Im Grunde von Hass

Photo by Mariam Antadze on Pexels.com

Nicht ganz braun und nicht ganz schwarz
Aber sonst gibt es keine Töne
Noch nicht ganz eingetrocknet und noch nicht ganz verdunstet
Vor dem Zerbrechen gibt es keinen Klang
Weder Zähneknirschen noch Lobgesang
Und doch dreht im Kreis ein gestrichenes Zeichen wie ein gebrochener Laut
Ein entwurzelter Buchstabe
Im Grunde von Hass
Ein fundiertes Gefühl aufgetragen mit einem Pinselstrich
Seine körnige Spur im Gesicht und im Ruf
Der unterm Lack noch vollzieht
Nach sich zieht
Was in der Freude sich auflöste
Ein Satz von ungespielter Drohung
Da unten und da drüben
weder roh noch verarbeitet
ein Jordan eine Saane ein Rhein
nasses Kartonschild und krustige Grenze
ausgeleckte Stimmung und salzige Zukunft
Im Grunde von Hass
Mit einem Räuspern daran kratzen
Mit einem ungeschönten Kinderzeichnungswillen anstehen
An der harten Grenze und einfahren
In den Tunnelblick
Den Kreis eckiger machen
Das Alphabet wieder zu Geissen und Hirtenstäben
Stummfilm-Kufiyya
Im Grunde von Hass
Dort unten und dort drinnen
Ungetönt und mit gespickter Zunge
Noch nicht ganz hohler Zahn der Zeit noch nicht ganz abgewetzt und auch nicht
Scherbengericht und artengerecht angestimmte Reinigung
Nicht ganz schwarz und nicht ganz weiss
Weder gezeichnet noch belassen
Nicht unbedroht noch sicher
Der Wolf und das Schaf
Der Löwe und das Rind
Aber noch undeutlich zu erkennen
Im Grunde von Hass.

Guddo bai

Die Bahnen über dir schlagen um
Haben um dich genommen eine Bahre
Die Ware in dem ungeklungenen Lauf
Weit weg im Wort
Ganz nah im Dort
Und was ragen kann
Wird tragen in Sütterlin zum Bord
Das verwaist verwest
Mite einem ungelaufenen Laut am Tamagawajosui
Einem bahnentbrochenen Laut
Vermutlich Englisch
Aus der Stirn genommen von den Fluten
Mit kalten Füssen tragen
Was umgeschlagen die Truhen bewahren
Und fernstes Ziehen zerrt am nächsten Zahnen
Als risse der Himmel an seinen Spuren
Über dir fuhren die Bahnen
Kaum leer noch näher
Weder Vater noch Bruder
Schwünge jenseits der Ursprünge
Halb Zacken halb Strömungskurven
Unverwandt betrachtet
Unverwandt in ihrem Fahren fort
Abzutragen die Distanzen ausgesprochen vom Kreisen um dich
Die Ware mit Schande
Zirkel geschlagen ungetroffen hier oben
Vermutlich die spitze Kurve eines Sterns.

(Bild von Dazai: Von Shigeru Tamura – https://images.wook.pt/getresourcesservlet/GetResource?9MWVLntzzwpNXgzKXB6M9/kjHmoOXOr6DOACXrGglOQ=八雲書店『太宰治全集 第1巻 (晩年)』(1948年刊), Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=63251385).

Keine Einwände mehr

Stehende Endungen
Unruhige Markierungen:
Granulat aus Abrieb und Antrieb
In der Luft zwischen jeder Zacke
Eine Art Ausschlag
Von Rennweg zu Brennweg
Ich sehe die Knöchel versinken
Welle um Welle
Eine Strecke und ein Petticoat
Und über all das kein bisschen Regen kein bisschen
Mittelwege voller Zacken und sonorer Aufhebungen
Leitplanken an den Enden mit Aufforderungen versehen
Hier befinden Sie sich in guter Gesellschaft
Das ist keine Abzweigung
Schon mal an eine Verbeugung gedacht
Es riecht doch sehr nach Curry
Zacke um Zacke hält sich auf mit dem roten Stoff
Aus dem Strasse und Fantasie ist
Tonsäulen zwischen den Zinnen
Wolle um Wolle treibt es die Endgeräte vorbei
Breit wie Margeriten und zärtlich wie Euphorbien
Und nur der Rand
Zinne um Zinne
Nahe am unifarbenen Geritter
Und keine Maschinen weder verkürzt noch entspannt
Orgeluse oder Belakane
Und keine Vorwände mehr
Nur noch Endwände
Lammgestattungen oder Staubparzellierungen
S-S-Stauparzellierungen
Vorbeugen oder Verbeugen
Beides ist nicht fern genug
Zitternd sehe ich manche
Unter ihrem Schröpfen heisst es immer noch Liebe
Ich streue Kohle über Wickham
Die Unruhe markiert die Endungen
Als stehe ich in Jeschutes Rock.

Perhaps in a few days I am going to have another talk with Herr Hitler

Wenn du die Arschkarte ziehst
Das sieht man dir nicht an
Und kröchest du aus dem Arsch
Niemand könnte den Schaden mit Sicherheit benennen

Become the action of my fate

Die Lederhosen des Friedens sind die Versprechen der Invasion
Die Steine des Friedens sind wenn geworfen gut
Aber als Fundament taugen sie nicht
Auch Gott als Richter oder Vollstrecker taugt nicht
Liebe die Amalekiter
Als wären es deine Brüder

I live like a lover
Wasting her message

69 Jahre alt
188 cm hoch
Die Zunge rau vom Lecken
In Zivil
Das Arschloch aber ist selten in Zivil
Meistens voller Goldstuck
Aber kein Esel

The dead don’t give a damn

Auch die Ummauert-Behausten nicht
Lauter Erster-Zaunpfahl-Einschläger und Brüder-Retter
Die an der Stelle ihres Herzens einen Glauben haben
Aber keinen Gott
Der ist das eine Senfkorn das in die Blüte zurückgekrochen ist
Und zwischen den Dornen-Marisken wächst rassenfrei das Ungeziefer
Das Rahab rettete und bei dem Rut Heimat fand

In merciless accelerating rhythms

Und das Blut suppt von der Arbeit der Polypen
Du kannst dich mit Palmenblättern abwischen
Dein Samen kriecht an den Schenkeln hoch
Zurück in die Hoden
Dein Werkzeug Empathie ist nicht zu unterscheiden vom Werkzeug des vollgeschissenen Ohrs
There is no one to forgive me
Und nicht nur die Erschöpfung lässt dich gut schlafen
Immerhin werden Gebiete abgetreten
Fast wie dein Entgegenkommen.

Maidcafé

Ich frage mich
Halterungen haltend
Im Standwasser von heute
Angesteckt vom Mana eines weiteren Checkpoints
Frage ich mich
Venus und Jupiter auseinanderstrebend von den Wolken verdeckt
Wie die Erinnerungsschulden
Ob die Erinnerungsstalden
In einer Liebesstation sich der nächsten erhaltend
Obwohl und während die Glaubensdaten sich von dem Wissensatem zerstreuen lassen
Wie zu vermuten steht
Rede ich doch nicht um den heissen Stein
Leise Kreise von Mückenlarven am stockenden eisenreichen Wasser
Wie die Erinnerungsschulden
Das frage ich mich
Nicht anders als die Ahninnen mit ihrem «ts»
Und ich versichere mich der richtigen Stellung der Zeiger an den Armaturen
Es genügt ja
Ein fehlerhaftes Auslösesignal im Bereich der Leittechnik des Blockschutzes einer Turbogruppe
In ihren Halterungen pulsieren
Mehr null als eins
Mehr auf als an
Im wärmenden schweren Sprühnebel träumend von Hasenkostümen und kleinen
Mehrfach gefalteten Zetteln mit einem Liebesgeständnis
Das gar nicht anders kann als
Nicht über den Zettel hinausreichen
Ob die Unterschiede wie Wasserstände
Gar nicht anders können als
Verdeckt von angereicherten Himmelslinien und
Struppigen Würzknollen
Frage ich mich
Steil abfallend ins rechtwinklig ausgerichtete Gerät
Wie die Schwungkurve
Kaum erinnert
Doch in mir spinnt
Mit nassen Knöcheln
Die Hände an der Schürze abwischend
Im Modder mit nassen Knien
Frage ich mich ob ich erheische wer ich bin
Wenn das Rollen aufhört
Und die Rechner ausfallen
Die Zahlenreihen auf der Rückseite des Zettels aus ihren Gleichungen tanzen
Ich lebe bis hundert.

Kainfrei

Von Ramessos – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16297972

Nachgefahrin
Brustlüpfen
Vogelgeweih
Niegemächt
Einszeit
Wollesoll
Wolkenzoll
Androphageste
Night of the living dead
Gefahrentvulvung
Schiefergelände
Hodenexposition
Taschenkrebse
Entgöttinnung
Schamflecken
Schandecken
Schamdecken
Murmurationen
Versöhnungssex
Endfortschritt
Entfortschreiten
Nachfahrin
Fuck off, Olympia!
Gehirnvergesellschaftung
Gehirngeburt
Brusthüpfen
Schnabelverknüpfen
Kropfleerung
Flohlesung
Gewöllsoll
Gewöllzoll
Kopulationsentzug
Sprachumbruch
Klitoriszug
Schamdamm
Kitzlerpflug
Gefahrenverzug
Penisbeileid
Masturbationsfrieden
Ahninnenbahn
Kainin

Ich will einfach nur hören

Ich ziehe meine Lammhaut an
Ich habe sie nicht verdient
Gefüllt mit gasförmigem Eis
Ich will einfach nur hören
Deine Brust versperrt den Himmel
Ich will einfach nur hören
Leis singt dein Magen
Unter meiner Haut arbeiten die wenigen Finger
Die von meiner Zärtlichkeit übrig sind
Am Stoff der Möglichkeit
Ich will einfach nur hören
Alles ist gut
Lass mich ein bisschen hier
Der Stoff deines Rocks raschelt wie Wimpernschläge
Ich will einfach nur hören
Steh noch nicht auf
Geh noch nicht weg
Du hast doch das Signal auch noch nicht gehört
Es ist nachgerade Zeit für andere Stoffe
Findest du nicht auch
Es ist jetzt gut
Um du zu sein
Nicht länger zu spalten
Ich will einfach nur hören
Du musst mich nicht mal küssen
Ich will mir deinen Kuss nur vorstellen
Er schmeckt bestimmt nach Baumnuss
Weich knirschend
Lass mich hier noch ein bisschen
Ich will mich nicht mehr so massiv fühlen
Deine Hand in meinem Haar
Meine Lammhaut kommt noch einmal ungeschoren davon
Lass mich noch ein bisschen hier sein
Von deinen Schenkeln steigt ein Nebel auf
Der mich an den Geruch von Rapsfeldern erinnert
Von dieser Zärtlichkeit will ich zehren
Ausgestreckt in dieser Abstellkammer unterm Dach
Ohne sie zu verwenden
Lass mich unverwandt hier sein ein wenig mehr noch
Noch ein bisschen hören
Alles ist gut
Auf dem Blechdach die Schritte der Raben und ihr unerwartetes Krächzen
Das uns erschreckt
Und die Kälte in meiner Brust ist fast schon Wiese
Darüber deine Augensterne fallen.

Gedicht von Bällen

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Die ungestandenen
Ruhenden Bälle eines anfänglichen Unternehmens
Aus dem Abseits von aufgerissenen Kragenhälften und mitgeteilten Trikots
Eingeworfen und festgestellt im Mandelbereich eines Gischtfeldes
Das Vorhaben eines Ozonleiche
Rufen ein Laufen hervor
Locken ein Rucken in die Heimwehpyros
In die Bananenchoreos
Rupfen endlich die Zungen unter den Füssen heraus
Die bisher mit einem seltenen Klicken eine Art bekömmliches Streben verwirklichten
Von Familien und Trossen entfernt
Angefangen mit den klebrigen Lippen
Den unter der Tribüne torkelnden Markendeals
Den pinken Trikots
Unterkugeln schwer wie Ambosse
Fast wie l’Anesthésiste
Die vorgestandenen Anlässe für eine Verhandlung
Regelbasiert und kowai
Noch so eine Stelle für flache Bälle
Die sich nach innen drehen
Dort aufsetzen
Wo die Anstandsfutter geplatzt sind
Flatternde romboide Bronkos auf dem Weg ins Aus
Ein beginnendes zupfendes Aussenvor
Im stehenden Kohlendioxid
Rollen und rollen mit zuckenden Wimpern in Richtungen
Die von Namen noch gänzlich unberührt
Mit ausgeworfener Ekliptik den offenstehenden Schulterblättern entgegnen
Die Flügelspitzen im Flug beieinander wie Jutta Leerdam
Verfangen sich im Gewitter von Fakten
Veranfangen die Lebensgeschichten von steissgebeinten Glückshauben
Die niemals über ihre Achillessehnen stolpern
Enden flach im verhaltenen Schrecken.

Mit der Musik

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Ein Grundspiegel
Bissiger Geduld
Wirksamer Nässe: anfangen mit dem Orchester
Aufgeschlagen im winterlichen Brot:
Pure Natur an den Wänden
Erinnerung an den Dopplereffekt der Schwalben
In der Aufluft zwischen den Wänden
Und die reissenden Streicher des Starkregens.
Benimm dich hiess es immer
Und aus der Ansammlung
Die sich kaum über die Moosruten erhob
Kaum das Kinn hervor
Das man dort gewöhnlich begrub
Stieg neben dem Novembermond über den Gletscher
Und streckte seinen Vorsprung über die Eispickelweite.

Lauende Klänge taten sich zusammen
Den aufgeschlagenen Geschicken abführend beizukommen
Kälber muhten um ihre Mütter
Kriechende Nässe fing in den Senken an
Von Archiven zu schwören
Aus denen das Eingemachte wie das Ausgemachte zu schöpfen wäre.
Risse in der Geduld öffneten sich vor dem März.
Von Honig verschmiertes Weiss giesst sich über die Kuppen
Die nachfassen:
Nach den Kesselschlachten und den Quecksilbersäulen
Denn die pure Natur an den Wänden streicht Wunden glatt
Hält Bälle flach
Und angelegentlich
Über den spiegelnden Lefzen der ausharrenden Wörterbrüder
Beginnt ein doppeltes Spiel im Koffer der Beinhäuser.

Es ist nicht weit.
Es ist schnell vorbei.
Die klammen Kästen der Körper mit ihren wimmelnden Gliedern
Ausgestreckt und zugedeckt
Verströmen den beissenden Geruch der Zukunft
Und über den Stimmgabeln aus Nagelfuh
Die in den Himmel zahnen
Hört man das Geflatter von Küken und Pferdeschwänzen
Und die schweren Glocken strömen über den Pass
Bevor noch Expotitionen ihre Bohrlöcher ausgesaugt haben.
Weder Rippe noch Flügel:
Schwer trommelt der Regen auf das harte Brot
Das uns im Adagio droht.

Wenn es dann wirklich anfängt…

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Es beginnt mit langsamen Zügen
Einem Fehlen von Vergangenheit
Einem Verrücken im zarten Fleisch in einer Region
Die noch keine Heimat kennt
Mit einem Anzählen von Herzschlang und Temperatur
Einem Rollen durch geschmierte Landstriche
Kurz vorm Schämen
Beginnt es mit einem moosigen Zungenschlag
Als spreche ein Fremder für dich mit einem Fremden
Laut wie das Schlagen eines Taubenflügels
Und du beginnst ein wenig zur Seite zu rücken
Vielleicht braucht es mehr Platz als sonst
Nimmst die Füsse und Wörter zu dir
Zählt nochmals alle Zähne
Die dir noch rasseln im Mund
Weiter hinten im Rachen wie Bergfriede halten sie deinen Kiefer bereit
Und noch während du rückst und bückst
Denn Dienen geht besser im Kleinen
Spürst du die Zehen im Nacken
Die Wurzeln am Steissbein
Die Wucht im Auge
Das Wasser in der Lunge
Und Erntehelfer der du bist
Rupfst du am Unkraut
Das der Wind in deine Ohren gesät hat
Es donnert an dir vorbei
Rattenzüge oder Kaninchenzüge
Mettalischer Geruch
Du willst es gar nicht wissen
Und das Beginnen kommt aus deinem Rücken
Fast schon Tanz im Sänftentrab
Richtet es sich auf im Wort und Fluss
Stele der Zähe
Und die Schrift auf seiner Stirn weiss von mir
So sehr tut sie das
Dass du damit am Liebsten nichts zu tun haben möchtest.