Hüsterloh (10. Morgen)

Abgeschieden und zentral
Mitten im Getriebe und weit davon
Erhebt sich die Stadt:
Eine ausgefaltete Mandarinenschale
Mit einem Atem wie Gestein
Das langsam sich regt

Menschenvoll und menschenleer
Mündig und Mündel
Ersteht die Stadt:
Urkunden berichten von ihr
Wie schwierig sie zu erreichen
Wie leicht sie zu finden

An Schätzen arm und an Staunen reich
Moosbehangen und herausgeputzt
Besteht die Stadt:
Lichterloh brennt in ihr dein Verlangen
Nach erschöpfendem Frieden

Überflutet und auf dem Berg
Ort des Ausgangs und Ort der Heimkehr
Nähert sich die Stadt:
Den Blicken weicht sie aus
Und sieht mehr von dir

Menschen werden Tiere und Tiere Menschen
Kleinmut huscht hindurch und Largesse pflügt sie um
Die Stadt am Rande des Möglichen:
Ich rieche ihr frisches Brot und
Höre die Fische auf ihren Holzladen zappeln.

(Bild von zola aka. Zhou Shuguang (周曙光) – http://zola.fotolog.com.cn/1671942.html, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1857944.)

Hinterlasse einen Kommentar