Nichts (zu) sagen

Photo by Pixabay on Pexels.com

Die Amsel ist sehr laut
Von der Regentraufe herunter.
Ob das andere Geschrei
Von hinter den Dächern
Antwort heisst? Ich beginne so sage ich
Mit meinen täglichen Verrichtungen.
Bald wird die Amsel Kinder haben
Aggressive Anflüge üben.
Ich habe auch Kinder.
Ich sage das bewusst.
Mit Bedenken. Es ist angesagt
Dass ich mich um sie kümmere.
Kümmern ist wie trösten
Nur besser. Was kann es mir
Dass ich beides nicht kann?
Ich esse immer das Gleiche.
Ich sage immer das Gleiche.
Ich finde meine Bücher nicht mehr
Auf doppelt und dreifach beladenen Regalen
Rechnungen auf Tischen begraben
Unter Katzenhaar und Katzenstreu.
Ich räuspere mich. Bleibe redlich. Verrichtungen
Ermöglichen Verantwortung
Verantwortung erschöpft sich im Gleichen
Das ich immer esse. Im Waschmittel
Und Toilettenpapier. Bevor die Amsel schreit
Halte ich mein Können aus dagegen
Dass es gleich ist: das Wiederholen
Macht es nicht gültiger.
Die Kinder gleichen mir zum Fürchten.
Bald sind es keine Kinder mehr.
Da bin ich aber froh. Vielleicht ist die Amsel so laut
Vor Schrecken? Dass das Leben
Saglos gilt? Ich kümmere mich nicht
Um Antworten. Ich mache nichts
Weniger als gleichen. Trösten
Ist nicht kümmern. Ich habe weder Ahnung
Noch Meinung. Beides ist gültig. Im Regen
Rückt die Birke heran und drückt
Im Wind ihr Haar an meine Fenster
Wie forschende Augen. Oh nein
Den Geruch des Kellerlochs vergesse ich nicht:
Gleichheit und Gleichmachung gelernt. Interessiert
Erkunde ich Vernichtungen.
Was ich kann
Bleibt sich gleich.
Gültig ist es nicht.
Aggressives Anfliegen
Üben will geübt sein.  

Hinterlasse einen Kommentar