Malvengräben

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Im Ganzen und Garen geht es hier
Um zu viel Fett
Um zu viel Lärm
Nur die Pyramiden in den mageren Kühen und die wenigen
In den Augen der Vielen und Lauten
Zäh errungenen Siegel-Siege
Die wie heisse Schächte über den Wolken-Ächtern aufsteigen
Zählen allmählich vielleicht
Und weit hinten liegen die Minzenweiden
Auf der Tora Waage
Ich sehe die Rollmöpse auf der Tanzbühne
Deren Regenbogen-Identitäten verblassen
Im Friteusegeruch zwischen Wissenwollen und Wissenkönnen
Die heissen Hufe der Glücks-Schächter klappern durch die Scheunen
Die Dünenpolizei hinterher
Den Schlamm des Nils an den Zockeln
Identitätskarten sage ich lassen sich nicht festhalten
Weder festhalten noch tiefer eindrücken in die Heringe im Pelz
Über denen die Streuselkuchen ihre Pollenfüsslein im Ende des Regenbogens baden
Wo Salomo seine Waage hingestellt hat
Aber nicht sein Schwert ruhen lässt
Das er gerne den Hirnvögeln vermacht hätte
Den Identitätskartenwächtern
Den von Malvengräben Redenden
Aber nicht den Kontrollkräften
Nicht sein Schwert
Und ich sehe beim Korn die hässlichsten Menschen der Welt an mir vorübergehen
Aus den Scheunen gestiegen
Aus denen das Nadisnah pfeift wie der Pfeffer
Und ich weiss nichts von der Liebe
Ich will auch nichts von der Liebe wissen
Denn dafür gibt es Vögte und Kümmerlinge
Die noch nicht wissen
Josef ist ganz und gar tot
Sie stehen am Jabbok mit ihren Mündern wie Scheunen
Je t’aime moi non plus
Am Tiber entfalten sie ihre mageren Lippen zu einem Gebet
Das wie der Regenbogen immer weiter geht
Aber nicht wie der Regenbogen ankommt
Denn was kann dieses sandige Flüstern denn auslösen in den wenigen fettfreien stillen Hirnlinien des Himmels
In dem du erntest was du nicht gesät
Und mit ihren mageren Worten
In denen sie die Malven parken wollen
Als könnten sie das Versprechen versprechen
Mit ihren Lungen voller Abendbrot und den Steinen von Davids Schleuder im Herzen
Auch Abu Simbel musste sich regen und an ein anderes Ufer legen:
Ein Sohn wird immer ein Sohn bleiben
Wusste ich und leerte meinen Korn
Ich will dich sagte ich gerne verlieren
Verlieren ist eine schöne Tat
Fast so schön wie das liebevolle Schmunzeln
Das du den Bösen und den Hässlichen entgegenhältst
Brillenlos und in Gedanken an die Inseln
Die wie Matjesfilets im Seichten obenauf schwimmen
Immer obenauf
Wie das Öl
Dem die Jungfernschaft genommen wurde in den Trögen
Woher die Wolken kommen und mitten im Shalom
Kaum breitbeiniger als eine Gebärende
Die auch nicht festhalten kann
Sieh genau hin
Du säst was du nicht ernten kannst
Mit Augen ungetrübt von Hass
Sieh hin über die Zinnen der Malvengräben
Über den Rubicon der heissen Erwartungen
Über die wundenfetten Identitätskarten
Durch deren Ritzen die geschenkten Kühe pfeifen wie das Salz
Und ich nehme einen Schluck von meinem zweiten Korn
Und sehe was ich nicht sehen will aber sehen kann
Höre was ich nicht hören will aber hören kann:
Wie das Salz
An dem sie leckten pfeifen
Entlang des Nils
Dem Wundenschleifer
Unter den Wolken in Scheunen
Und die Identitätsgrachten
Für die so weit zu fahren ist
Bis nach Banda
Bis in den rauchgefüllten reichgefüllten Tempel der Tropen
Wo die Menschen vor den Barbarengesichtern flüchten
Tragen sie doch das Kennzeichen
Das mit den Dingen verbunden ist
Die nicht zu wandeln sind aber zu brauchen
Und allmählich
Ein wenig wie von ungefähr
Schlüpft das hochgewanderte Licht an den Hirnvögeln vorbei
Auf die Malvenzirrhose
Auf die Torapolizei
Auf die Rollmöpse auf der Tanzbühne zu
Die wie Karten mit Zahlen wackeln
Eine auf die andere bezogen
Aber nicht auf die späteren oder die früheren
Einmal hier- und einmal dorthingeblickt
Ein Glück kann dem Kennen ausgewichen werden:
Als erhitze er mich
Blase ich auf meinen Korn
Der in den Farben meines Scheiterns glänzt
Und fein nach Waben riecht
In den öligen Schmieren vor dem Bienenhaus meiner wankelmütigen
Meiner nimmer ausgefahrenen Windmühlenkämpferinnen
Meiner grasgrünen wimpernzuckenden Stillebeutel
Die ungewogen auf dem Pflaster neben den Marktständen die Aufmerksamkeit von Fliegen und Maden auf sich ziehen
Ich weiss so sage ich auf meinem kippelnden Stuhl am Rande des Gevierts
So gar nichts von der Liebe
Dass ich sie gerne verlieren will
Noch- und nochmals
Denn dafür gibt es die Kümmerlinge und die Stockfische
Die bleiben’s dicke:
Ich kippele hier in Erwartung von Rahab
Ein Königreich für ein Seil:
Kirill ich sehn mich nach dir
Nach dem verheissenen Land
Das du mir gezeigt hast
Das aufgeht wie ein geschenktes Zelt
An dem die Matjesheringe mit ihren Kennzeichen auf ihren Flossen vorbeipilgern
Leicht zu falten und leicht zu spannen
Über meinen sieben Siegel-Siegen
Unter deren Bogen
Die für andere harte Henkel
Für mich nochmals zarte Schenkel sind
Die nichts versprechen aber auf ihren niemals weichenden Druck vertrauen
Unter deren doppelten Lächeln selbst ein Dünenwächter das Wandern im Wind verstehen könnte
Und ich schaukele unterm hydraulischen Röhren der Fahrgestelle bis nach Banda und zurück
Und zurück an Nationen von Scheunen vorbei
Will gerne aufs Lieben verzichten
An das Dienen mich noch ein wenig verlieren
Den Wolken
Den freien Ämtern
Den Katergängen
Den Hecken vor dem Gesetz
Im eigenen Rentabilitäts-Spektrum
Den unverheissenen Erwartungen dienen
Nichts von den Ernten wissen wollen
Aber einiges vom unerlässlichen unverlässlichen Säen
Und blicke in meinen Korn und sehe ihn schillern
Wie der Roggen auf den Feldern
Höre ihn knurren in meinen eigenen Eingeweiden wie die Fische in der grünen Tiefe
Und alle die sich die Zahl seines Namens hatten anbringen lassen
Die nichts verlieren wollten
Werden auf den Dünen stehen
Und nichts von der Liebe verstehen
Im wandernden Schatten der Malvengräben.

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