Gezellig

Ein Entwurf schiesst über mein Herz hinweg
Weit entfernt von einem Regenbogen
Mit einer Vielzahl von entrungenen langen
Rochaden und Samenpflegen – Samenflügen –
Ein Entwurf von einer entstellten Lade
Einer geprellten Nabe: ein Angesicht von unentzählten
Merkbereichen und nicht wahrgenommenen
Rachenlauten: bisher war ich
Traubenhaft in den gähnenden Zahnrädern verankert
Die leise und langsam sich ihr Soll erquälten
Die Brüste unzweckmässig vorgestreckt
Die Schwänze mit Haftzwecken festgesteckt
Doch ein Exkurs in die vielfarbigen tauenden Lande der Bemerkungen
Halb Erker halb Kerker
Scheiterbeigen der Mutmassungen
Hat mich die kalte Progression gekostet
Die ich mir aufgehoben hatte für den Moment
Da mein aufgefälltes Herz mitten im Winter
Weit entfernt vom Regenbogen
Mit einer Vielzahl von Zentren und Mantren zusammenfallend
Den einen Ton von sich zu geben beginnt
Den ich immer schon befürchtet habe:
Das ungesteuerte Lockern des Schlafes.

Abnahme von Satteltagen

Das verbissene Gesicht von Satteltagen
Aufgebracht von der Herstellung einer hysterischen Herrischkeit
In den Senkel gestellt von der naturlosen Nützlichkeit:
Auch es ein es
Ein Murmansk aus Kompatibilität und konstruierter Kalkulabilität
Abgefangen im Zahnreiz jener Stelle
Wo debilitierend die Erfahrungen überritten haben
Das leise Singen einer Kerze
Das verzischende Zischen eines aufgelassenen Traums:
Es klappt nicht mit der Metropole der Lust
Es funktioniert nicht mit der Kompatibilität von Teilen
Denn jemand hat die Summe schon aufgeworfen wie Bilanzen
Wie ein Habensollen in hektischer Entschlossenheit
Wie ein Trümmerfeld näherer Erwartungen oder
Eine Wunde an der Kehle
Und der Schaum vor dem Mund
Ein Erlachen aus Auf-die-Zähne-beissen
Und aus Parforceritten
Vermittelt nur allmählich und rückwändig einen Eindruck davon
Was gesagt wurde angesichts einer Entfernung
Die erst aus ungeschrittenen Zusagen bestand und dann
Die Tage abnehmen von der ungetragenen Order
Die in ihrer Unbeteiligtheit in den Morgen schnaubte.

Auflösung 3

Angezecktes Nagerhirn
Unterwegs im Klein-Klein
Mit Erdbeeraugen auf Profittour
Den spärlichen ausgewaschenen Pelz laust es
Dem Nächsten hinter den Marktständen
Wo die Katzen sich sonnen
Das Nierenleiden kurieren
Die Koliken: das nachwachsende Gebiss ist gesetzt
Kein Kriterium mehr:
Hinter den Ohren und am Walfischbauch sitzen die Sprösslinge
Und saugen noch ein letztes Mal von dem guten Blut
Das keine Erinnerungen mehr trägt von Göbekli Tepe oder Gunung Padang:
Im Overdrive vom Klein zu Klein –
Noch einmal sich festbeissen mit Pilzen in den Augen und Myzelien an den Beinen
Noch einmal auf dem Präsentierteller die grosse Erzählung verzecken mit
Weit aufgerissenen Augen
Laufender Nase
Zähnefletschen
Und in den Stein hauen
Für die nächsten Nagerhirne:
Wo sind die Vögel hin
Wo die Erzwespen –
Und im Scheinwerferlicht noch einmal die Nackenstarre spielen lassen

Aus dem Schweigen herunter

Nicht die tausend Ankünfte eines Sperbers
Noch die langsam erhobenen Krämerauskünfte –
Angekommen für das Reissen eines grösseren Geheimnisses in der Wunde Mensch
Diesem geborgten Schweigen auf der Krete einer paarungsbereiten Kröte
Ausgesprochen aus dem flachen Herzen eines umlufteten Steins
Dem das taubengraue innere Gefieder in der Stille schmelzenden Eises aufblüht
Aus dem Mangel an Zierde im denkenden Herzen: ausgeteilt
Mit klingender Münze und dem nötigen Plätzchen
Dem nötigen Rädchen
Das wie die lappende Zunge eines Kindersommers
Den Stürzen widerspricht
In denen doch das Schweigen geborgen
Gesammelt ist: nicht das fette Dutzend von langsam aufsteigenden
Warenströmen noch die zögernden Augenblitze über den Schründen –
Aber die kostbaren Brauen
Diese Floskeln wider die Sonne
Aber die spitzen Schreie
Diese Wälle gegen Gurren und Quarren.

Keine Klärung

Klarnamen happen nach Sachen
Die von wortwörtlicher Direktheit geprägt sind
Nach jenen Momenten im Leben eines Zustands
Der sich fast Person zu nennen imstande ist
Da die ausgelösten Angelegenheiten wie rücksichtslose Memoriale oder übriggelassene Sänften
Noch im Zugwind des Vorfallens und Verschellens und noch nicht im Flussarm der Abgebrühtheit liegen
Wo es weich und friedfertig nach Katzengras riecht
Da die Loswürfe über Entscheide
Die Personenleben betreffen
Noch warten auf die Fallstricke frisch erschlossenen Faustrechtes
So happen die Klarnamen nach Sachen
Die weder dem Spieltrieb des Raums noch der Unlust der Zeit unterliegen
Noch jenen tobenden Instanzen von Verfremdung
Wenn selbst Wirkliches von seiner schieren Blindheit überzeugt ist
Die allen Definitionen vergessen denn Erwartungen widerspricht
Nach jenen Popanzen
Die wie Tiere zu reden und handeln beginnen
In unseren Seiten sich ausbeulen wie Tumore mit einem verbrieften Recht auf Lebensechtheit
Um zu verdeutlichen
Welcher Klärung du nicht bedarfst.

Versuch in Tribschenblau

Du mit deinem Meissner Remis-Gesicht
Ich mit meiner hochkantigen Zinne und meiner Wut
Die nicht tribschenblau ist
In barhäuptiger Entfernung
Lauschstation und Rauschstation
Und die wachsenden
Kriechend anwachsenden Bedürfnisse nach Entnahung:
An jedem deiner Schatten ein Faden bis in die Wurzeln meiner Fingerbeeren
Die leise in der Wärme deiner Hand pochen wie das tribschenblaue Gletscherinnen
Und die Seevögel bilden Arkaden
Schmutziggraue Bögen wie die Sohlen einer Walkyrie
Und wenn du sangst
Wurde meine Mühle ausgehoben
Und ihre Winde und Puffs ausgehebelt
In eine tribschenblaue Grube für Kühlelemente
Wo das Wigeleweia ächzend auspolterte
Hinter den Schaummasken von Raddampfern
Und den Gebissen von mondartigen Ebenen
Die wie Muskeln die Bedarfsanlagen umspannen
In die meine durchstossene barfüssige Wut eingelassen ist wie das Leuchthaar eines Pharaos
Und von wo in der Entfernung ein tribschenblauer Schatten
Fast wie eine Insel oder ein verblasstes und durchschossenes Verkehrsschild zu sehen ist.

Unwegsames Gedicht

Die Stiefelmeilen im unwegsamen
Leise seufzenden Mark der ersten
Unverzeihlich hingezogenen Blicke
Das im Hirn sich ausbreitende Rouge wie eine Zunge am Ohr
Die getrübte Nahsicht und die hoch aufgeschossene
Gleissende Fernsicht:
Mit dem blinkenden Gehorsam bricht der Mut in dir aus
Vielarmig und mit dieser dir allzu bekannten Zielstrebigkeit
Die nur ein Ziel kennt: den Verlust
Und dein aufgebrachtes Herz
Unter den billigen Griffen eines Fachmanns
Unter dem Wanzen seiner einschätzenden Abschätzung
Übt sich in den verklingenden Zuckungen einer Futtermethode
Dort oben auf dem Gestänge
Immer auch im Glauben an die Mästung
Während das silbern glänzende Blut zwischen deinen Zehen gluckert
Denn bereits hast du
Voreilig wie immer
Den zurückgelegten Weg vergessen
Und das schabende Geräusch am Leder deiner Entschlossenheit.

Die Behauptung der Hornhaut

Das zarte Fleisch einer Gefahrenzone
Umgewandt in die pfahlsteife Schwielenhand eines Morgens
Den du nicht erwarten konntest:
Die Sandpfoten mütterlicher Fährten im Himalaya einer tappenden Willensbekundung
Als gäbe es noch dieses eine Quäntchen Freiheit in deinem Leben:
Präzise angeordnet in den fallenden Schultern deiner ungezwirbelten
In Bälde prosperierenden Blütenstände
Aus denen kein Ruf nach dem Glauben kommt an eine Mindestanlage von Bereitschaftsgefühlen
die sich verkehren liessen in gewissere Panikattacken
verkehren liessen in die abgespannten Züge einer alten Liebe:
du begibst dich ungern
in jene abschüssigen ohrsatten Wartestände am Rande deiner Wahrnehmung
wo die Hornhaut sich noch ein wenig
noch ein letztes Mal fast sehnsüchtig behauptet.

Gedicht von den Scharten

Das Kamel am Ausgang der Schatten:
Ein herber Sockel
Körnig wie Reis
Knallende Verwahrungen wie verharschter Schnee gegen die flüsternden Versprechen von der sich weitenden Enge
Schalldurchbruch aus Ungeduld und Weile:
Eine Zornesküche im Schartentanz
Denn wir reden hier doch von der Musik
Oder zumindest von aufeinander folgenden Tönen
Wie Schläge im seichten Wasser
In die Seidentöne von Öl und Fett –
Ich weiss nicht mehr oder ich habe vergessen
Wie mir
Wer mir
Wo mir
Sich diese eine Fährte durch die sich engende Weite
Über diesen allzu nahen Buckel
Eingeprägt hat und ob es denn eine Fährte zu nennen sei
Und nicht eher eine Scharte
In deren scharlachrotem Insiegel die unsentimentalen Taten einer immer noch verfrühten
Immer noch leise wiegenden Ausweitung in die übermässig generalisierte Schattenei
Schattenöde
Schön wie gutwillige Brutalität
Rumpelnd wie Vorsätze im schmalen Aufmerksamkeitshorizont:
Dem Kamel den Ausgang bereitstellen
Bis zum unverzichtbaren
Bis zum verrenkten Gefühl von Leere
Von nahezu eisiger Wachsamkeit im singenden summenden Gefahrenumschlag.

Die Katze wischt mit ihrem Schwanz

Die Katze wischt mit ihrem Schwanz
Mit dem sie ihre Sprache in eine ausdauernde Schnürung verwandelt
Gott über den Hals und den gross geratenen Kinnrahmen
Aus dem Ihre Mandrillen-Wörter herabklingen
In den klippenhängenden Karren der Zeit
Der da hängt mitten in die Gesichter von Naivling und Weiser
Und sein Rollen und Rattern längst als überflüssig erkennen gelernt hat
Sein Hinunter- und Hinaufklettern in den Bergwerken der Seele oder einfach
In den Bücherborden der Dichter
Die ihn und seine Herrin immer wieder neu hervorgerufen haben aus dem glühenden Apfelgehäuse ihrer Menschenversagtheit
Mit ihren harten und hellen Nasen und ihren beim Singen
Kurz vor dem Wort ist es am besten zu erkennen
Wippenden Hälsen und die Katze
Die jetzt deutlich in ein Schnurrstadium hinübergehuscht ist
Zwischen den verständlichen Bleiben der Vergewaltigungsopfer und Teeniemütter (blau und flatternd) und ich sehe mein Gesicht
Aufscheinen im schwarzen Fleisch einer Frucht
Die zu meinen Füssen fault
Seit ich mich erinnern kann und meinen Worten die Würze gibt
Die mein Leben nicht hat und Gott
Mit Ihrer vagen Handschalengestalt beugt sich hinunter zu dieser einen
Zu dieser letzten Katze
Die Ihren letzten Spatzen und Ihre letzte Schabe gejagt und getötet hat
Aber nicht verschlungen und spürt die raue Zunge an Ihrem Kinnrahmen
Der wie eine Mauer aufragt in Gottes Stufengesicht
Und die Schlangenhaut im Himmel
Die Gott viel zu selten trägt
Löst sich im Mondlicht auf und rieselt wie Fischrogen oder Haarschuppen
Trocken und leicht ätzend in die hinaufgewandten Gesichter der Dichter
Die jetzt so aus der Ferne und seitlich von oben betrachtet
Mich an jene Prinzessin erinnern
An jene verkaufte Frau
Die Geschichte um Geschichte erzählte
Weil es ihr Leben galt und vermochte
In jeder Geschichte wie in einem Gedicht
Diesen kleinen Apfel wie ein Malum
Wie ein auflösender aufdringender fluch in der Drosselgrube Gottes zu bergenUnd Esau
Oder ist es wieder Ikabod
Der sich zu recht und ohne ein Wort im Herzen vergessen denn im Kehlkopf
Vordrängt um seinen murrenden Anspruch auf die Gärten in Ihren Herbstfeldern geltend zu machen und auf die Laubfeuer darin und wie ein Hut
Sich um die Kanzel Gottes windet der
Nachdem er nun auch die Katze erlöst hat in ihrem letzten hellen halb schnurrenden halb knurrenden Ruf
Sich endlich in seinem hühnerfüssigen Hüttchen über den Gotthard davon 
Stiehlt vielleicht auf der Suche nach den Bienen oder aber
Nach dem Samen eines Sennabaumes für den Garizim.