Meistens beginnt es

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Meistens beginnt es mit Sauggeräuschen
Mit einer glottalen Bewegung
Einer velaren Schärfe
Gedankenlos
Ein räusperndes Suckeln
Das weder in meinen niederen Regionen
Noch in meinen Taten Heimat finden kann
Ein Suchen nach Lauten
Atem-Bausteinen
Für jene Schlösser in der Randregion
Die mittig im klickenden Schatten
Den das von mir Erwartete wirft
Und im tropfenden Nebel dieser Nebensätze liegt
Die aus jener Narbe quellen
Die meine Taten vertiefen
Meine niederen Regionen überzieht
Nebensätze in Panik gesprochen
Weil ich sterbe weil ich sterbe weil ich sterbe
Keuchendes Weiten eines Widerstands tief
Tief verschuldet im Zulassen von Handlungen
Die zustimmen beipflichten fortsetzen
Wenn nicht verewigen
Denn das kann nur dieses gurgelnde Hochwürgen
Das meinen ganzen Körper erschüttert
Über den phlegräischen Feldern meiner Gegenwart
Um auch nur in einem Ton
Geschirre zu zerreissen
Deren Zusammenhänge wir einer Gewohnheit verdanken
Und während ich erneut meine Zungenmandel schleife
Sagt im Radio eine Frau mit schleimfreier Stimme
Ein Ende dieser Entwicklung ist derzeit nicht absehbar.

Nankinträume

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Nankinträume schwingen in meinen Zargen
Kennende Lagen von Vokalen
Hängen noch in der Luft selbst
Als die entfernteren Fang-Entladungen
Denen noch Wegscheiden oder Stegläufe zuzutrauen sind
Überkommen zu Gesetzen
(Rechtsempfinden in Momenten von schlagenden Läden ausgesetzt)
Geflechten von Narben
Geschlechtern von Erwartungen
Zu Gesetzen im gelben Erdglanz
Die hölzern ausgehängt im Anblick
Fast nunmehr
Halb aufgebäumt
Halb gedreht
In den Wellenläufen einer Suchrichtung
Auslaufen in die Schluchten von Talg und Schweiss
In denen die Seide rinnt
An denen die Kähne scheitern
Denen die himmlischen Laute aufgeladen wurden
Amulette und Siegel in Spalten geschoben
Irgendwo zwischen Macau und Kowloon
In meinen heiss gelegten Lagen von Ton und schon.

Schaum-gewährt

(Mit Dank an Enrique für das Bild.)

Eingeboren in den Schaum
Rasen-Tafel im Frühlicht
Mustert es die Leitplanken:
Das Steuergetriebe im Vorwaschgang
Die Walbeute im Ansang
Hängt es im Andrang von Hebung und Zweck
Halb Koriander halb Salamander
Im Gelege: Schaum der letzten Magen
Brückt es auf zwischen frühen Zweigen und rüden Massen
Wishful thinking in gummierten Schleusen
Und endlich im Albanquartier die steppenbreite Situation von freien Malen und Neanderthalern
Beugt sich im scheuen Zwielicht in die Halskrone voller Kaviar und Bitterorangen:
Fakt bestrichen mit den Keimen von Folgerichtigkeit und Muttwitz
Maitanz aus Wut und Wachen
Gurgelt es im Aufguss
Gurrt es im Anhang
Selbsterfüllende Barkasse in der Waschstrasse des Feiertages:
Kümmernis in Safran getaucht
Mit Formularen überhaucht
Salzgestochen und ungebrochen
Glückt es im ersten Abstrich
Der Schleimhaut entstiegen
Strickleiter aus Walbein
Masst es sich etwas wie unvergleichliche Süsse an
Mitten im ölgetränkten Leberfleck
Im zerrütteten Organismus der Tage
Ein Bittbuch mit Haarfall und Stromnot:
Mustert es die käsigen Reihen
Umspült von den gaumenharten Kieselsteinen
Die ungesehen im Kreis gedreht und gewendet
Vom einkehrenden Wirbel aus Strich und Faden
Auf Bleiche und Grossem Wagen.

Schwellenauge

(Dank an Jan-Mallander für das Bild.)

Das Auge schwillt weiss auf über dem roten Fleisch
Aus dem das gackernde Leben klang
Sprich tropische Dinge hiess es
Nichts hat mit etwas
Etwas zu tun: die Blüten der wütenden Zehrung
Das Wüten der blühenden Juckung
Unvertäute Stauung von Ehrgeiz und krossem Jochbein
Etwas hat mit nichts
Nichts zu tun
Die durchfeuchtete Daunenbude deines Mütchens
Das aufgezähnte Gurren der Tauben in der Eibe
Die drohende Klage der Katze
Der Stumpf deines Traums im bleichen Lüftchen:
Sprich von der Würze hiess es
Und etwas fiel mir ein
Mehr wie der Schaum auf dem Sud
Der mit dem Sieb abzuschöpfen ist
Nahrung für eine zitronenhäutige Zunge
Ohrung für die Muskatnuss eines Gebets
Das Lutschen am Finger hilft beim Denken an die ungeschriebenen Verse
Und das Auge im roten Fleisch
Eine erste Bitte um etwas wie unabhängiges Leben
Eine letzte Ehre für das Nichts
Aus dem du wächst:
An dem du wachst:
Dieses Nichts mit deinem Namen
Jochbeine und Knäuel von Rückenhaar und Mangel an Würze
Die Katze reisst die Tauben aus der Eibe
Hinaus in den taubengrauen Himmel
Der etwas ist wie Fleisch
Und die Tauben sind nichts wie die Daunenwände deiner rotrandigen Sumpfnächte
Sprich Nackendinge hiess es
Und mein Ellenbogen strich mit seinem gleissenden Auge über den blassen Schatten der Nase.

Gezellig

Ein Entwurf schiesst über mein Herz hinweg
Weit entfernt von einem Regenbogen
Mit einer Vielzahl von entrungenen langen
Rochaden und Samenpflegen – Samenflügen –
Ein Entwurf von einer entstellten Lade
Einer geprellten Nabe: ein Angesicht von unentzählten
Merkbereichen und nicht wahrgenommenen
Rachenlauten: bisher war ich
Traubenhaft in den gähnenden Zahnrädern verankert
Die leise und langsam sich ihr Soll erquälten
Die Brüste unzweckmässig vorgestreckt
Die Schwänze mit Haftzwecken festgesteckt
Doch ein Exkurs in die vielfarbigen tauenden Lande der Bemerkungen
Halb Erker halb Kerker
Scheiterbeigen der Mutmassungen
Hat mich die kalte Progression gekostet
Die ich mir aufgehoben hatte für den Moment
Da mein aufgefälltes Herz mitten im Winter
Weit entfernt vom Regenbogen
Mit einer Vielzahl von Zentren und Mantren zusammenfallend
Den einen Ton von sich zu geben beginnt
Den ich immer schon befürchtet habe:
Das ungesteuerte Lockern des Schlafes.

Abnahme von Satteltagen

Das verbissene Gesicht von Satteltagen
Aufgebracht von der Herstellung einer hysterischen Herrischkeit
In den Senkel gestellt von der naturlosen Nützlichkeit:
Auch es ein es
Ein Murmansk aus Kompatibilität und konstruierter Kalkulabilität
Abgefangen im Zahnreiz jener Stelle
Wo debilitierend die Erfahrungen überritten haben
Das leise Singen einer Kerze
Das verzischende Zischen eines aufgelassenen Traums:
Es klappt nicht mit der Metropole der Lust
Es funktioniert nicht mit der Kompatibilität von Teilen
Denn jemand hat die Summe schon aufgeworfen wie Bilanzen
Wie ein Habensollen in hektischer Entschlossenheit
Wie ein Trümmerfeld näherer Erwartungen oder
Eine Wunde an der Kehle
Und der Schaum vor dem Mund
Ein Erlachen aus Auf-die-Zähne-beissen
Und aus Parforceritten
Vermittelt nur allmählich und rückwändig einen Eindruck davon
Was gesagt wurde angesichts einer Entfernung
Die erst aus ungeschrittenen Zusagen bestand und dann
Die Tage abnehmen von der ungetragenen Order
Die in ihrer Unbeteiligtheit in den Morgen schnaubte.

Auflösung 3

Angezecktes Nagerhirn
Unterwegs im Klein-Klein
Mit Erdbeeraugen auf Profittour
Den spärlichen ausgewaschenen Pelz laust es
Dem Nächsten hinter den Marktständen
Wo die Katzen sich sonnen
Das Nierenleiden kurieren
Die Koliken: das nachwachsende Gebiss ist gesetzt
Kein Kriterium mehr:
Hinter den Ohren und am Walfischbauch sitzen die Sprösslinge
Und saugen noch ein letztes Mal von dem guten Blut
Das keine Erinnerungen mehr trägt von Göbekli Tepe oder Gunung Padang:
Im Overdrive vom Klein zu Klein –
Noch einmal sich festbeissen mit Pilzen in den Augen und Myzelien an den Beinen
Noch einmal auf dem Präsentierteller die grosse Erzählung verzecken mit
Weit aufgerissenen Augen
Laufender Nase
Zähnefletschen
Und in den Stein hauen
Für die nächsten Nagerhirne:
Wo sind die Vögel hin
Wo die Erzwespen –
Und im Scheinwerferlicht noch einmal die Nackenstarre spielen lassen

Auflösung 2

Die Erdbeschleunigung umläuft mit ihren zitternden Muskelsträngen die reglosen Schläfer
Deren Augen die quantenmechanischen Diagramme und Geschehnisse ablaufen
Die wie Füchse durch ihre schlaffen Erfolgshinterläufe schnüren
Und die Bisse fahren in die Entscheidungsgründe von Kapitänen
Die vor Tollwut ihren Schwanz suchen
Der ihnen eine neue Kurve von steif gereihten Züpfen beschreibt
Und die Muskelberge über den Mengen
Halb Süssspeise halb kalbende Gletscher
Lockern ihren Griff um das Bündel von Wirklichkeit und Perspektive –
Die Schläfer halb schon bedeckt von blenden zarten Knochen
Die sie über Lenden und Brust streuen
Tief in ihren zwielichtigen Abmahnungen und Versuchsanordnungen
Rühren nur ihre ausgehöhlten Finger im angewehten Sand
Führen nur ihre angewärmten Stirnen und ihre rinnenden Nasen ins Sichtfeld hinaus
Wo die Erdbeschleunigung auf ihr Beineln wartet
Auf ihr Gelämmer –
Die Schläfer verstehen nicht und haben verstanden
Die Anzahl und die Unzeit der Anzahl und
Führen ihre Läufe durch die Maschinenhallen und durch die Unterdrucktempel
Bis nach Goma und Idlib
Bis nach Wuhan und Conakry
Und über den Tropenmeeren strecken sie ihre Gottesfinger nach dem Mars aus:
Die Erdbeschleunigung streift ihre Gummisohlen ab
Bevor sie ihre Erregung den Rändern mitzuteilen beginnt
Wie ein unsichtbarer Planet jenseits der Goldschlingen von Versprechen und Schutz
Dessen Umlaufbahn die Schläfer berechnet zu haben glauben
Aber er ist nicht da –

Auflösung 1

Von den Rändern her wird es kommen
In der Form von Mäusen und Ratten
Von Schweinen und Fledermäusen:
Von den buschigen Hügeln Madagaskars herunter
Aus den Rodungswüsten des Amazonas –
Und in den Palmhainen Borneos geschieht es
Bereits mit dem gierigen Lappen eines Alleskönners:
In der Kapitalismusform eines Nagergebisses
Im Dichtestress einer Mückentilgerin
Im Ödewerden des Landes:
An den Rändern flirrt es
Als gäbe es dort noch
Nicht kompetente Wirte zur Genüge
Und vielleicht noch weit weit hinten
Im letzten Hektar Primärwald
Wo sie alle zwischen den Luftwurzeln der Mangroven kauern
Wie bei einer Konferenz oder einem Abschied.

Aus dem Schweigen herunter

Nicht die tausend Ankünfte eines Sperbers
Noch die langsam erhobenen Krämerauskünfte –
Angekommen für das Reissen eines grösseren Geheimnisses in der Wunde Mensch
Diesem geborgten Schweigen auf der Krete einer paarungsbereiten Kröte
Ausgesprochen aus dem flachen Herzen eines umlufteten Steins
Dem das taubengraue innere Gefieder in der Stille schmelzenden Eises aufblüht
Aus dem Mangel an Zierde im denkenden Herzen: ausgeteilt
Mit klingender Münze und dem nötigen Plätzchen
Dem nötigen Rädchen
Das wie die lappende Zunge eines Kindersommers
Den Stürzen widerspricht
In denen doch das Schweigen geborgen
Gesammelt ist: nicht das fette Dutzend von langsam aufsteigenden
Warenströmen noch die zögernden Augenblitze über den Schründen –
Aber die kostbaren Brauen
Diese Floskeln wider die Sonne
Aber die spitzen Schreie
Diese Wälle gegen Gurren und Quarren.