
Die Geier kreisen wieder,
sie versammeln sich an den Opfertöpfen,
sie rotten sich zusammen über den Müllgruben,
in meinen Sehgruben hat sich genügend Licht angesammelt für deine Dunkelheit,
ich werde nicht leicht geblendet,
ich ziehe bald weiter,
ich lasse meine Nickhaut über dich fallen,
ich sehe die Ratten übers Gebirge fluten,
mit leeren Fängen wende ich mich südwärts. SELA
Ich habe alles gesehen,
ich habe den Schatten gesehen,
der aus dem Licht fällt,
bevor der Augenblick vorüberschnellt,
ich kenne den Ursprung von Licht und Ruhe,
ich weiss um die Anfänge der Mühen,
ich sehe die Schatten im Weiss,
die weissen Flecken im Schatten,
ich kenne die Ideen,
die sich aus dem Nest werfen,
ich sehe dich irren,
im Auge noch den Tod. SELA
Die Geier kreisen schon,
die Schakale streichen wimmernd um die Füsse der Berge,
die Wölfe kommen von den Höhen Moabs herunter,
die Strausse stehen plötzlich in den Toren,
vom Westen kommen die hellhäutigen Kolonisatoren,
vom Osten kommt das Rasen der Reiterscharen,
ich ziehe weiter,
meine Weile habe ich aufgebraucht,
meine Fänge fassen keinen Streit der Menschen,
wo Tote liegen, stelle ich auch mich ein,
trage meinem einen Jungen Mark und Darm herbei,
auf dass es stark werde für den Himmel,
unter dem die Geschöpfe leben. SELA
Ich habe alles gesehen,
ich habe den Schatten gesehen,
der aus dem Licht fällt,
bevor der Augenblick vorüberschnellt,
ich kenne den Ursprung von Licht und Ruhe,
ich weiss um die Anfänge der Mühen,
ich sehe die Schatten im Weiss,
die hellen Flecken im Schatten,
ich kenne die Ideen,
die sich aus dem Nest werfen,
ich kenne die Einsamkeit auf weiter Flur,
sie lässt dich heiser rufen,
die Wege derer, die über die Erde beineln, denkst du zu lenken,
doch wer hört schon deinen Gesang? SELA
So singt der Adler und zieht gen Süden.
(Das Bild verdanke ich Rethinktwice.)

