Der Hass auf diese Zeiten

Der Hass auf diese Zeiten, wenn Geld dir wieder fehlt,
Die Tage ausgestreckt über dir wie Kranichflügel,
Als sei der Ruf: „nach Süden, nach Süden!“ nie verfehlt,
Der Hass auf diese Zeiten, er formt den Venus-Hügel,

Auf dem du trotzt den Wünschen nach rationalem Tun,
Von dem du Hoffnung tötest auf kluges Spar-Verhalten,
Und singst und zählst die Kerne, wies tut ein blindes Huhn,
In denen liegt das Schweigen, das niemals wird veralten:

„Es sind die Dinge so voller Mühe.“ Rede nur
Und hör nicht auf das Rauschen, das kommt vom Flug der Lügen,
Die aufgereiht du hast in Gedichte ohne Spur
Von Treue oder Mut: willst dich immer noch betrügen…

Ich seh den Hass Facetten schleifen von deinen Gallensteinen.
Ich seh die alte Lüge auf ihren spitzen Beinen.

Ich seh die alte Lüge

Ich seh die alte Lüge auf ihren spitzen Beinen:
Auf diesem Pfad ist wirklich erglühen bis ins Mark!
Mit rotgeschwärtzen Händen doch stets das Gleiche meinen,
Als gäb es nicht den Spatzen, der zählt auf nichts im Park.

Ich seh dich wieder sieden und Widerspruch austeilen,
Mit Blumen-Nägeln kratzen am Kitt der Sorgenwelt.
Denn wer will immer kümmern? In heisser Kälte weilen?
Du musst nicht gleich ein Bärtierchen sein, aus Moos geschält!

Ich seh dich Fünfer wenden mit brühend weichen Händen:
Du tust was du getan hast und gehst von Hind nach Sind.
Du siehst den Schnee schon liegen in deinen eignen Wänden.
Du weisst, wie selten unwirklich nahe Ziele sind.

Ich seh dich ja mit dankbar gesenktem Kopf erdulden.
Dass jemand Lügen traut, das ist doch nicht dein Verschulden.

Lampenschirm

Der Schatten des Rocks wird vom Licht beteuert.
Die Mythen der Rede entstammen alten
Und wilden Oktober-Gerüchen. Hallten
Nicht schon die Gesänge vor mir erneuert

Von zahnlosen Spielformen aus dem Feuer?
Im Tanz eines Worts durch den Fingerwald
Im Saum des gespiegelten Kamms krallt
Sich Zeit alles Räumliche. Alte Scheuer:

Und schwenkt auch das Licht seinen Rock ins All
Und fällt auch durch Ritzen die Sicht auf Heu:
Die Stimmen entleeren in einem Schwall

Die Zukunft in weisseste Ängste. Scheu
Wie keimende Zwiebelchen schlagen all
Die Nadeln im Schein einen Fingerwall.