
Bevor es dir geschieht
Kannst du nichts begreifen.
Und dann wird dir die Zeit nicht reichen.
Die Zeit war dein Feind.
Du stauntest nicht darüber
Wie du immer anranntest.
Du kamst zu spät zum Frauenarzt
Sie war schon im Ultraschall.
Du setzt dich ins Kalklicht des Wartesaals.
Auch bei der Geburt würde dir die Gala die Treue halten.
Langsam trocknete der Schweiss.
Er roch süss nach Kohlestaub.
Da seid ihr auf der Strasse.
Mitten im Steinkalmar der Stadt.
Die Häuser äugen aus ihren Schusslöchern.
Sie redet nicht und heult undeutlich.
Sie geht langsam. Ihre Hand fehlt dir jetzt.
Die hätte dich getröstet.
«Warst du schon einmal ausser dir?»
Davon hast du keine Ahnung.
An einer Mauer schürfst du dir den Handknöchel.
Einmal ist sie eine Mauer
Trocken und hart und dann ist sie
Weich und warm und zieht an deinem Glied.
Die Zeit ist nicht dein Feind.
Du rennst gegen die Sicherheit an.
Davon begreifst du nichts.
Du dachtest ein wenig an die Prinzessin Caroline von Monaco.
Und an ihren Prügelprinzen. Ihre Hand lag auf deinem Bauch.
«Ich brauche dich hier und jetzt,» sagt sie.
