Eine Welle bevor sie fällt schützen: ein silberner Gegenstand in tausendfacher Teilung: unfähig zur Atmung und doch
Nicht selbst: ich denke an das trübe blinde
Jagende Brüten des Biwa-Hoshi auf den Steinstufen zum Tempeltor: ein feines Pfeifen begleitet dieses Sitzen und sein Gesicht beschränkt sich nicht länger auf Mensch und Mann: Bakemono
Tsukimono: wie geschmolzener Berg
Wie ein vom Schweiss vieler Stimmen fettgelb gewordener Liedschaft liefert der Sänger seinen Schatten den Steinplatten und lässt ihn steigen in die Gesichter der Gören: Tsukimono
Bakemono: einer der Opferbeamten reckt sein Kinn
Als stosse eine Katze ihre Stirn in meinen Schoss: in meinem Kässelchen rasselt der Atem des Landbodens: die wenigen Schritte auf dem Steg genügen schon
Auf dass die Nebelschwingen die Dinge auf den Rücken der Männer und Menschen in Schweigen hüllt und hebt ihre gesenkten
Hängenden Lider über das Knarren von Holz und das Saugen von Wasser in den ersten blanken Spiegel des Kiefernwaldes: der Biwa-Hoshi hört die schwappenden Schritte auf dem Hashigakari und brummt und summt in seine Furcht hinein: ein jagendes
Blindes Grün auf der Zunge des Opferbeamten
Als seine Blicke die meinen treffen: in seinen Augen klappern die aufgeschreckten Hühnerknochen seines Glaubensgebäudes: die aufblitzende Tinte auf der Suche nach eine Fressfeind: ich rassle mit meinen Landboten und errate mehr und mehr
Das Wachsen der Tsukurimono da heraussen
Wo nicht die geringste der Kiefern mehr ihren Gang geleitet: nur die starren Stirnen der aufgeworfenen Wellen: Tsukimono
Bakemono: die schwarzen Zahnschaufeln
Schleichen sich ottergleich da heraussen
Auf dem Steg an die Beigaben heran: und hinter der Wand aus Nebel und reifer Luft
Höre ich den Atem des Biwa-Hoshi über und über bestückt mit den ass-grauen geschwollenen Stirnfalten der Windgötter: eine Welle bevor sie fällt schützen: ein silbernes Grundstück in tausendfacher Teilung: unfertig zur Atmung und doch willig
Nicht länger mehr selbst zu sein: aus dem breiten Arsch des Opferbeamten steigen die Regenbogenfarben eines Fasans herauf: darauf die Zahlen seines Gesetzes
Seiner Regler und nicht eine einzige Strophe zur Strafe für das Tsukurimono
Der Biwa-Hoshi und ich ihm für die Hanbutai im Warten aufgefaltet haben: Kokon aus Wind.
Kategorie: Ginkaku-ji Variationen
Der Steg zeigt als Finger
Der Steg zeigt als Finger hinaus in den Fluchtnebel: das Sashimono hängt tranig an seinem Bambusstab
Ich selbst nur ein ungewisses Zeichen in der ungenauen Landschaft: ein Faden von Bewusstsein und beginnendem Hunger
Mit einem Atem wie eine jagende Katze im silbernen Gras: ich selbst
Unfertig wie die Wellen
Die wie unfertige Worte am Ufer mümmeln
Mit einer zahnlosen Rastlosigkeit ihr
Muga–muga beten: noch wollte keiner übersetzen: an solchen Morgen
Wo selbst der Gedanken an einen Menschen aus Fleisch und Blut
Mit seiner ganzen hohen Hucke aus Töpferei und Handwerk: mit diesem Buckel eines Botschafters aus Gokuraku
Halb Lieferantin von Werkzeug halb berin von Unheil: ich werde heute warten müssen
Wie immer wird mein Steg seinem abgetrennten Weg über das Wasser lange lange darlegen wie ein Mann
Der unfähig ist
Selbst mit einem Fuss am ersten Stein des Anstosses hinüber ins Jodo: selbst mit der Gewissheit des warmen Blicks von Amida:
Selbst mit dem feuchten Achselhaar
Das sich kräuselt wie ein Mogera wagura in den Abendstunden: ein gefährtenloser Satz von Fakten und Fahrten
Unfähig ist über sein Muga hinweg zu steigen wie über einen Haufen Ochsenkot: unfähig ist
Mehr als nur seine Biwa mit sich zu tagen: an der Hand des jungen Mönchs oder Monds der sich vor meiner Maske fürchten wird: Gokuraku ist dort
So werde ich ihm sagen: dem kleinen Amida: wo das Muga wie eine Spinne mit ihren Tentakeln sich saugend an deinen Unterleib legt: immer noch ganz F-R-A-U im Gesichtsfeld eines Mannes:
Selbst mit dieser Hannya-Maske
Die halb Schadenfreude halb wirklichen Schmerz zeigt: und das Sashimono regt sich
Wie die schweren Ölflügel des Kormorans goldig im Abendschatten glänzen im schwarzen Wasser unterm Nebelfilm: der Steg zeigt als Finger hinaus in den Flussnebel und flappend erklingt das Lachen der Kindeskinder: erklingt
Selbst ich kann es hören: das Schlurfen und Stampfen eines Tanzes und ich kneife meine Augen zusammen im Warten am Steg: klingele mit meinem Kässelchen: wie unfertige Worte steigen die Töne über den Fluss ohne sich die Füsse zu benetzen: das Klopfen eines Hammers auf Eisen und das Kichern der anderen Frauen.
Niemand kann behaupten
Niemand kann behaupten die Erde ist als Paradies
Herstellbar: niemand kann behaupten halbseitig begraben zu sein
Mache dich besser: verändere dein Antlitz und auch deinen Witz: du kannst einen Menschen schätzen in seiner brüchigsten brachialen Unfähigkeit: findest alleweil noch die kleinste Vertiefung im Sand vor dem See
Die eine Form von Spur sein könnte: niemand kann behaupten nicht an den Grimassen zu kleben
Die ihr die Zeit erlaubt hat: den Barkassen nachzuträumen die ihr über ihre Stirne gegaukelt sind: niemand kann behaupten
Es sei ein Leichtes seinen Körper als Monster zu sehen: ein Anker
In die Tiefe der Bindungen geworfen und zwar
Ohne Bewusstsein für die Tat: ohne Bewusstsein für die Folgen: ohne Bewusstsein wie immer: niemand kann die Erde in ihrer Wellenform
In ihrer aufgebäumten aufgeharkten haarigen Wellenform schätzen: niemand hat je versucht den Bergen im Osten dieses Lächeln abzugewinnen unter dem sie halbseitig begraben liegt wie ein eingeklemmter
Halb vom Schnee zugedeckter Vogel im Garten: und seine Rufe haben diesen mageren körnigen Klang deines Kissens mitten in der Nacht
Wen die Fakten sich genug lange: zur Genüge: aufgetürmt haben und aufgebockt über deinem fahrigen feurigen Gesicht fuchteln wie die Hände eines schützenden und jähzornigen Vaters
Der halbseitig gelähmt im Hüttchen auf den vom Urin vollgesogenen Matten vergeht und mit seinen harschen Worten nochmals eine Form von Paradies herbeirufen will: niemand kann behaupten ein Körper wie ein Monster sei eine Form von Läuterung: Ursache und Frucht in einem
Niemand kann behaupten die leiblichen Tatsachen verwischten nicht die unsichtbaren fein verzweigten Blätterspuren des Windes in unseren Köpfen: die Schrunden und der Schorf
Können nicht abgelassen werden: du kannst nicht ablassen vom formlosen Kantern deiner Ideen selbst hier in dieser abgrundtief menschenfernen Hütte in der Nähe dieses Stegs über den Fluss: die Erde als Paradies
Niemand kann das zu Recht oder Unrecht behaupten und doch spürst du
Deinen Körper wie ein Monster unter dir in die Knie brechen wie ein zu lang gehetztes Ross: niemand ist lange genug bescheiden genug.
Die Wellen schieben ihren Schnauz aus Eis
Die Wellen schieben ihren Schnauz aus Eis immer weiter den Strand hinan: breit und knirschend und ungekämmt
Ein gelbes hartes Wirbeln: windblind gehst du diesem Schnauz entlang: da
Wo das Land zu lächeln versucht: da beginnt das unerbittliche schlichte Reich des Unfesten mit einem bröseligen Versuch von
Wer weiss: Anteilnahme oder Übernahme: und den Schnauz siehst nur du: die Stiere am Hang werden ihm auch heute den Rücken zu: es ist zum Schäumen
Ich denke an die kargen verkrüppelten Arven im Gebirge
Einen Felsen umklammernd oder einen Grashubbel zwischen den Felsen: ihre Fakten sind sowenig meine Fakten
Wie der fliegende Sand in den Augen brennt und beisst und zuvor das Wasser
An den Knöcheln gemümmelt hat: du kannst nicht innehalten wie zuvor in deinem Hüttchen wo das Reisstroh in deinem Makura eine andere Sprache zu reden begonnen hat: die süsse Sprache von Männerschweiss vielleicht: mit blankem Seufzen hast du dich umgedreht und dem Knacken und Knurren deines Körpers gelauscht und bist hinausgestürmt in den Eisschleier des Tages: nur dein Körper kennt die Fakten und klammert sich an sie wie an die ein- und zweisilbigen Makurakotobo eines Gedichts: und seine hitzige und wimmelnde Weise erweicht die Knorpel im Gesicht der Welt und da watest du wie zuvor im blutgelben Korridor aus Leim und Reiswein: ein jeder Schritt ein Phänomen aus Einsinken
Anhaften und Losreissen und du hörst das Schaben der Eschen an ihren Schwestern und das leise Knistern der Kräutergarben im Garten im Wind aus Eis und summend wie ein ferner Generator: die blauen Lippen unterm Eisesschnauz
Formen Faktenzeichen von einer anderen Welt: sind die Ausleger einer westlichen Kälte und sauerstoffreichen Welle voller Krill und Walleiber: du stellst deine Getas auf das harte gelbe Gewirbel in der Erwartung eines Winselns und hörst nur das Rascheln von Eiskristallen
Die sich bis in ihre Spitzen fortsetzen und immer weiter und ausdauernd sich ins Kleinste verzweigen wie dein zerhacktes gezacktes Gefühl von einem schartigen Glück: ein atmender Panzer über dem See
Schwarz wie die angeschwollene Zunge meines Geliebten im Rachen und blau.
Das Dorf ist an den Abhang gekräuselt
Das Dorf ist an den Abhang gekräuselt: Menschen mit Bodenhaftung leben dort
Sie kennen den Wert der Dinge
Die Kosten eines Schwerts: eines Hufs
Die Kosten eines Saumtiers über die Pässe im Osten
Die Kosten für Wegelagerer: wie Stiere schauen sie
Auf das Bollwerk des Kii hinauf:
Jeder Schritt zeichnet sich an ihrem gereckten Kinn ab: am stumpfen Winkel ihrer Mäuler erkennst du
Den Glauben an die Fakten aus denen sich ihr Leben schafft: sie glauben nicht das den Westen spiegelnde Eisen meines Geliebten mehr: das auf der Engawa steht wie eine Menschenscheuche: sie glauben nicht an die Befreiung in der Armut: in ihren Töpfen schillert das Silber wie der Brunnenboden vom Mond: in ihren Schalen klumpt sich das Reis wie eine gestochene Schnecke zusammen: die See zu ihren Füssen bespritzt ihre Rücken mit dem weissen Schleim der Träume
Menschen die vorsichtig geben: die ihre Münzen drehen und drehen und drehen
Ohne die Rückseite je zu beachten vergessen denn zu betrachten: und die Berge sind ihnen unbegreiflich und unbesteigbar und deine Bosheit
Die längst nicht mehr an Taten glaubt: deine Demut
Die ihre Brust wölbt unterm Do der selbst verantworteten Demütigung
Deine selbst verantwortete Demut und dein Hass gegen diese gutmütigen aber nicht genügsamen Land-Tiere
Die du kaum sehen kannst mit deinen Welsaugen
Die fett vom Land und Fluss und mit dem anschwellenden Mark der Vernunft gemästet glotzen auf deinen wankenden Gang: glaubst nur noch an die Kunst der Unvollkommenheit und du kämmst
Die Haare deines Geliebten
Kämmst all das Stroh heraus und den Sand
Wäschst das schwarze Blut aus seinen Haaren: der Trog füllt sich schwarz mit Wasser: und staunst über die weisse
Weisse Haut im Nacken: es gibt nichts zu sagen: keine Fakten binden dich an diesen Mann
Diesen Eidechsenleib mit seiner Eidechsenrute: wie das Dorf kräuselst du dich am Abhang deiner Zuneigung: zu drei Vierteln abgedreht wie ein Dorfmädchen: die Unschärfe seiner Worte
Klingt wie der Ruf eines Ochsen: einen dumpfen warmfeuchten Laut stösst mein Geliebter aus zum Abschied und kehrt mir seinen Nacken zu
Kehrt mir immer seinen Nacken zu: ich kenne jedes Plättchen und die Färbung des Leders und das Knarren des Sode wenn er mich umarmt: da
Trampelt er durch das Gemüse meines Gartens und ich hebe meinen Kopf hinauf zum Stiernacken des Hügels
Wo die blosse Behauptung Fakten schafft: schon watet er durch den Bach und an seinem Ufer entlang in Richtung der silbernen Fläche des Sees: sein Shidoko glänzt in der Morgensonne wie Schiefer.
Ich habe die Handlungen der Menschen gesehen
Ich habe die Handlungen der Menschen gesehen: auf schmalen Schultern: auf engsten Schultern wogen sie sie mit ihren Handlungen
Das leere Saugen in ihrem Kopf auf: Gesichter voller Entsargung trieben ihr Spiel mit dne unbegriffenen Dingen der Welt: es ist ein Fehler
Dem Schlürfen der Wellen am Land keine Absicht einzugestehen: es ist ein Fehler
Dieses Saugen am Land: in der Beharrlichkeit des Ozeans auch nur eine Spur von Menschentum erkennen zu wollen und doch: selbst die lauen Muscheln die du schlürfst haben mehr Rückgrat als du in deiner überhobenen ungezwungenen Entsagung am Rand von Sturm und halb noch Mensch und halb schon
Vampir: zeige mir einen guten Menschen und ich werde die Menschen nicht mehr kennen mit ihrem entsargenden Lachen
Ihrem unfruchtbaren
Ihrem wirbellosen Kuss: die verschlossensten Wesen
Die gegen aussen verschlossensten Wesen habe ich anstürmen gesehen gegen die offenen Türen der Vergebung: die Türstöcke selbst einreissen habe ich sie gesehen: mit kunstfertiger Geschwindigkeit und sich steigender Leidenschaft die blanken Gedanken an eine Schöpfung
An eine Vollendung in der Schöpfung mit Flüchen und Anathemen belegen
Denen jeglicher Weltensinn fehlte: hier in meiner eigenen Entsargung: in meiner eigenen
Unfruchtbaren Betrachtung der wirbellosen Wellen und im Flug der Möwen über den in der Bucht ausgelegten Fischernetzen: erfüllt mich bis zum schmalen Rand
Bis zum engsten Rand meines salamandrischen Wesens der Salmiakgeruch von Vorsehung und Abwendung: ich entsage
Ich entsage der Bosheit gegen die Menschheit: der Bosheit aus Armut Ertüchtigung und Demütigung
Nicht: ich trage auf meiner Stirn das Mal der wiederkehrenden Verhaftung: des anklebenden Ansturms gegen die Landmasse
Der Verschmelzung mit dem Subjekt: Einschluss in dem und mit dem Subjekt: die Wände meiner Hütte rücken zusammen wie der Körper einer Muschel beim ersten Tropfen Zitrone zusammenzuckt: selbst die Dielenbretter heben ihre viel geschlagenen und getretenen Stirnen mir entgegen und pressen sich hart wie das Herz des Menschen ans Gesicht: ein Kuss bitte
Man stirbt für weniger: ein Kuss.
Chotto matte!
Chotto matte: von den versumpften verlassenen Landstrassen auf die Enge des Marktes hinaustretend: ohne Gesellschaft
Keine Inspiration: wie die unregelmässigen Häupter der Wellen am Biwa kommen die ächzenden jaulenden Gesichter der Bauern auf mich zu: auch ein Samurai lässt seinen bärtigen Abscheu durch die Menge laufen: auslaufen und trägt
Eine Erheiterung zur Schau: du verfestigst dich und schwankst doch wie eine Feder die ein Gott angeblasen hat: oh dieser saure Zwiebelatem: ein anstürmendes Gefühl von Vergeblichkeit oder Vergebung: Nicht-allein und
Allein harrst du der Dinge nicht anders als der stumpfe feuchte Blick des Schweins im Gatter
Die erdige Schnauze der Erde zugekehrt in leisem Wiegen und Warten
Ein leises Schauern wellt seine schabige Haut: Chotto matte: die Kinder umringen dich mit ihren tiefschwarzen Mäulern und zerren am schäbigen Tuch deiner Schürze: nicht anders als die Wolken aus dem Westen mit ihrer Schieferfarbe
Und die trübgrünen Schatten in ihren Augen spornen dich zu einem Gesichtsausdruck an: als komme ganz oben auf der Stirn des Berges ein einzelner Fels ins Rollen: du fühlst den Knall in deinem Sternum
Als du fällst und sitzt: ja sitzen kannst du: hast du geübt: und die Dorflümmel setzen sich mit dir in den knöcheltiefen lauen Schlamm: ihre trübgrünen trügerisch zärtlichen Augen spannen Stricke von der Dicke eines Ochsenhorns in deinen frontalen Kortex: der wie du merkst
Schwamm geworden wäre: durchlässig wie der Sand am Strand: die abwehrend wedelnden Blätter der Eschen im Rücken des Hüttchens: Sickergrund: doch hebst du den Blick wie eine Erwachte: Obasan
Bitte erzähle uns vom Krieg: Chotto matte: ich bin doch noch nicht hier: die lärmende Brut streichelt meine Knie die ich heftig wieder zudecke und wird still: ohne Gesellschaft
Keine Inspiration: die Wellen sind gut für die Einsamkeit
Die Berge sind gut für die Demut
Papier und Tusche sind gut für die Übung: und hörst du den Regenpfeifer rufen und den Kranich klappern
Weisst du wohl um die Unbeginne
Um die Aberenden von nicht-wesenden Wesen: weisst du wohl um dieses Aufatmen des schwarzen schwarzen
Weltalls in diesen Kinderstirnen
In den aufgereckten Knorpeln ihrer Nasen
Die sie zu dir recken wie die Kletten ihre Knöpfe an deine Knie legen
In den entzündeten Schleimhäuten
In den fast silbernen Blasen ihrer Wangen: Chotto matte: weisst du wohl um ihre Erdhaftung und fühlst den Dreck an deinen Knöcheln erkalten und trocknen
Und blickst über die grob gemusterte Fläche Selbst-Sein hinweg: beruhigt euch doch
Ich will erst von euch hören
Wer ihr seid.
Mit gefurchten Stirnen
Mit gefurchten Stirnen schlägt das Wasser auf das Land ein: ausdauernd streitet es an
Gegen diesen beklemmenden Unterschied der durch keine Entscheidung aufgehoben werden zu können scheint: womit ist der denn zu vergleichen: und die Berge stemmen ihre Buckel mitsamt ihren Nebelyukatas dem Himmel entgegen
Obwohl oder weil
Schon Teil davon: und in meinen silbernen Tränen
Die noch und nicht mehr zu meinen Augen: zu meinem Körper gehören: die vom steilen atemraubenden Wind
Gegen den ich mich am Ufer stemmen muss
Ausgetrieben werden als handelte es sich dabei um eine Form von Nektar
Die ihn nährt: in diesen Springbrunnen meiner Anwesenheit will ich erreichen will ich verankern
Noch einmal: im Angesicht der tobenden Wellen und im Gesichtsfeld dieser wieder blanken Berge im Osten
Mein Geschlecht: über meine Brüste und über meinen spitzen Bauch sollen sie rollen unaufgeleckt rollen in meinen Schoss
Als könnten sie dort das Unheil eines Kindes für diese Welt anrichten: anrichten
Ja: so steigt mir der Geruch dieser handtellergrossen Füsschen herauf
Ein wenig Erde und ein wenig Staub und ein wenig zuckriger Essig
Die kalt und von der Morgensonne vergoldet sich mir in die Nase bohrten
Bevor ich mich abwandte von ihnen: einen Unterschied machte zwischen meinem Gesicht und ihren leise zuckenden Regungen: Zeichen: das Kind war wie ein Pendel in meinem Bett
Ein beklemmend herandrängendes Zeitmass
Mit grossem Ausschlag und Träumen wie der weittragende Klang einer Tsurigane: bereut bereut bereut: aus ihren Gesichtchen die Verzweiflung über die fortgesetzte Ausweglosigkeit von Traum und Wahrnehmung und mit siedendem Weinen an meine Brust gestürzt: als könnten sie den Richterstab von Emma-o zum Schmelzen bringen dort unter der Erde im Westen: als könnten sie die Bienen herauslocken aus ihren Rüschen: als könnten sie
Die Berge versanden lassen und die Wellen verdorren: alles aus meinem Schoss
Den meine silbernen Tränen niemals mehr erreichen werden hier in der Einsamkeit angesichts der Zornesstirnen der Wellen und der Unzugänglichkeit der Bergpfade nach Schneefall: und ich rufe in die anschwellende Sturmstille meinen Namen: in die anschwellende weisse Brust des Sturms: Nicht-Mann mehr
Nicht-Frau mehr: in meiner Nase kitzelt der Geruch der Füsse meines Kindes: selbst die Bienen sind nie allein in ihren Rüschen: womit ist mein Geschlecht nur zu vergleichen…
Der grabende Mogera wagura
Der grabende Mogera wagura
Der hüpfende Mejiro
Das fliessende Sandkorn
Der nicht-eine Tropfen
Der nachgiebige Schiefer
Die erstorbenen Nerven im Bananenblatt über deinem Kopf
Der taumelnde Hyakusho auf dem Heimweg aus der Spelunke im Morgengrauen
Der fallende Schwan: sind Mu: gehören sich selbst: die anschlagenden Hunde und die Abgesandten des Kaiserhofs: die gewundene feuchte Mamushi: wie festgebunden
Auf den Bogen
Auf die Speichen des Raumes und die schiefen Latten der Zeit: du verkleidest es mit deinen Obs und deinen Als-obs: selbst die leergepickte Eibe und die baren Eschen sind nicht eins: Hebung ist
Senkung und Atmen ist Ertrinken und Reiskörner auf der Zunge
Gehören sich selbst: nicht eines davon ist nicht auch das Gegenteil und du kämmst dir die wenigen silbernen Haare aus dem Nacken und bindest sie im Scheitel zu einer schilfdünnen und schilfbrüchigen wippenden Rute zusammen: wippend wie der Vogel auf dem Ast und deine Gedanken auf deinen Lippen und im Garten keift der Wind in den Kräutern und im Wacholder: ist auch der Wind
Nicht-ein: ist Mu wie ein Ochse in seinem bedächtigen Raufen im Stall: der fallende Schwan
Der blinde Mogera wagura
Der ungetrennte Tropfen
Die gefaltete Stirn
Die schrundigen Felsen
Der verklumpte Schnee
Die umgekippte Schale des Mondes
Der rasende Okoto auf der Ginza
Die rohe rollende Macht eines Brechers
Das aufgeteilte und aufgeteilte Sandkorn: sind Mu: gehören
Nicht sich selbst: zerstören den Lauf der Zeit mit ihrer Anwesenheit
Höhlen die Möglichkeiten aus wie meine leckenden Lippen die Wörter dieser Sprache
Die erst wie ein Inoshishi
Auf dich zustürmt um dich von den Füssen zu holen
Auf die du zählen konntest bisher
Und dann wie die Kamelie voller Spatzen sich in Verspottung übt: sind Mu: du kannst sie zählen wie deine himmelnahen Füsse
Wie der Dreck unter deinen Nägeln und die Schwärze deiner Zähne und Gedanken: gehören
Sich selbst: unbeziffert und unbeschriftet im rauschenden Raum
Im ruckenden Zeitmass
Das nicht stockt und nicht fliesst: das keinen Weg zurücklegt wie der fallende Schwan durch die atembare süsse Luft oder der Mogera wagura durch die rieselnde flüsternde luftraubende bittere Erde: und als ob der Ochse bedächtig raufte an seiner Krippe und die Vögel in der Luft nicht den Halt verlören
Bellst du durch den Raum mit deinem wunden Rachen: gehörst nicht
Sich selbst und bewegst dich doch nur aus eigener Kraft in deinem Morgenkreis im Garten: auch der Garten ist nicht-eins: Mu.
Es gibt nie einen Hund
Es gibt nie einen Hund der bellt
Und doch bellt immer einer
Wenn du nachts vor die Hütte trittst: weder Mensch noch Hund
Weder Haus noch Hilfe
Und doch bellt ein Hund in das seidene Schweigen der Nacht hinaus
In den Bergen im Osten wie Augen brennen Feuer und du
Kurzatmig und barfüssig in deinen Garten gelaufen: blinder
Blanker Mensch
Allein wie eine zu weit gerollte Murmel
Stolperst in die Dornenbüsche und zerreisst dir die Hakama: stehst lange und lauschend im Scherenschnitt der Nacht: es gibt nie einen Hund der bellt
Vielleicht ist es der Atem der Nacht: und doch bellt immer ein Hund
Den eine Ratte gebissen hat: in deinem Kopf haben bereits die Murmeln mit schwerem Kugelgepolter über die Planken des Schifferstegs zu rollen begonnen und verschwinden mit einem gierigen Klatschen da drüben im See: du denkst an die Stoff-Falten über den schlafenden Kindern
Und an den einen Freund
Plötzlich wie der schrei eines Hundes den es nicht geben kann
Der am andern Ende des Landes seine Stirne beugt in die Hände oder in das Kissen drückt: du bist ein Wels
Langsam unter den aufgeregten Furchen der Wellen hindurch gleitend
Den silbernen Staub
Da ist endlich auch der Mensch mit seinem Himmelsrasen
Den silbernen Staub des Grundes aufwirbelnd: niemand sieht ihn
Niemand hört ihn
Und du hörst die Murmelgedanken der Wellen über dir wie die Winde in den Hinoki-Kiefern und das aufgeregte Tuscheln der Eschen in deinem Rücken
Aber der Hund schweigt wie eine Muschel die deinen Fingernägeln widerstrebt: du siehst im Mondweg des Wassers das Gesicht deines einen Freundes
Abgekehrt wie das Geknäuel eines vom Sturm ausgerissenen Wacholders am Berghang: zu viel Fels und Kies und zu
wenig
Wirkliche Erde und wankst mit blanken blinden Schritten zurück zu deiner Hütte: die Talgkerze russt dir ins Gesicht wie eine fremde Sprache
Immer gibt es einen Hund der bellt
Und doch bellt nie einer
Wenn es darauf ankommt
Und lange liegst du wach und kratzt dich an unmöglichen Stellen mit den leisen Geräuschen eines Hundes
Der in seinem Fell nach den Zecken schnappt
Die ihn geweckt haben.
