Rotes Gemälde beim Notar

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Das ist ein gutes Gemälde,
So rot wie helles Blut,
Und hätt’ ich eine Pistole,

Ich schöss’ mir von unten in den Kopf,
Das wäre schön und gut,
Es spritzte übers Gemälde,

Ich malt im Fallen drauf mit meinem Schopf,
Aus Haar und Hirn eine Flut,
Das tät ich mit der Pistole,

Ein Schuss und Schluss, ich wär Atomsprengkopf,
Und es gefällt mir gut,
Das grosse rote Gemälde,

Als hätt’ jemand wütend drauf getropft,
Mir fehlte nicht der Mut,
Ich bräuchte nur eine Pistole,

Ein letztes Mal gebräucht’ ich meinen Kopf,
Was selten jemand tut,
Für dieses öde Gemälde,
Mir fehlt nur eine Pistole.

Mach’s gut

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Es ist kalt geworden, in meinem Kopf
Herrscht Täube, Schwindel, nichts zu spüren
Wär Tod… Maurer, nun, mach’s gut,

Meine Decke rutscht von der Brust, ich halt
Sie kaum noch fest, es gehen Türen,
Zieht der Schmerz der Winde durch meinen Kopf,

Ist das da mein Arm, und warum so kalt,
Ist das die Hand von mir, berühren
Warm, wendet mich, das tut gut,

Sink tief durch die Stunden der Wand, es hallt
Lebendig, kann ich mich noch rühren,
Unter meinen Fersen, da rollt mein Kopf,

Schnell fährt das Bett in den Haarewald,
Äugt Mutter draus, ich möchte drin wühlen,
Stein-kalt ist es schon, mach’s gut,

Kalt-gebrannt die Luft von der Bald-Gewalt,
Granit das Licht, das Licht berühren,
Hinter Wänden hör’ ich in meinem Kopf,
Mach’s gut, höre ich, mach’s gut.

Nein, ich will nicht!

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Jeden Morgen ist’s das Gleiche:
Ich soll mich duschen.
Dann kommt die Predigt:

Ich würd’ schon stinken…
Ich soll dann kuschen…
Jeden Morgen ist’s das Gleiche,

Ich könnt’ versinken…
Ich will nicht duschen…
Ich kenn die Predigt…

Was heisst hier stinken?
Von solchen Luschen
Hör ich immer nur das Gleiche…

Ich soll nicht stinken…
Ich will verpfuschen
Die Frische-Predigt:

Dagegen stinken!
Ich werd’ nicht kuschen…
Jeden Morgen ist’s das Gleiche.
Ich will nicht duschen.

Bahnhofparking, Aarau

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Wo sind wir hier, Gopfertami?
Bin ich denn falsch abgebogen?
Ich kenn mich hier nicht aus.

Bin drauf gar nicht vorbereitet.
Die Freude ist nun ganz verflogen.
Versteh das nicht, Gopfertami.

Da hast du mich fehlgeleitet,
Da hast du mich angelogen,
Ich kenne mich sonst hier aus.

Was passiert hier? Mir entgleitet
Die Übersicht, könnte toben.
Was für ein Loch, Gopfertami.

Wer hat uns nur umgeleitet?
Die Strasse hat mich betrogen.
Wie haltet ihr das nur aus?

Warum seid ihr nur so heiter?
Fühl mich hier nicht aufgehoben.
Wo sind wir nur, Gopfertami?
Wann ist das hier endlich aus?

Wie es mir geht?

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Also wenn du das meinst, ich bin nicht krank,
Frieren muss ich auch nicht, und lange Weile
Lässt sich grad ertragen, ich schaue raus

Auf den Fluss und rüber zum Turm und denke
Langsam irgendetwas und fühl mich heile,
Mehr kann ich nicht sagen, ich bin nicht krank,

Müd und stark und sinlos, ich überdenke
Langsam meine Mutter, es ist als feile
Ich am Zahn der Zeiten, ich schaue raus,

Sitz und sinn im Sessel, durch Nebelbänke
Hör ich Stimmen dringen, ich bräuchte Beile
Für die fremden Äste, ich bin nicht krank,

Wenn du das meinst, Blödsinn, ich kann noch denken,
Einfach nicht so lange, ich denke Braille,
Schaue auf die Möwen, es kommt nichts raus,

Alles bleibt sich gleich, gut versorgt in Schränken,
Schrecklich ist dort drin das Gewirr, ich eile
Nachts zum Kühlschrank, er ist mein Freund, krank,
Nein, nein, weiss nur nicht weder ein noch raus.

Dancer in the Dark

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Stell dir mal vor, es gibt keinen Gott,
Engel auch nicht, vielleicht Mütter schon…
Hängst vom Himmel herab, baumelst leicht…

Kopf in Lüften, vom Arsch kommt ein Duften,
Vorn ein Ständer, ich denke manchmal schon,
dass das Leben uns einfängt und Gott

Uns mit Gaben bedrängt, unser Schuften
Dient nur Zwecken, ist bloss Spott und Hohn,
diese Frau aber kann vieles leicht,

Tanz und Singen, sie steht über Gruften,
Aus dem Leidlosen holt sie den Ton,
Denken kann ich’s, es muss einen Gott

Geben hier oder dort, sonst verpufften
Wir im Himmel, vorm Tod Opfer schon,
Ist das nicht so, sie singt, liebt so leicht…

Dunkel hängst du im Loch, stilles Luften
reisst dich weg von der Welt, schwarzer Strom
holt die Stimme und das Lied, Engel, Gott,
Mütter, fürcht’ ich, und nie fällt’s uns leicht.

A-Klasse

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Das Fahrgefühl in diesem Hybrid…
Als hätt ich vorher Kutschen gefahren…
Es warnt dich immer vor einem Totwinkel…

Beim Aussteigen Spurwechsel Abzweigen…
Es schützt die ganze Strasse beim Fahren…
Ein Gleiten wie durchs All im Hybrid…

Ein Vollhybrid… schau auf die Anzeige
Es lädt jetzt auf… so kannst du sparen
Im Fahren… smart-gesteuerte Totwinkel-

Vermeidungsmaschine… ja, Ohrfeige
Für Fundis… fahr ihn seit 5 Jahren…
Der Krieg ist heute auch schon hybrid…

Burmester-System kann was vorgeigen…
Mercedes… ist Motor von McLaren…
Jetzt schau… es zeigt mir grad meinen Totwinkel…

Dass Zukunft schon möglich lässt sich zeigen…
Mit Tempomat die Ruhe bewahren…
Geborgen fühl ich mich im Hybrid…
Die Technik leuchtet tief in die Totwinkel…

Von Bananen

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Weisst du was Bananen?
Wissen wir durch Essen?
Um den Schlaf gebracht.

Denken oder Essen?
Wer hat das erdacht
Weich und gelb Bananen?

Alle können essen.
Beerig-süsse Nacht
Hat’s wem was gebracht?

Noch und nöcher stressen
Denken abgeflacht
Ahnen denn Bananen

Wer das ausgefressen?
Wissen heisst doch Macht
Fühl mich um … gebracht

Denken durch das Essen
Nie zu End gedacht
Zeigen so Bananen
Haben’s weit gebracht.

Grosses im Kleinen (Hugo)

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Der Tag erstarb; am Ufer war’s, am Meer, das schäumt.
Ich hielt die Tochter an der Hand – ein Kind, das träumt,
Ein Geist, der schwieg im Lauf!
Die Erde neigte sich, dem lecken Schiffe gleich,
Sie drehte sich im All, taucht ein ins Schattenreich.
Die Nacht stieg fahl herauf.

Die bleiche Nacht hob aus den Wolken ihre Stirne;
Die Dinge schwanden schon, ergrauten, wurden minder,
Ein formlos-blasses Weben.
Wenn Schatten steigen, liegt bald Asche über allem;
In gleichem Masse fühlte man die Trauer fallen,
Die Schmerzen sich erheben.

Die da mit Denker-Aug Natur betrachten, sahen
Von hoch die Urne, vage dunkle Öffnung, nahen,
Sich überm Himmel neigen,
Und giessen auf die Berge, auf die hellen Felder,
Die wirren Fluten, die erfüllt von tiefen Reden,

Den Abend aus, das Schweigen.
Es krochen Wolkenbänder übers Vorgebirge;
Die Seele, wo sich Schatten mit dem Scheinen mischte,
Sie fühlte unbestimmt,
Entsteigen diesem Meer und auch der ganzen Erde
Und unter Gottes Aug ich-weiss-nicht-was, was Strenges,
Erhabnes, was sanft stimmt.  

An meiner Seite ging die Tochter, die ich liebe,
Die weite Nacht, wie Rauch kam sie heraufgestiegen.
Ich träumte, wie ich bet
Zu dir, mein Herr, ich sah und schlug die Wimpern nieder,
Den Schatten, der entsteht in unserm Denken wieder,
Wenn deine Sonne geht.

Da sagte dieses Kind, gesegnet ist’s, ich fühle es,
Ich hielt es an der Hand, und meine Seele hielt es,
Ein Engel, der fast Frau,
Und zeigte auf das Wasser, die Küste braun und herbe,
Und dort zwei Lichterpunkte, auf der Düne bebend,
Sie sagte, Vater, schau,

Schau doch, da drüben, wo die Schatten hangwärts robben,
Die Zwillingslichter leuchten wie ein Lampen-Doppel,
Bewegt im starken Wind!
Was sind die beiden Heime, dort im Nebel fern?
– Eins ist ein Hirtenfeuer, andres ist ein Stern;
Zwei Welten sind’s, mein Kind!

Nichts (zu) sagen

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Die Amsel ist sehr laut
Von der Regentraufe herunter.
Ob das andere Geschrei
Von hinter den Dächern
Antwort heisst? Ich beginne so sage ich
Mit meinen täglichen Verrichtungen.
Bald wird die Amsel Kinder haben
Aggressive Anflüge üben.
Ich habe auch Kinder.
Ich sage das bewusst.
Mit Bedenken. Es ist angesagt
Dass ich mich um sie kümmere.
Kümmern ist wie trösten
Nur besser. Was kann es mir
Dass ich beides nicht kann?
Ich esse immer das Gleiche.
Ich sage immer das Gleiche.
Ich finde meine Bücher nicht mehr
Auf doppelt und dreifach beladenen Regalen
Rechnungen auf Tischen begraben
Unter Katzenhaar und Katzenstreu.
Ich räuspere mich. Bleibe redlich. Verrichtungen
Ermöglichen Verantwortung
Verantwortung erschöpft sich im Gleichen
Das ich immer esse. Im Waschmittel
Und Toilettenpapier. Bevor die Amsel schreit
Halte ich mein Können aus dagegen
Dass es gleich ist: das Wiederholen
Macht es nicht gültiger.
Die Kinder gleichen mir zum Fürchten.
Bald sind es keine Kinder mehr.
Da bin ich aber froh. Vielleicht ist die Amsel so laut
Vor Schrecken? Dass das Leben
Saglos gilt? Ich kümmere mich nicht
Um Antworten. Ich mache nichts
Weniger als gleichen. Trösten
Ist nicht kümmern. Ich habe weder Ahnung
Noch Meinung. Beides ist gültig. Im Regen
Rückt die Birke heran und drückt
Im Wind ihr Haar an meine Fenster
Wie forschende Augen. Oh nein
Den Geruch des Kellerlochs vergesse ich nicht:
Gleichheit und Gleichmachung gelernt. Interessiert
Erkunde ich Vernichtungen.
Was ich kann
Bleibt sich gleich.
Gültig ist es nicht.
Aggressives Anfliegen
Üben will geübt sein.