Nach diesem einen Bissen Brot,
nach diesem einen Schlucke Wein,
da schwindet dir die Zeit,
da brennt dir das Land:
die Schatten lösen sich von den Dingen,
und was du noch zu tun vermagst, kennt keine Dauer.
Du siehst die Spuren der Wüstenmäuse bis an die Furten,
du siehst die Kreise der Geier im Himmel wie Schriftzeichen, vorwärtsgeschrieben.
Dein Herz ist wie eine Lücke in der Zeit,
eine Bresche in der Mauer deines Verstehens,
und die singenden und pfeifenden Ängste deines Kindesalters fahren hindurch mit dem Flügelschlag von Jonas Wurm,
und die letzten Disteln am Rande deines Sichtfeldes zerreissen deine sausenden Gewissheiten:
nach diesem einen Bissen Brot,
nach diesem einen Schlucke Wein,
als dir bereits die Pfähle Gibeas wie väterliche Warnungen entgegenkommen,
und die Zeit ist wie der Schlick eines ausgeleerten Sees,
und das Land ist wie ein Feuerspiegel,
wendest du dein Kinn von Kotze befleckt zur Seite,
verdrehst deinen Hals derart,
dass deine Kehle ins Stocken kommt,
deine Arme beginnen hilflos zu flattern wie das Huhn zwischen den Zähnen des Fuchses,
die drei Menschen sind wie die drei Scherben eines Menschen,
das ausgefaltete Land, das eben noch wie die Stirn deiner vergessenen Mutter war,
ist wie die Kehle eines Geiers auf deiner Brust,
und du siehst metallene Gestalten aus den Wüsten und Savannen aufsteigen,
und du hörst das Säuseln des Windes über Nicht-mehr-Sand,
das Rascheln von Dingen wie von Knochen, die nimmer zerfallen,
sie haben die Farben von Noahs Himmelsbogen,
du riechst das Öl der Wüste auf der Haut der Säuglinge Benjamins,
du schmeckst die verkohlte Kruste auf dem Herzfleisch deines Gottes,
und schmierig umfasst deine rechte Hand einen Stab nicht-mehr-aus-Holz:
da steht der alte Mann über leuchtenden Tischen und flackernden Wänden.
