Hunger essen Seele auf (99. Tag um 9 Uhr 99)

Ich habe auszuschauen aufgehört
Begriffen die Unüberwindlichkeit der Zeit
In der ein Fluss zu sich kommt
Erkannt im eigenen Würgen
Den Horizont einer Seele
Bekannt mit den kurbelnden Zwängen
Die noch keinen anderen Namen verdient haben
Als gestilltes Leben

Ich bin geknetet von der kümmerlichen Stille
Und im Becken von Ohngesprächen
Zu einem brüchigen Wecken
Auf den Mehl wie Kalk ausgestreut wurde
Um das Aufgehen der Erinnerung zu verhindern

Ich habe aufzugeben aufgehört
Von der Flut geschnürtes Knochenbündel
In Ruinen jaulende Gestalt
Wurde Teil der Welt
Im Yang den Grenzen geschenkt
Im Ying aus Gebärmüttern gekratzt
Um sie zu verfluchen

Doch selbst hier auf dem Eiland
Steckt immer noch ein Lachen in meinem Rachen
Wie der üble Husten an Nebeltagen
Und noch habe ich an mich gezogen
Die Kälte der abendlichen Welt
Und fest habe ich über mich gezogen
Das brummende Segel der überbordenden Sinne
Aus den hypertrophen Stophenstoffen meiner Ausschau gewoben

Die Aussicht eines Dolmen
In der angeschleppten Stille
Über einer Knochensenke
Auf das letzte Ennet
Von dem Seelenbalm ausströmt
Der dich vom Üben reinigt
Und vom Hüben entblösst

Eingerieben in deine Augen
Eingestrichen in deine Brust
Die schweren Tropfen eingeträufelt
In den vielfach gesprungenen Teller meiner Zunge
Einmassiert in meinen blutenden After

Ich habe aufzublicken aufgehört vom Thron meines Wartens
Meine Lippen im Nebel netzend
Hingeduckt wie eine Echse
Auf meinem umtosten Inselchen

Was ich denke
Ist nicht zu henken
Was ich fühle
Ist voller Erinnerungsscharten
Was ich spüre
Ein feuchtes schweres Meer aus Moos
Was ich sehne
Ist wie der Schmelz der Zähne

Die Sicht eines gereckten Abdomens
Das sich selbst bestäubt
Mitten im Winter
Da alles Aas Eis wird
Ein Fötus aus lötheissen Versen
Ein hartes hartes Lügenbrot
Gestützt auf jenen Stock
An dem entlang du aufblickst in den Himmel

Und die zerkauten Brosamen
Aus weltlichem Eifer
Und umsichtiger Musse
Aufgequollen im Nebelstreif
Zu Gesichtern von Drachenkriegern
Zum Dämonenlehren

Hier mein letztes angebissenes Wort
Das ennet sagt ennet


(Image by Frédéric Mahé from Pixabay.)

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