In der weiten Stadt du Mit Fragen für mich Hast du schon einmal geliebt? Unter verwindeten Haaren Denn der Wind in der weissen Stadt will dir wohl Das jüngste Gesicht einer Frau Die Nasenspitze resolut in den Himmel gedreht Die grauen Augen wie rollende Katzen im Meer
Unsere Zettel flattern durch die Marmorgalerien der Stadt Über die Marmorbrücken hallen die Rufe unserer Augen Durch die weiteste Stadt springt der Ring deines Rocks
In der weissen Stadt du Mit Fragen für mich Ich finde Hände halten gut für den Anfang und du? Und ich lese Du möchtest noch nicht geküsst werden Höchstens unter Brücken im Geraspel der Zeit Und ich schreibe Ich möchte deinen Körper leuchten sehen zwischen all den Kuttenschatten wie eine gute Narbe Und für Jahre erhalte ich keine Blicke mehr Verschwindest du zwischen den Vätern Die Marke deines Lächelns stempelt den zu blauen Himmel mit dem Anschein einer Wolke
Du findest mich in der weiten Stadt Als langtest du nur kurz in deine Handtasche Grau umfängt mich der Rock deines Blickes Kühl und ingwern Ich finde dich auf der Treppe die nicht endet Und ich schreibe Mein Zettel zerknittert und nass von meiner Wange Ich liebe deine Knöchel und die lockende Wade Weiss wie die Stadt Du sagst Du wirst noch zum Italiener Und du sagst Komm zu mir Breitest deinen Rock über meinem Kopf Die Wärme deines Geschlechts auf meinem Scheitel
In der weissen Stadt du Ich zähle die Perlen deines Lachens Und lege sie in mein Gedicht Und Fragen werden Antworten Antworten werden Fragen Deine Wangen verfärben sich abendlich Und wo nichts mehr lebt in Steinen Reichst du mir einen Orangenschnitz
(Das Bild „Das Rätsel der Uhr“ von Giorgio di Chirico ist gemeinfrei.)
Gedeckte Rolltreppen Gehen Sicherheitskontrollen in Grün-beige-braun Gehen und warten Asphalt-Hitze nass Warten und Gehen Niemand weiss Bescheid lauter Nicken Passkontrolle: sie drehen und wenden den Ausweis wie ein rotes Stück Fleisch in ihren Händenund reichen ihn durch ihre Reihen weiter bis nur noch das betende Ringen der Hände zu sehen ist M. steht vorne und redet redet Redet mit heller werdender Stimme Als raschelten darin Mammutknochen und nicht Dreckswäsche beugt sich der Dragoner über die drei Koffer Nicht stehen bleiben weitergehen Weitergehen Wieder turmhoch alles von Grün-beige-braun verstellt Sicherheitsschranken Die Koffer ängstlich zuckende Tiere An der Schulter die Tochter Eine aufgeschreckte nasse braune Möwe Tapsend an der Seite Leer ist die Rollbahn Nur Zelte bis an ihr Ende Menschen keine Nur wir ohne Pass Noch ein Checkpoint unter der glasigen Sonne Im lichten Nieseln eine letzte Schranke Ein letzter Check vor dem Flugzeug M. parlamentiert mit einer anderen Matrone Sehen alle aus wie mit Gerstenbrei gefüllte Uniformen Laue Borschtsch-Augen und heisse Kirschkernwörter Ein nickendes Njet säuberlich nickend an das nächste Njet gereiht Klickende Klarheit Njet Grün-beige-braun neben der Tochter an meiner Schulter Passwendehände suchen an ihrem Gesäss und ihren Brüsten nach weiteren Herkunftsmerkmalen Stösse vor die Brust Augen auf Abzeichenhöhe Angespannte Schritte vor der Brust Angespannte Schritte im Kreis um 3 Menschen M. macht die Matrone auf Speisereste zwischen den Vorderzähnen aufmerksam Und ein Kompliment zum Kuchen auf dem Kopf Warten und gehen Wind zerrt an den Zelten auf der Rollbahn Die Matrone reisst an M. Die plötzlich ihren Pass in der Hand schützend vor sich hält wie ein blutiges Feigenblatt Reisst ihr sämtliche Merkmale vom Leib Identifikation unmöglich Auf der Rollbahn atmen die Zelte verhalten Wohlgenährte Gesichter vor dem prustenden Lachanfall Stehendes Warten und gehendes Stehen im Kreis von Grün-beige-braun Drüben die gedeckten Fluggasttreppen Die drei Meter in den Himmel führen Erfüllt von den auffliegenden Möwen Unter dem Kopfschütteln des Drachens auffliegenden Möwen Die sich auf den ausgeweideten Koffern niederlassen Gehen und M. suchen Warten und auf M. hoffen Im Heulen der fernen Motoren Die es gibt immer noch gibt Abzeichen auf Augenhöhe Griffe im Rücken Schnelles Gehen zu schnellerem Warten Gedeckte Fluggasttreppe mit einem Loch Himmel darin Dahin geht es also Zurück In das ungestempelte Visa des Himmels.
Windspreiten über dem Sand Windschreiten auf dem blossen Land Ohren-Drachen Ohren-Rachen
Die losen Fäden von Perücken Zusammengefallen Eingetreten zwischen Muscheln Die losen Fäden von Albdrücken Ich bin lieber zornig als traurig Zerzaust wie die Mähne eines Kindes Die seltsamen Kammern der Angst ergiessen ihre Engen Pfeifend und surrend Rieselnd und fliessend In die Strandgras-Schöpfe: gelbe warme Sosse Abschied
Ein Geschöpf des Windes ist wohl besser als ein Geschöpf des Landes Ein Geschöpf des Regens ist wohl besser als ein Geschöpf der Sonne Ein Geschöpf des Endes ist wohl besser als ein Geschöpf der Industrie
Die Türme müssen dort hinten stehen als Grenzer Die Schornsteine müssen da hinten stehen als Panzersperren
Schritte werden Meilen Brüste Menschheitsgeschichte Alles schreit verstummt im Wind Zuerst nach Grössenwahn Ich bin lieber zornig als traurig Aber was hilft hier Zetern Hier unter den Wettern Hier unter der Sprache der Boliden Albatros-Ohren und Albatros-Schreiten Torkelnde Gewissheit und Sand auf den Zähnen Die salzigen Haare eine Maske Ein Geschirr über dem Schädel Wogegen Wer behändigte es
Aus den Ohren quellen die sauber schillernden Mut-Mütter Die ersten Regungen von Freiheit Von Abgelassenheit Von stampfendem Kleinmut In den Windspreiten über dem Sand Von tobender Stille Von ausgelassener Ruhe
Nichts bist du mit Wut Nichts bist du mit Trauer
Füsse Flügel Sandige Zunge eingerollt in die Stimmbänder Leben wie eine der gestrandeten Quallen An denen die Sturmvögel picken Wie an Lebern und wie niedrig auch gefallen Der Himmel auf die flache Scheibe In der Münzen eben noch klingend und singend gerollt Über dem Sand spreitet Wundhaken Wind Diese röhrende Welt Dieses Ende der Welt.
Versuchte Aufhebung zum Mond In einer angespannten Gaze und in Violettem Tundraleder Auf Kohlebergen mit genügend Schaumk-oben Im aufgesplitterten Bug Die Armaturen säuberlich aufgereiht Accounted for und ein r-r-r-rosa Schiff wird kommen Schwarze Mondscheibe und besch-sch-sch Das Ross des Ringgeistes kreuzt kopflos die Beine Aber noch kein Tanz accounted for Nur das Rasseln des Sisyphos Mit dem roten Tuch für den Stier Und der Finger Gottes steckt im Hals der schwanken Garderobe Und die Fahrräder fahren geräuschlos an ihm vorbei Und wird beschiessen die Stadt und im Gaumen Könnte es der Wind sein auf allen Vieren Und die Hose hat ihr Gesicht in die Balken gehängt Ver-r-r-ursachte Aufbahrung Winkel 25 % über der Felge Und Stelzen schrummen über den Beton Mondreizung schwarz und ein rosa Schiff Wird kommen gibt Licht hinein der Mond Morgenlich- T um 9 Uhr accounted for Versuche die Schlüssel Das Rad die anderen Anhängsel Blue moon und strange fruit Die-ier Gedankenlohe-Ross kreischen mehr Als die Parallelbojen und der Schrei des letzten Mannes da oben Von den Paraboldünen erstickt Oben auf dem schwarzen Haufen Mit rotem Haar wird besch-besch-beschiessen die Stadt Und Burchemeista setzt sich in die Äste des Apfelbäumchens.
Hinunter heisst hinauf. Die stürzende ist auch Die hebende Welle. Mit dem Wind im Ohr ist es Still. Mit dem Wellen-Rauschen ist es Stumm. Schreien ist Hochmut. Heulen ist Aufgeben. Hinauf heisst Hinunter. Du bist schon Gerettet.
Der Weg am Fluss zu kurz. Seine Länge für ein Kind Schwer einzuschätzen. Der Pausenplatz: Eingefallene Lunge einer Kindheit. Wo der Volg war Mit seinem Reichtum: Coiffure Yvonne. Die Luzernerstrasse Immer noch ein steiler Motorisierten Wildwest.
Für einen Moment Bei der chemischen Reinigung Als röche ich Lauge Stärke und Trockenheit.
Erfahrung belebt den Raum. Zeit verengt ihn. Plötzliche Nähe. Zischen und Pfeifen Des Dampfkochtopfs Als schnitte ich Zwiebeln Bei Oma in der Küche. An den Händen den weißen Schaum von Kartoffeln.
Bananen das ist Bananen Weisst du was das ist Bananen – niemand Niemand weiss was das ist Ich meine Bananen In allen Regalen Bananen Ist so ein Register denn je leer Das ist ein Geheimnis Bananen ein gut verhütetes Geheimnis gelb geheim Verstehst du überhaupt Was ich sage von den Bananen Eine neue Welt liegt da in den 5 und mehr Finger Bananen Wenn du weisst was ich meine Das ist ich sage Bananen Viel mehr ist als das Wort Banane so viel mehr wert Als die paar Stutz und das ist Bananen leuchten in unseren Weisst du was ich mache Oben zupfen und zärtlich reissen und ziehen Und diese Fäden hier gehören auch dazu Zu der Banane liegen ein wenig ledrig auf der Zunge Und eigentlich die Schale Nein die kann ich nicht essen Über Bananen könnte ich mich verrennen Die sollte ich vielleicht nicht essen in der Nacht Und die Schale nun ja aber Bananen zum Verrennen in die beerigen gelben Unfälle Umfälle meine ich und von dem was Was ich nicht sagen kann Und auch du nicht Wir alle nicht Denn wenn ich es sagte Bananen das sind Weisst du was ich meine was Bananen sind Dann könnte es niemand Geregeltes In seiner Kegelform von Regulation Begreifen auch wenn er sie ergreift Hält ich weiss es genau Alles Affen und Laffen halten in Händen Und können und werden es noch und nöcher nicht begreifen Ahahnen über Bananen Bananen in den Regeln Zugreifen zugreifen Günstig zum Wegwerfen Günstig zum Davonrennen Bananen über Bananen Da möchte ich gleich singen Nächtens ess ich Bananen Habe geträumt von Waranen Kundig schäl ich Bananen Werde noch zum Schamanen So muss das doch klingen bei allem war recht ist Ah was mach ich nur mit diesen Bananen Mit denen niemand weiss was anzufanen Weil niemand kundig genug Für das Ergreifen sitzen Mit ihren Bananen immer noch Auf Bäumen was Zähneputzen Ich halte doch hier eine Rede Nein ein Parlament nein die wird nicht enden Das wird nicht enden wie die Bananen nicht enden Noch beim Zähneputzen denke ich an Bananen und bin um meinen Schlaf gebracht Ich komme schon Bananen Ihr seid auch so Affen mit den Bananen Die ich fortgegessen habe Hast du bemerkt wie sie konisch Ironisch in meiner Hand liegen Was Zähneputzen aha ja so Schon wieder die hört mir gar nicht zu Wie die andern vor ihren Schubladen voller Bananen Schalen voller jetzt lass mich doch
Die Fahrt dauert. Im Bus herrscht Schweiss und Gummi. Die Wut dauert.
Zu künstlich, heisst es. Zu wenig sinnlich.
Die Fahrt dauert. Schweissiges Eisen. Hinter den Gesichtern schwankt ein Hut, ein Bekannter. Er nickt mir von weitem zu, er trägt eine Sonnenbrille. Ich schwanke, ob ich mich zu ihm durcharbeite. Ein Hund steht mir mehrmals auf den Fuss.
Schweissiges Eisen. Eine alte Frau atmet mir ins Gesicht, Melisse und Kotze. Die Wut dauert an. Dafür habe ich meine Kinder aufgegeben.
Die Fahrt dauert an. Als der Bus am Neuweiler Platz unerwartet bremst, stösst meine Nase in die rotschwarze Achsel eines Mannes, der Brusthaar im Gesicht trägt. Es riecht nach Sonnenblumenöl.
Nichts bleibt von der halben Stunde unter den Linden, unter dem arbeitsamen Summen, unter dem gelben Pelz der fallenden Blüten. Die Wut kehrt wieder.
Es fehlt die Poesie, hiess es. Beobachte die kleinen Geschehnisse und Ereignisse im Alltag, es steckt da so viel Poesie drin, wird mir gesagt. Die Fahrt dauert an.
Leise wurzelt der Geschmack vom Schlaf auf dem Zungenstumpf, Beere – Kaffee – Banane. Die Wut dauert an. Schweissiges Eisen. Die Wartezeit im Rücken schmerzt. Die Hitze ist trocken, die Haut einer Zitrone, eine Vorhaut.
Die Fahrt dauert. Auf der Hose ein weisser Strich vom Geigenbogen, der sich nicht wegklopfen lässt. Jemand ruft meinen Namen. Der Geruch von Eisenstangen und Handschweiss. Das Kind winkt von hinten und unten.
Ich wechsle einen zwinkernden Blick mit seinem frisch rasierten Vater. Die Fahrt dauert an.
Die Fahrt dauert an. Einen ganz anderen, schlichteren, natürlicheren Ansatz für dein Schreiben finden, heisst es. Schreibe weiter, anders, wird geraten. Die Gesichtshaut juckt.
Wie lange habe ich an der Bushaltestelle gewartet? Ich schaue auf die Zeit. Für wen hält sie mich? Ich sollte nicht mehr in die Stadt gehen.
Ich mag keine Vorsicht in Gedichten Kein Abwägen Kein Einsparen und Ausschweigen Keine Kürze Keine verletzlichen Wörter Keine feine Würze Keine lang gehegten Gedichte Über die Jahre hinweg tot Über die Jahre hinweg allgemein Gejätet.