Hinten in der Höhle

(Bild mit Dank an Geralt.)

Mein Gesicht ist blau,
ich fühle meine Lippen nicht mehr,
meine Wange ist taub,
weiss meine Fingerbeeren und Augäpfel,
ich herrsche nicht einmal mehr über mich,
Allmächtige, wie du,
Gebärende, wie du. SELA

Stockfleckig mein Horizont,
ein Drehen und ein Wenden,
Bänder von Anfängen,
und wie ein Strauss presse ich über ihnen,
mit keuchendem Wort,
mit fliehendem Auge,
das sich nachts aus seiner Höhle stiehlt,
um in anderen Gesichten heimisch zu sein,
in dem Gesindel der Gütigen Träger findet,
die sie nicht mehr in jene finstern Schlundenden meiner Kehle führen,
wo der eingetrocknete Schaum meines Speichels sich  mit dem pelzigen Kot meiner umgedrehten hängenden Träume
mischt,
denn, Erbarmerin, ich zerre an meiner irdischen Kette,
Flüchtende, ich würge an meiner Werdung. SELA

Es gibt keinen Ort mehr, an dem meine Nase eine Verbindung findet mit den weichen Schössen,
mit den Polsterhängen des Libanon,
mit dem rezenten Geruch von junger Erde,
keinen Ort für meine Knie,
an dem sie ruhen könnten in alter Zuversicht,
der Boden sticht, die Erde bricht,
unter meinem Gewicht verändern sich die Säfte im tiefen erschöpften Boden des Landes,
durch die Risse in der Kruste dringt Licht bis zu den uralten Keimen hinab,
die nicht länger mehr dort unten, dort hinten alleine und aus sich wachsen dürfen sollen,
denn auch ich, Allhörende, verwende meine knirschende Stimme zu deinem Lob,
denn auch ich, Fernträumende, verwende meine Nächte zum Träumen. SELA

Mein Gesicht ist rot,
mein Rabenatem hat die Farbe von Pech,
ich kriege keine Luft,
und unter mir, hinter mir häufen sich die Haufen von herausgedrückter Angst,
und ich lese in ihren schnell getrockneten Gesichtern die braune Anteilnahme an jener Erde,
Schöpferin, die ich geschaffen,
Tätige, die ich geboren.

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