Ich seh die alte Lüge

Ich seh die alte Lüge auf ihren spitzen Beinen:
Auf diesem Pfad ist wirklich erglühen bis ins Mark!
Mit rotgeschwärtzen Händen doch stets das Gleiche meinen,
Als gäb es nicht den Spatzen, der zählt auf nichts im Park.

Ich seh dich wieder sieden und Widerspruch austeilen,
Mit Blumen-Nägeln kratzen am Kitt der Sorgenwelt.
Denn wer will immer kümmern? In heisser Kälte weilen?
Du musst nicht gleich ein Bärtierchen sein, aus Moos geschält!

Ich seh dich Fünfer wenden mit brühend weichen Händen:
Du tust was du getan hast und gehst von Hind nach Sind.
Du siehst den Schnee schon liegen in deinen eignen Wänden.
Du weisst, wie selten unwirklich nahe Ziele sind.

Ich seh dich ja mit dankbar gesenktem Kopf erdulden.
Dass jemand Lügen traut, das ist doch nicht dein Verschulden.

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