Vorzeitig muss ich dich beweinen,
ein guter Mensch am falschen Ort,
der am Wort würgte wie Welpen,
vorzeitig ist deine Zeit erloschen wie das Morgenrot,
ein Unwürdiger, der einherschritt unter Steifhalsigen,
unter Nackenstarren wandtest du den Blick im Tanz und in der Blösse auf das niedere Wort,
da rissen die Feinde die Mäuler auf wie brüllende Löwen,
liessen dir nicht einmal den Trauerschurz,
da kauertest du im Rot mit den Abgerissenen, den Hysterischen, den Ledrig-Ärmsten,
fingest dich in ihren Worten,
fielest in ihre Gnade,
die von jenen, die ihre Fehler für gerechtfertigt halten, Ungnade geheissen wird,
von jenen, die ihr Gelingen an das hohe Wort hängen, aber nicht einmal über das niedere Wort hinauskommen,
vorzeitig willst du dich verabschieden,
umstellt von Bitterkeit und Qual,
zertreten wie die Trauben in der Kelter sind deine Taten vor der Zeit,
schon als du hinter den Ochsen hervorgezerrt wurdest, mein Bruder,
war dein Gesicht spitz wie das eines Vogels im Netz der Heiligen,
da begannst du dein Stottern und Kauen auf Kies,
dein Zähneknirschen über einer Aufgabe vor einem Volk,
das hinlänglich weiss und hinländlich tut,
als sei das Wort ein Hobel oder ein Hebel,
und mancher wollte es zupfen wie eine Zither,
und die greisen Häher des Landes waren vorzeitig in ihren Traumbärten versunken,
in denen das Opfermark sich mit dem Salböl und dem eingetrockneten Wein paarte,
da waren sie wie Geier über den Müllhalden draussen vor den Toren,
vorzeitig krächzten sie von deinen Vergehen,
von deinen verlaufenen Mühen stimmten sie Spottlieder an,
denn du bist anders als die Worte, die sie für das Wort gehalten haben,
ein guter Mensch zur falschen Zeit,
und die Unwendigen, die Zugedeckten, die ihre Mäuler aufreissen wie Trauerkleider,
wandten sich vorzeitig von dir ab,
ein Festmahl machten sie aus deinen gelenkigen Stümmelworten,
mit diesen unverborgenen und unverbogenen Worten,
es tobt und brennt in meinen Eingeweiden,
zu früh werf ich mich in den Staub.
