Im Grunde von Hass

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Nicht ganz braun und nicht ganz schwarz
Aber sonst gibt es keine Töne
Noch nicht ganz eingetrocknet und noch nicht ganz verdunstet
Vor dem Zerbrechen gibt es keinen Klang
Weder Zähneknirschen noch Lobgesang
Und doch dreht im Kreis ein gestrichenes Zeichen wie ein gebrochener Laut
Ein entwurzelter Buchstabe
Im Grunde von Hass
Ein fundiertes Gefühl aufgetragen mit einem Pinselstrich
Seine körnige Spur im Gesicht und im Ruf
Der unterm Lack noch vollzieht
Nach sich zieht
Was in der Freude sich auflöste
Ein Satz von ungespielter Drohung
Da unten und da drüben
weder roh noch verarbeitet
ein Jordan eine Saane ein Rhein
nasses Kartonschild und krustige Grenze
ausgeleckte Stimmung und salzige Zukunft
Im Grunde von Hass
Mit einem Räuspern daran kratzen
Mit einem ungeschönten Kinderzeichnungswillen anstehen
An der harten Grenze und einfahren
In den Tunnelblick
Den Kreis eckiger machen
Das Alphabet wieder zu Geissen und Hirtenstäben
Stummfilm-Kufiyya
Im Grunde von Hass
Dort unten und dort drinnen
Ungetönt und mit gespickter Zunge
Noch nicht ganz hohler Zahn der Zeit noch nicht ganz abgewetzt und auch nicht
Scherbengericht und artengerecht angestimmte Reinigung
Nicht ganz schwarz und nicht ganz weiss
Weder gezeichnet noch belassen
Nicht unbedroht noch sicher
Der Wolf und das Schaf
Der Löwe und das Rind
Aber noch undeutlich zu erkennen
Im Grunde von Hass.