Schwämme und Schnecken. Für ein göttliches Sein gibt es keine Erinnerung, kein Geschlecht und keine Vernunft, die ausreichen würde, um es zu beschreiben. Die Rede Gottes ist Nein. Sein Handeln ist Bleiben. Weder schreitet er voran noch weicht sie zurück. Jedes hui ist ihr gleich. Werfen wir Geübten Blicke und Gedanken auf ihn, schenkt er uns die Furcht des Tuns und die Gnade der An-Weile. Leiden wir, wendet er uns den Rücken. Für unser Fühlen hat er nur Gletscher übrig. Wohl sind ihm die Schranken unseres Wesens bekannt, doch sind es nicht seine. Damit schwieg Yu Di. Eine Schülerin fragte in die Lehr-Stille: Kennt Gott, wenn er göttlich ist, keine Verantwortung?
