Mit gefurchten Stirnen

Mit gefurchten Stirnen schlägt das Wasser auf das Land ein: ausdauernd streitet es an
Gegen diesen beklemmenden Unterschied der durch keine Entscheidung aufgehoben werden zu können scheint: womit ist der denn zu vergleichen: und die Berge stemmen ihre Buckel mitsamt ihren Nebelyukatas dem Himmel entgegen
Obwohl oder weil
Schon Teil davon: und in meinen silbernen Tränen
Die noch und nicht mehr zu meinen Augen: zu meinem Körper gehören: die vom steilen atemraubenden Wind
Gegen den ich mich am Ufer stemmen muss
Ausgetrieben werden als handelte es sich dabei um eine Form von Nektar
Die ihn nährt: in diesen Springbrunnen meiner Anwesenheit will ich erreichen will ich verankern
Noch einmal: im Angesicht der tobenden Wellen und im Gesichtsfeld dieser wieder blanken Berge im Osten
Mein Geschlecht: über meine Brüste und über meinen spitzen Bauch sollen sie rollen unaufgeleckt rollen in meinen Schoss
Als könnten sie dort das Unheil eines Kindes für diese Welt anrichten: anrichten
Ja: so steigt mir der Geruch dieser handtellergrossen Füsschen herauf
Ein wenig Erde und ein wenig Staub und ein wenig zuckriger Essig
Die kalt und von der Morgensonne vergoldet sich mir in die Nase bohrten
Bevor ich mich abwandte von ihnen: einen Unterschied machte zwischen meinem Gesicht und ihren leise zuckenden Regungen: Zeichen: das Kind war wie ein Pendel in meinem Bett
Ein beklemmend herandrängendes Zeitmass
Mit grossem Ausschlag und Träumen wie der weittragende Klang einer Tsurigane: bereut bereut bereut: aus ihren Gesichtchen die Verzweiflung über die fortgesetzte Ausweglosigkeit von Traum und Wahrnehmung und mit siedendem Weinen an meine Brust gestürzt: als könnten sie den Richterstab von Emma-o zum Schmelzen bringen dort unter der Erde im Westen: als könnten sie die Bienen herauslocken aus ihren Rüschen: als könnten sie
Die Berge versanden lassen und die Wellen verdorren: alles aus meinem Schoss
Den meine silbernen Tränen niemals mehr erreichen werden hier in der Einsamkeit angesichts der Zornesstirnen der Wellen und der Unzugänglichkeit der Bergpfade nach Schneefall: und ich rufe in die anschwellende Sturmstille meinen Namen: in die anschwellende weisse Brust des Sturms: Nicht-Mann mehr
Nicht-Frau mehr: in meiner Nase kitzelt der Geruch der Füsse meines Kindes: selbst die Bienen sind nie allein in ihren Rüschen: womit ist mein Geschlecht nur zu vergleichen…