Zwei Stätten

Herr Heinz kommt nicht mehr aus dem Fürchten hinaus.
Er steht im Hof und friert zum Fürchten.
Da steht sein Haus.
Es besteht seit 30 Jahren.
An vielen Ecken die Schmauchspuren seiner Versuche
Seiner Selbstversuche. In vielen Winkeln
Muttermale vom Aufschrecken
Aus den vielen Winkeln. Die Nomadenvölker seiner Kerzenverbündeten.
Die heimische Unwirtlichkeit auf der einen Seite und drüben
Dieses Unglück eines Turms
Aufgerichtet in 3 Jahren
Gegen jede Vernunft.
Wohnen ist das nicht. Auch dort wie Granatapfelkerne
Die Wachstropfen. Oben das offene Feuer unter den Sternen.
Das Sturmgewehr und die Schiessscharte gegen die Wildcamper.
In abortgrossen Kammern die silbrig getrockneten Speichelfäden
Und der Geruch von Wiedergekäutem
Das wiedergekaut wurde. Herr Heinz steht und wartet.
Es schneit noch nicht. Alles ist wie Herr Heinz weiss.
Er hat noch eine Schaufel in der Hand.
Im Stehen stolpert er über eine Spitzhacke.
Seine Gedanken sind Wollpullover
Die im Rücken über der Schulter festhängen.
Eine Krähe setzt sich auf einen der Erdhügel im Hof
Ein Komma. Die Furcht ist zum Unterscheiden da
Die Kälte für die Schlafenden. Herr Heinz ist noch nicht
So weit. Die beiden Gebäude
Sind schon verlassen. Keine Stätte für einen Menschen
Wie ihn. Aus der Brusttasche seines schweren Mantels steigt
Von seiner Körperwärme der Terpentingeruch des Briefs herauf.
Herr Heinz kann sich nicht entscheiden
Was er mehr liebt: frieren oder fürchten.
Vom Hof aus kann er die Stümpfe der Allee zählen.
Auch eine Reihe von Entscheidungen
Für die Vergebung fehlt. Herr Heinz kommt nicht mehr
Zu seinen Stätten. Bevor er einschläft sieht er
Rundumkennleuchten unten im Tal.

Image by Alan Frijns from Pixabay.

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