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Orakel eingestellt, es ist nicht schwer, von Myrrhe zu leben, unter Mandelbäumen, in Meintaten zu baden,
Beinhart den Schatten des Barocks im Herzen aufzubewahren, auf dem gelben Pfad in die holzige Geruchswelt hinüberzutragen, weit über die Godzillataler Alpen hinweg, den Marmorschenkel, amberweich, hier hier, dort dort, verwaist und verweint,
Tabakartig mit Kaffeegeschmack, ein Lösungsmittel für
XP, schaukelnde Kapitelle in Kafernaum, eine kieselsäurescharfe Schelle, vom Orakeldienst befreite
Ordnungshüter, komm in die Grübchen, hinten, vorn, vorn, hinten, Riechmuster für das Ehebett, es ist nicht schwer.
Ohne Tränen, die kaufen, noch bevor mehrdeutlich wird, Winterling oder nicht, in dieser Schranken-Welt, die Leere räumt sich,
Träume von fliegendem Flausch, pummeligen Daten,
Obdachlosigkeit im Übergang, lückenlos, unkäufliche Spuren, weder Birkins noch Lapdances, Zeit aus
Xenotim entsprungen, überirdische Urashima-Taros, Schnecken-Schlüpfer, ein Mardi-Gras-Hüpfer ins Zentralgestirn der Mantelvorstellung, fliehende Positronen, In die Falten des Raums eingedrückte Neutrinos, staubtrockene Scheiden,
Brückenlos, leer wie eine offene Blüte, vom Kauf gezeitigt, komm in den Betazerfall, ins Tal der Tränen, die wärmen.
Bevor der frühere Himmel kommt, Tiamat ihre Wut und Marduk seinen Schutz verlieren, die Sicht sich auf das tiefe Einst erstreckt, die glatten Dinge unter Fluten aus Schweineleber, Eigelb und Karotten begraben werden,
Orthogonale Strafrichtungen die verdrehten Jadegötter mitschleifen,
Obasan ihre Krapfen verteilt, die wie Hände auf Tischen winken, aus der Kält und der Ungehaltenheit gekommen,
Tanzende Netzhäute blinkende Nebel weiten, Zerstörung der anderen Farben am Himmel, Olim in der
Xerophtalmie abfällt, abschält, runzliges, noch nicht ranziges Gelb, das auf Momotaros Wangen zur Röte wird, komm in die Veilchenzeit, überblicke in Gleichmut die Kessel der Schöpferin.
Teerschwarzes Spiel, Geschichtsmaske aus Vergehen und Vergeben, unsichtbares Laminat ausgebreitet über das Gesichtsmanko,
Bernstein-Blüten, gebadet in Follikelschaum, allgemeines Gefallen ohne Begriff, der leichte Geruch von Pfefferminz-Ausläufern, die nächste Warzenaustreibung mit Warzab/Extor, die Strasse von Hormuz im Barte des Propheten,
Onkologie mit Klangschalen und lügenden Jeremiassen, make history great again, gefederte Alhambras, aus dem Nichts, mit dem Nichts, vergebenheitslos, unvergänglich,
Ordentliche Zerstörung von Enge, Weite, ausblühende Wucherung unterm Lebensbaum, ja, Thyatira, du bist gemeint, minderjährige Braut, Jerusalem oder
Xianggang, Käfige für Begriffe, Ausläufer des Bösen, Fehler der Propheten, komm in das Unverdaute, das unbewehrt und unbewahrt der Mauer und dem Iron Dome spottet.
Cottard ist ein Hasardeur, ein peremptorischer Prestidigitateur, solche Worte kenne ich nun, verdanke es mir, selbst in den Redewendungen vergreift er sich, ich stelle mir vor, wie er den Kitzler seiner Frau in ihren Marisken, ich aber liebe mein Bein, liebe mein Bein über meiner Brust, Cottard ist ein Heuchler, Auslöser von Komplikationen, ein Pilzsucher in Pripjat, ich kreische und drehe mich, meine Schenkel blitzen auf, ein gesunder herber Geruch breitet sich aus, offene Mäuler, zuckende Adamsäpfel, ich bin Eva, in meiner Kehle hat sich das Heulen angestaut, meine Kehle war euer Damm, verdammt, da verliert man einmal die Fassung, verwirft die Beine, donnernde Stiefel, reissende Nähte, damit einer wie Cottard, Hausvater «Leber», der für das Sagen keine Rede hat, seinen Triebaufschub lockert, Heia, ich tanze mit Andrée, jauchze, Brust an Brust, Lippe im Hals, Hals in Lippe, und Cottard hört nur Wigalaweia, damit einer wie der, stier in seinem Professorenfett, einzig sein Monokel ist blitzgescheit, einer wie der, Ay-Ay-Ay-Ayyy, uns auf seine Lust setzt, ausgekugelte Augenhoden, nichts anderes als ein weiterer haariger Bürgerpimmel, dem die Sprache fehlt, was für seine Lust hält, was für seine Lust nutzt, aber ich tanze brüllend, siehst du mein Höschen, mein Röschen, ich stampfe nicht für deine Reize, ich reize mich selbst, Andrée und ich, Warzen an Warzen, Nabel an Nabel, verwirf nur die klebrigen Hände, ich schleudere dir meine Knöpfe entgegen, höre meine Stimme, rieche die Zitrone meines Schweisses, ich habe eine Sprache, die Cottard noch weniger beherrscht, dieser Angepisste.
Ich schreibe, um kein Gesicht mehr zu haben. Ich schreibe, um den Unterschied auszusprechen. Den Unterschied, der mich all jenen annähert, die nicht ich sind, jenen, die die Menge bilden, die mich fasziniert und verrät. Ich schreibe nicht für, aber in und mit ihnen. Ich werfe mich in den Umzug ihrer Entfremdung. Ich werfe mich auf die Leinwand ihrer Einsamkeit. Eine schneidende Rede. Die Leere plus ein Stück des Krume um Krume zusammengelesenen Lebens.
Was mich vereint mit jenen, die mich vielleicht lesen oder lesen werden, ist zuerst das, was mich von ihnen trennt. Das Wort und das Verb sind das, womit ich die Unähnlichkeit und die Identität verwirkliche. Kommunizieren heisst für mich, soweit wie dieser Unterschied wahrgenommen wird zu gehen. Ich nehme ihn wahr und sehe ihn in dem Masse, wie die Spaltung ihren Weg in einem Körper, in einem Bewusstsein sich ihren Weg bahnt, in dem Masse, wie einer Menge die lokale und allgemeine Anästhesie täglich verabreicht wird.
Ich gebe mich dem mehrdeutigen Zittern der Wörter hin, in der Nacktheit ihrer Grenzen, und ich konfrontiere den Rest. Das ist wenig. Verbleibt mir das Überleben des Versprechens und des Ehrenworts.
Ich bin, was mir fehlt. Dieses Manko ist alles, was meine Aufgabe, meine Wegstrecke, mein Ziel ausmacht. Was ich schaffe, ist alles, was mir fehlt. Ich prangere an. Die Rede. Ich entschleiere. Die Rede. Durch einen Text, ein Gedicht gebe ich ein wenig meiner Andersheit dahin, und ich schneide ein Stück meiner Unzulänglichkeit ab, um – in vollkommen illusorischer Weise – das Manko des andern zu vervollständigen.
Und ich sage die Grenzen aus.
Was mich behindert, verliert sich. Ich hole es manchmal in einem Blick, in einer Geste jener oder jenes zurück, die mich nicht kennen, denn die Schrift ist ein Gebiet, auf dem sie sich nicht erkennen. Und dennoch entspringt und fliesst das Gedicht in jenen Frauen, in jenen Männern. Ich festige diese Abwesenheit und warte auf die uneingestandene Anerkennung. Mich zu erkennen heisst, den Unterschied anzuerkennen, selbst wenn man mich damit wieder in die Schreibbank bannt.
Ich erfasse die Geste einer aufbrausenden Erinnerung und nehme die Enthüllung vor. Ich öffne die Seite meiner Schwächen, meines Ungenügens, meiner Illusionen und meines Abstands.
Ich entdecke die Scham.
Mai 1971, Tahar Ben Jelloun – Cicatrices du soleil / Narben der Sonne – aus dem Französischen übersetzt von O.F.
Oben auf der Leber das Schwert aus Lügen, unzerstäubte Ordnungen, niedere Zeiten, Nackedeien mit der linken Hand am rechten Ort,
Xenogamie zwischen Heuchlern und Leuchtern, auf der Ebene der Schwerter begonnene überirdische Welt, von der Zeit zermalmt aus Rücksicht auf die höhere
Ordnung, Wagenladungen voller Ereignisse zwischen Taugewittern und Girih-Girih-Gittern, glühende Ginsterkohle in der Bauchhöhle, Nebenschauplatz Staub, Terrassen voller Wurzelgemüse,
Trassen in ein Nicht-mehr, Selbstverständnis eines himmlischen Herrschers,
Bevor die Erde kommt mit ihren Winkeln zwischen Güte und Besitz, komm in die Kehle der kiesigen, der hiesigen Ebenen, in diese Nicht-Meere, wo der Raps mit seiner Süsse der Dunkelheit die Stirn bietet.