Ginkaku-ji Variation 3

Schenk ein schenk nach
Wie sehr das Wasser auch die Ufer tritt und unsere Füsse
Umspült: es gibt eine Zeit zum Küssen und eine Zeit
Zum Versinken in freundlichem Abscheu und im herben gefrässigen Vergessen
Und der Reiswein ist warm und überschwemmt das Hirn mit den seltsamen Blüten die wie Hände von Mägden
Sich weiter und weiter röten und unter meinen Augen ist es blass
Aufgeplustert wie ein Vogel im Herbst: so schenk jetzt
Noch und wieder: die Wellen kommen auch nicht wieder und laufen aus
Verlieren ihre flüsternden Geschichten in Kies und Sand und ihr kurzer Kristallglanz
Trügt wie Speichel am Kinn: oh wie er trügt
Sind nicht auch die Berge da hinüben betrogen mit ihren fernen schweren Körpern heben sie
Ihre Nackenbänder in die Nebelbrandung verdammt verdammt dazu
In die Eingeweide der Erde zu starren in die abgesunkene erstarrte
Vergangenheit: überspielt von Eiswasser ihre Füsse wie hier auch: schenk ein
Noch mehr bis es überfliesst
Damit der Ruf des Regenpfeifers wieder wie die Stimme einer Frau im Liebesspiel klingt und nicht wie
Die mattgelben Blätter in ihrem Fall auf den klammen matten verbrauchten Boden und in der Kehle
Wie schnell kommt die Kühle wieder und lässt nicht nach wie die Hand
Von meinem Herz auf der Suche nach hellem Licht aber eimfach nur
Ein wenig vom schnurrenden Azur den zu schlürfen
Nie genug: Senk ein
Senk nicht den Kopf ist auch alles bemessen und kannst du das Mass des Biwa nicht
Ermessen und liegst auf dem Grund hingestreckt und wartest wie der Wels mit seinen Barteln auf den rollenden Kieseln: schnelle dein Kinn vor
Bis auf den Nabel den unausgeleckten
Nabel auch er ein Masch in das unablässig dein Schweiss fliesst und fliesst und noch mitten in der Kälte fliesst: so umspült und gekrümmt
Kaum grösser als zwei Eisvögel in der lehmigen Schteilwand: noch mehr
Mehr noch – Freund: die gesuchten Küsse vergessen rollten schie doch
An dem Kinn hinunter wie warme Nudeln schlürfen
Schlürfen schlürfen wollte sie sie
Sie nicht und die Nebel sinken im Hirn auf das Verständnis herunter und die Stirn glättet sich mit frühem Schnee
Der nass in die Niederungen herunterzüngelt.