
Aus dem Krebelborn kommt das Öl der Barmherzigkeit
Und fliesst in einem weiten Bogen um die Stadt
An den Ufern blühen die Blumen der Unbeugsamkeit
Ein Meer aus winkenden Versprechen
Die alle davon erzählen
Wie das Nicht vernichtet wird
Das Nicht wird nicht vernichtet rüscheln sie
Es wird veretwast
Die kalten Samthandschuhe des Nebels
Streichen über die Türme der Stadt
Die Segel im Fluss leuchten gelb wie die Haut von Zitronen
Aus den Schluchten kommt der Serpentruf der Verschollenen
Die Trompeten der Vertriebenen beschallen die Strassen der Stadt
Und in der Stille ihres Schalls kichern die Kinder ungeduckt
Sie werfen sich huschende Bälle zu
Die mit Bonzen-Innereien gestopft sind
Zwischen den glühenden Wangen der Mädchen
Steigt ein Lied auf von geschmolzenen Trümmern
In der Hitze des Lieds schmilzt auch die letzte Saite
Die noch an den Wirbeln des Fortschritts aufgedreht war
In den kunstvoll gezwirbelten Schnecken der Herren
War doch ihre Herkunft nicht verborgen gewesen
In den Marktständen füllt sich die Leere auf
Mit den summenden Wörtern des Etwas
Das die Kinder als ihres erkennen
Das die Mütter als ihres erkennen
Es war einmal Nichts
Jetzt ist es vieles wie die Blumen der Unbeugsamkeit
Und im Zenit des Tages
Wenn die Sonne fast den Nebel durchdringt
Erheben sich die Purpurschlünde
Die im feuchten Grund des Krebelborns geruht haben
Um in sich weitenden Kreisen die Wüste dahinter
In der die Menschen wohnten
Abzusuchen nach Erbarmenswürdigen und aufzufressen die
Die das Nicht noch auf den Lippen tragen
Und du hörst ihr gütiges Gebrüll weit draussen
Verklingen in den Abendstunden.
(Image by Manfred Antranias Zimmer from Pixabay.)
