Über mir tanzt das lichte Laub, Kühl ist es im gefleckten Schatten. Langsam dreh ich die grosse Frucht In meinen Händen: schön zu halten Ist sie, die Haut ist rosig wächsern, Riecht wie die Haut von kleinen Kindern.
Lange schon halt ich sie und wiege Ab ihr Gewicht für mein eignes Leben: Umbrüllt vom Lärm des Stadt-Verkehrs (Kaschdi sam pa sibia): Von was werd’ ich Morgen denn leben? Heute muss sie Genügen. Gleiche dem Gras, das morgens
Wächst, und am Morgen blüht es auf, Wächst schnell empor, am Abend schon ist’s Dürr und verwelkt. Ich stech hinein In den orangen Globus, Saft schiesst raus, Fast bis ins Aug, in meinen Händen Klebriges Blut der Frucht, Tränen
Tropfen herunter, heiss und brennend, Mitten im Lärm und umhüpft von Spatzen, Säure süsst meine Lippen, schmatzend Schlinge ich schnell, ich schlucke gierig, Denk an die Kinder, die ich verlassen, Mildigkeit über uns, und unsrer
Das Innenfutter der Generäle ist das Kichern eines gekitzelten Kindes Nach wenigen Sekunden hat es keine Kraft zur Gegenwehr mehr Ist eine zuckende Fliege oder ein zuckendes Würmchen Das überm Schatten der Fische dahinfliegt Und die Fische trauen sich aus dem Schatten
Das Innenfutter des Bauern ist der nächste Tag Der sich im Osten kräuselt mit Graupel und frühem Frost Der immer ein unversprochener ist Aber immer ein ausgleichender Wenn auch nicht im Sinne von Erwartungen
Das Innenfutter der Mütter ist die Völlerei ihrer Kinder Ach diese ersten Klammerer Gelb und runzlig werden Gesicht und Brust Der unstillbare Durst und der unstillbare Hunger Auf einen Menschen geworfen
Das Innenfutter der Landstreicher sind die ersten warmen Tage und die letzten warmen Tage Wenn der Frost nicht mehr und noch nicht droht in den härenen Nächten Wenn die Mücken noch nicht steigen und geigen Wenn die Bauern erschöpft vom Winzer Zuversicht und getröstet von Ernte Vertrauen fassen Wenn die Wege sich ins Fett von Blüte und Frucht zu schneiden beginnen
Das Innenfutter der Poeten ist die erträumte Einsiedelei Unweit der Ockerhöhlen von Gongyi Im klebrigen schweifenden Nebel eines luftigen Hügels In einem gut gedeckten aber wandlosen Hüttchen In durchtränkten Kleidern über das leicht reissende Papier gebeugt
Das Innenfutter der Söhne ist der erstickende väterliche Verrat Wenn die Taten nicht den Talenten folgen Wenn die Bärte niemals spriessen werden Wenn das Haus verlassen liegt Denn ein Vater fürchtet seinen Sohn
Das Innenfutter der Nebenfrauen ist das Flüstern der Mägde überm neuen Bauch beim Ankleiden Die Übelkeit und die Schwere einer Fröhlichkeit vor Honoratioren Das Verbeugen vor den Gästen eines Banketts Das flüsternde Klammern des Fürsten erlöst nicht Und im knisternden Schatten lauern die Ermahnungen der Mütter und die Vorwürfe der Väter
Das Innenfutter der Töchter sind die lachenden Geschichtenschritte der Väter Denn auf Erzählmirdochwas kommt immer was Und die Lücken des Schweigens sind Lichtungen des Beginnens In denen Verhärmtes und Entferntes aufquillt Schatten für das Licht ihres Lebens
Das Innenfutter der Flüchtenden ist der Schnee auf Pässen und der Ruf der stolpernden Gendarmen Das seelenlose wärmende Holz der Abwege Das hungernde Warten in Schneewehen und hinter Holzstöcken Der rosa Schein einer fernen Stadt Der letzte Schritt deines Freundes an deiner Seite
Das Innenfutter des Königs ist die welke Brust seiner Schwiegermutter Die mit leisem Singen ihm den Schlaf bereitet Der ihm angesichts ihrer Tochter fehlt Das Reich ein vom Ärmel dieser Tochter fast blankgefegtes Spielbrett Auf dem am Rand die pergamentenen Einflüsterer huschen
Das Innenfutter von Frieden-Immerdar ist das weit entfernte Donnern von Hufen Das Kreischen verlassener Frauen und Kinder Das Rumoren des Windes in den Ruinen der Dörfer und in den Worten der Ältesten Das Röcheln der Verwundeten und das Wimmern von Versen In den letzten Tagen vor dem Anfang einer neuen Neuen Ära.