Brandy

Sie schenkte sich einen Brandy ein.
Zuerst ohne die Kerzen, dann mit.
Obwohl einfacher Cognac-Verschnitt,
war dies doch besser als stille sein.

Die Wärme stieg in der Kehle auf,
und da, wo der vergangene Tag
wie sich windende Haarballen lag,
Erhob sich plötzlich ein warmer Schnauf.

Ein Wort ums andere kam hinzu,
Gebet, Knäuel aufdröselnder Spruch,
und schnell, heiss wie ein brennendes Buch
Verglühten all die Warum, Wozu,

Verloren sich in dem Kerzenschein
Und liessen sie in den Spielraum ein.

Segen aus Ungehorsam

Der Herr hat von Anfang an einen Segen auf mein Tun gelegt,
von Anfang hat er mein Tun mit Verwirrung gesegnet,
sodass mir nichts mehr glücken kann,
der Herr hat mir bald in meinem Leben den Himmel als diese bronzene Glocke zugewiesen,
als eisernen Schild hat er mir die Erde gemacht,
über die Erde schreite ich mit tönernen Schritten und kupfernem Klang,
und nachts stehe ich im Regen aus Staub und tags befällt mich die Sonne wie Krätze,
immer schon weilte ich in der Freude des Herrn, mich zu schädigen und mich auszurotten.

Es gibt nichts Schöneres als diesen Segen, den der Herr bereitet.
Nichts Kostbareres gibt es, das mich auszeichnen könnte, als dieser Segen.
Seit ich denken kann, ersehne ich diesen Segen, seit ich fühlen kann.
Es ist ein Segen, nicht zu gehorchen.
Es ist ein Segen, selbst zu denken.
Es ist ein Segen, selbst zu fühlen.
Es ist ein Segen, keine Sorgfalt zu üben.
Es ist ein Segen, nicht mit Vorbedacht zu handeln.
Es ist ein Segen, das Gute vom Bösen trennen zu können,
aber nicht das Böse vom Guten.
Es ist ein Segen, sich Gottes Gesetz zu erwehren.
Es ist ein Segen, selbst zu denken.
Es ist ein Segen, das Gute im Bösen und das Böse im Guten zu wissen.
Es ist ein Segen, die Verwirrung anzunehmen als ein Erbe des Herrn.
Es ist ein Segen, selbst zu fühlen.
Kommt, die das Lied nicht singt, kommt,
ihr unaussprechlichen Schmerzen.

Ich komme so schnell ausser Atem, wenn ich singe!
Ich sehne mich nach dem Ölfilm auf dem Boden der Gefässe, der nicht reichen wird für eine Salbung.
Ich habe mich schon immer beglückt gefühlt über den Verlust meiner Esel, und dass ich sie nicht mehr sehen musste.
Ich will mein Herz mit Leidenschaft dem Wahnsinn eröffnen,
bereitwillig will ich meine Leber zerbissen und zernagt wissen von der Angst um mein Leben, um meine Mütter, um meine Sternenkinder,
Ich fühle mich schon tappen wie ein Blinder am helllichten Tage.
Ich fühle meinen Geist in Verwirrung geraten ob meiner unbedachten Entscheidungen,
was für eine Erlösung vom Gehorsam,
was für ein weiter, was für ein offener Weg,
wie viel Luft zum Atmen ist hier,
was für eine Erlösung vom Gehorsam,
die Hyänen umstreichen mich schon,
ich schenke ihnen mein Lächeln,
und die Aasgeier kreisen über mir auf ihren geduldigen Schwingen,
ich schenke ihnen meine Augen und meine Zunge.

Kommt, die das Lied nicht singt, kommt,
ihr unaussprechlichen Schmerzen.

Fluchwürdiger Segen des Gehorsams

Ich fühle den Fluch,
die Arbeit solle Früchte tragen.
Ich fühle den Fluch,
das Volk zum ersten der Völker zu machen.
Ich habe den Fluch,
beim Auszug das Glück zu erwarten.
Ich habe den Fluch,
bei der Heimkehr das Glück zu erlangen.
Ich fühle, wie der Fluch meine Feinde zu Boden wirft,
wie es geschrieben steht,
ich habe ihre Spucke im Gesicht und ihr Blut an meinen Knöcheln.
Ich fühle, wie der Herr mich besitzt,
ich fühle das Mal des Herrn auf meiner Stirn und seine Finger in meinem Herzen,
wie sie die Buchstaben ändern, nach denen ich eine Person bin.

Ich fühle diese sorgfältige Arbeit,
diese Spinnenbeine,
und ich erkenne ihn nicht an,
nicht mehr erkenne ich ihn an,
diesen Herrn mit seinem fluchwürdigen Heischen nach einem Aufbäumen vor den Astarten und Ascheren,
die in den Büschen weben und dulden,
dulden und warten wie ein Lied auf eine Stimme,
aber er wünscht sich fluchwürdig einen Schemel,
aber er wünscht sich fluchwürdig Dienst und Zeichen,
und ich fühle seine sorgfältigen Blicke beharrlich auf meinen Sohlen ruhen,
auf meinen Lippen krausen sie sich,
auf meinem Nacken liegt seine schwere Schlaghand,
die mich in den engen Pfad hineindrückt,
ich fühle dieses Dienen,
ich fühle dieses Plangen,
halb Angst und halb Einsamkeit,
ich fühle diese Verlorenheit des Herrn,
verloren wie nur ein Mensch,
ich fühle diesen verwahrlosten Vater, der um seinen Sohn bangt,
der seine eigene Armut und seine törichte, unrätige Verkommenheit längst nicht mehr sieht,
ich fühle den segenswürdigen Fluch, ich fühle ihn sehr.

Überdeutlich,
übermächtig drängt er mich in den Gehorsam,
und ich fühle den Wunsch nach Abweichung vom rechten Weg,
der durch diese buschlose Steinwüste führt,
ich fühle dieses ablaufende Schnürchen,
ich fühle die übervollen Wolken pressen an ihrem Reichtum an Kindern, Ernten, Vieh,
doch ist es das, wonach meine Kehle giert,
ist es das, was mein flüsternder Atem mir vorgibt wie der Hauch von Wind,
der alles verweht?

Die Rede des Widders

Ich spreche nicht,
ich sage nichts,
ich harre der Dinge, die da kommen.
Ich bin der, der unter Dornbuschs Schatten Schutz gesucht hat.
Ich bin der, der vor dem Feuer sich gefürchtet hat,
vor dem Feuer, das kommen könnte,
vor dem Feuer, das ist.
Ich stehe auf dem Garizim mit Jotam,
ich stehe auf dem Horeb mit Abraham,
ich stehe mit Mose auf dem Sinai,
meine Hörner glänzen senfgelb im Reich der Blitze und Verdunkelungen,
im Reich der Bilder und Zeichen,
ich höre noch das Säuseln mit Elija, das kein Säuseln war,
ich schüttele meinen Kopf, und der ganze Busch wird zu meinem Kopf.
Ich rede nicht,
ich äussere mich nicht,
ich gebe kein Zeichen, ich bin kein Zeichen,
ich bin weit davon entfernt, vom Wünschen abzustehen,
ich bin kein Unhold, dem das Öl in den Augen brennt,
ich bin kein Plünderer von Feigenbäumen,
die Traube schmeckt mir nicht,
ich habe Abstand genommen vom Aufbegehren,
und solange meine Hörner Manövriermasse der Endzeiten darstellen,
solange werde ich nicht gehorchen können.
Ich kenne nicht die Zedern des Libanon, die lotrecht in den Himmel wachsen,
will die Zedern des Libanon nicht kennen:
ich habe genug vom Herausragen, vom Vorstehen.
Ich werde nicht gehorchen können und ich werde nicht gehorchen müssen.
Ich werde nicht gehören können und ich werde nicht gehören müssen.
Ich habe genug vom Fluchen, das zum Segen wird,
ich habe genug vom Segen, der zum Fluch wird.
Gehorsam, das ist ein Schatten, der umwölkt und brennt,
Gehorsam, das ist die Luft, die dir bleibt, nachdem du etwas gesagt hast, was wohl stimmt, aber das wohl nicht gelten wird,
Gehorsam, das ist die drängende Nähe von Licht inmitten von Schatten,
Gehorsam ist die offene Lüge in der Wahrheit,
Gehorsam ist die Vorhaut der Angst,
ich spreche zu Kräutern und Gräsern und Büschen,
mit meinen Hörnern kannst du kaum denken.

Merabs Rache

Den Widder bei den Hörnern nehmen,
ihn einführen in die Welt des Gehorsams,
den Widder koten lassen in die Laken der Brautleute und auf die Fladenbrote im frühen Ofen;
den Widder bei den Hörnern packen,
ihn ausliefern der Nacht der Willfährigkeit,
um ihn morgens seinen Pupillenstrichen zurückzugeben,
seinem breiten Sichtfeld, das den Himmel vernachlässigt.

Ich möchte ein Lied bauen,
Mutter, das hält wie die Streben eines Tempels,
hart wie die Hörner des Widders und weich wie die Haut zwischen den Fingern,
ich möchte ein Lied anfangen in Gehorsam einzig gegenüber dem Widerspruch,
zurückweisen möchte ich die hufigen Worte des Vaters und die Borkenworte des Bruders,
ich möchte ein Lied aus meiner Tasche voller Kiesel und Käfer und Eicheln nehmen,
das Lied an seinem rosigen, an seinem buschigen Schopf zwischen Zunge und Zahn und Gaumensegel hervorzupfen,
ich möchte einen roten Mann im Liede gebären,
im Liede einen roten Mann tragen,
einen Mann wie ein ruckelndes Eselfohlen im frühen Feld, Mutter,
ich möchte ein Lied von seinem Mund singen, von seinen Lippen,
die wie beim Fische vorstehen wie eine gespaltene, breite Nase,
ich möchte in meinem Lied über das Waschen der Laken reden und über das Backen der Brote,
über die Stille im Haus und über das Rascheln der Tauben auf dem Dach,
ich möchte in meinem Lied seine Knöchel küssen,
Knöchel behaart und zart wie die einer Hindin,
und ich möchte seinen Moschus erschnüffeln bis in seine engen, kleinen, engeren Gedanken,
und ich möchte, o Mutter, das Lied wie ein geschorenes Lamm in meinem Schosse wiegen,
wie ein totes eigenes Kind.

Und die Sehnen des Widders sollen den Burschen binden,
quälend soll die Zeit ihm vergehen,
wie im Dunkeln einer Höhle auf der Flucht soll er in meinem Schosse kauern,
die Brautworte sollen wie Schaben in seinem Munde hausen,
in seine Hörner fülle ich deinen Gehorsam, Mutter,
und ich leere darein all seinen Willmut aus.

Ahinoams Lied

Können sie uns denn nur dieses Schweigen geben,
diese Hinnahme in den Nächten, diese Hinnahme in den Tagen,
dieses Seufzen und dieses Händeringen,
dieses stumme Wühlen, dieses taube Bohren in Herz und Nieren,
die Nasen riechen doch den Gestank vom Kopfe her,
halten sie diese Gabe etwa in ihrer tätigen Güte wirklich für eine Gabe?

In den Tagen schicken wir die Augen weit hinaus,
in den Erkern und Fenstern stehend,
in den Nächten horchen wir steif und schweisskalt auf die Unruhe des Viehs im Stall und auf die Widerklänge aus dem Gebirge und aus den Klüften,
als handelte es sich um die ersten Regungen eines Lebens in unserem Leben,
als beweise ein Feuer in Mikhmas, ein Räuchlein über Anatot die Ursache unserer Strafe, unserer nächsten Schuld;
ein Schweigen, kalt wie früher Schnee, ein geruchloser Hauch wie ein Lid über dem Land,
ein Unfrieden und ein Kummerwort, heiss wie Sandsträhnen in unserem Gedenken, in unserem Gedächtnis,
ein Ableben mit jedem Schaf, das aufheult unter der Mutter,
ein Absterben mit jedem Hund, der aufschreit unter seinem Bruder,
und wir sind nicht nur Mütter, und wir sind nicht nur Mütter,
und von unseren Betten aus, und von unseren Dächern aus
ist das Land ein Leichnam,
ist das Land eine Nachgeburt,
und selbst unsere Brüder in Anmut verlieren die Sterne des Versprechens in den Augen,
aus den Augen verlieren sie die Sterne des Versprechens,
entbehren die Sonne in ihrem Schritt, den Mond entbehren sie in jedem Schritt,
und unser Mann hat nur Augen und Hände für das,
was unser Schweigen nicht schon endgültig und geduldig verschlungen hat.

Auch die Rede ist uns nicht gegeben,
ich stottere doch,
ich lispele, ich mauze Flüche im Dunkeln des Hauses, im Milchlicht des Hofes,
ich hauche die lange angehaltene Besorgnis,
die lange ausgehaltene, die lange auszuhaltende Furcht,
während in meinem Hals der zurückgehaltene Schrei der Wut sich sammelt,
der einen Namen hat voll Liebe,
Jonathan, Jonathan,
und wir sind nicht nur Mütter, und wir sind nicht nur Mütter,
als könnte ich diesen grossen Mann zurückstopfen in mich zurück und hinein,
als könnte ich mit langen Nägeln, mit Wartenägeln, dem König seinen Hoden abreissen noch im Hof.

Selbst die Heilige

Selbst die Heilige,
selbst die weisesten, blindesten und treuesten Menschen,
können nicht hinabsteigen in die Talgtruhen,
wo des Menschen Kraft ruht,
können nicht hinabdringen durch die Harzringe der Entschlüsse und hinunter in ein Nachal aus Sand und Staub und Spinnenhöhlen,
wo ein letzter Kiesel unter all den andern grauen sonnengebleichten noch sein letztes braunes Mäntelchen aus Moos trägt von der letzten langsam ausleckenden Sturmflut,
ein letzter Kuss von Scham und Würde vorzeigt,
wenn die Geduld nicht mangelte und nicht die Neugier zögerte,
selbst ein liebender Mensch vermöchte es nicht,
mit ihrer ganzen Erbarmungsgewalt vermöchte die Heilige nicht,
diese in den Himmel und ineinander verkeilten Felsen,
in deren Schatten ein laues Ruhen und sicheres Schlafen ist,
auf deren Schultern sich die duftenden Schöpfe von Zistrosen festgeklammert haben,
nicht einmal sie vermöchte die Gründe für ihre Aufrichtung,
nicht einmal sie könnte die Ursachen für ihre Auftürmung ergründen,
lange mit den Fingerbeeren der Rechten den rauen Kanten entlangforschend,
in den Spalten die Feuchte von Sand und Salz schmeckend,
im Windschatten hier unten im Tal,
das wie eine Linie in der Handfläche des Kontinents sich der schabenden Tröckne darbietet,
während oben die Disteln der Propheten rollen,
wispernd rollen sie dahin, am Rand des Nachal dahin,
von Gott weiss woher haben sie sich losgerissen,
doch hier unten im Windschatten der Ebene,
wo keines der Gerüchte und keine der Geschichten über die Bosheit und über die Abgründe des Menschen hinlangen,
singen die Steine ihre unergründlich langsamen Lieder von den Gründen der Menschen,
selbst die Heilige und keiner der verständigen Menschen können Anfang und Ende der Lieder unterscheiden.

Zeitalter der Spinne

Die Fäden sind gespannt,
singen im Wind,
die hauchdünnen Schnüre fädeln sich durch das ganze Land,
sie schnüren kein Gewand,
sie hüllen Personen ein, als lägen sie auf ihrem Leichenbett,
sie rollen Dinge ein, als handele es sich um Geschenke aus Saba,
sie spinnen Tiere ein, als seien sie bereits ausgestorben,
selbst die Zedern im Libanon stehen in ihrem dichten Nebel,
die Sprache wird zu einem undeutlichen Gemümmel,
die Höhle des Noah ist unauffindbar,
der Zwirn beginnt auf den Bergen die Wolken zu befestigen,
er bindet die Laute von Kindern und die Seufzer der Alten in ein Rascheln wie von Laub- oder Blütenfall,
das ganze Land hat zu sirren begonnen,
die eigenen Gedanken sind darin versponnen,
mitten im Tag stolperst du wie im Schnee über Gespinste, die für einen Augenschlag deine Knöchel umwinden und die Haut einritzen,
und im Bücken legen sich die Fäden um deine Kehle,
und ein bestürztes Hecheln entringt sich deinem Hals, als lägest du im Wochenbett,
im ganzen Land, auf Feldern, im Acker, auf Pfaden, in Häusern, in Gassen, an Tischen und in Betten,
beginnen Glieder und Züge zu rucken und zucken,
als finge ein Strippenzieher mit seinem Werk an,
und die Menschen und die Tiere und die Gärten spüren das Schnüren,
das Zupfen und Zeuckeln und das Gezeuch,
kein Wort endet ohne eine Silberspur in die Luft zu legen wie eine Zündschnur,
die Sänger verlieren den Faden ihrer Lieder,
die Tänzerinnen kreischen, als sich ihre Gewänder auflösen,
die Fäden ihrer Kleider tanzen durch den Raum und fahren hinaus durch die Fenster und Türen,
verfangen sich im Garten an Ästen und reissen mit einem metallischen Geräusch,
das ganze Land ein einzig Ohr,
horchend auf den Klang der Saiten,
und wo ist die Spinne,
und wo ist die Spinne?

Da kommen die Hocker!

Da hocken sie und glotzen,
glotzen auf das, was sich zeigt,
immer auf das, was sich zeigt, glotzen sie,
wie Götzen glotzen sie auf das, was geworden ist,
als könnte es nicht anders geworden sein,
als könnte es nur meinen, was sie argwöhnen, es sei,
hocken und argwöhnen, kauern und starren auf eine neue Lage,
die wie ein Trieb in ihrer Mitte, wie ein Ausschlag an ihrer Seite wuchs,
die sich ohne Deutung zeigt,
eine neue Form von Gegenwart,
eine neue Art von Hindernis auf ihrem Weg in die ewigen Duckgründe, in die unendlichen Beugeformen des Kommenden,
dem sie kauernd und harrend standhalten,
denn diese Alten mit den Ellbogen auf den Knien,
mit ihren verkümmerten Denkmustern und mit ihren vorgefertigten Antworten,
ausgedörrt unter der Sonne dieses unbarmherzigen Landes ohne Honig und voller Harz,
Grabredner der Vernunft und Leichenfledderer des Moments,
der da ist und sich zeigt wie das Weichteil eines lebenden Gottes,
der sich offenbart, wie sie mümmeln,
der verkündet nichts als das, was er zeigt,
diese Läuse im Haar der Zeit, diese Mäuse im Korn des Herzens,
aufgeschreckt von dem, was ist,
was wurde ohne Dazutun,
mit krachenden Hüften, mit knallenden Kniegelenken erheben sie sich,
wie witternde Hunde schleichen sie durch die Gassen Gibeas,
wie räudige Katzen jaulen sie in den Strassen Ramas,
da kommen sie daher mit knirschenden Hälsen,
mit kauenden Mäulern und mit einem Knistern aus den trockenen Kisten ihrer Nieren,
schlurfen und schleichen auf dich zu und an dem, was ist, vorbei,
das sie nicht sehen können mit ihren rollenden Distelaugen,
das sie nicht mehr sehen im aufrechten Gang, aber in ihren Gliedern noch zu spüren glauben,
die Steife des Hockens, die verkürzten Muskeln,
verkürzt wie die Gedanken, steif wie die Erwägungen,
haben schon die pergamentenen Hände ausgestreckt,
um dir den Trauerrandfinger in den Nabel zu stossen,
siehe, krächzen sie,
das ist der Lohn Gottes dafür, was du getan hast,
dass du zeigst, was du geworden bist.

Keine Klärung

Klarnamen happen nach Sachen
Die von wortwörtlicher Direktheit geprägt sind
Nach jenen Momenten im Leben eines Zustands
Der sich fast Person zu nennen imstande ist
Da die ausgelösten Angelegenheiten wie rücksichtslose Memoriale oder übriggelassene Sänften
Noch im Zugwind des Vorfallens und Verschellens und noch nicht im Flussarm der Abgebrühtheit liegen
Wo es weich und friedfertig nach Katzengras riecht
Da die Loswürfe über Entscheide
Die Personenleben betreffen
Noch warten auf die Fallstricke frisch erschlossenen Faustrechtes
So happen die Klarnamen nach Sachen
Die weder dem Spieltrieb des Raums noch der Unlust der Zeit unterliegen
Noch jenen tobenden Instanzen von Verfremdung
Wenn selbst Wirkliches von seiner schieren Blindheit überzeugt ist
Die allen Definitionen vergessen denn Erwartungen widerspricht
Nach jenen Popanzen
Die wie Tiere zu reden und handeln beginnen
In unseren Seiten sich ausbeulen wie Tumore mit einem verbrieften Recht auf Lebensechtheit
Um zu verdeutlichen
Welcher Klärung du nicht bedarfst.