Ich gehöre zu den Auserwählten,
ich habe Anteil an der Güte der Heiligen,
die mir ihre Treuen und ihre Verlorenen schickt,
ihre Verachteten und Verfolgten,
ihre Verworfenen und Verfehlten,
die sich in meinem guten glatten Rücken auf diesen einen Schritt in die Fremde vorbereiten,
hinter meiner abgeschliffenen Lippengestalt sich sammeln können für eine einzige Rede, die sie ausdrückt,
die so sehr die Wahrheit sagt, dass Freundschaften und Beziehungen davon verbrannt werden,
ich bin eine Liebende,
ich bin eine Schützende,
ich bin eine Freilassende,
ich bin eine Abstandnehmende,
ich zögere hinaus, was hinausgezögert werden muss,
ich verlängere, was verlängert werden muss,
ich beschleunige, was beschleunigt werden muss,
ich entscheide mich für jene, die nicht entscheiden können,
für diejenigen, die in der Verwirrung geboren,
die in der Ursuppe noch gefangen sind,
über die ich hinausrage wie das Segel einer Mutterstirn,
wie die Flagge einer Vaterbrust,
wie die Faust eines Rächerfreundes,
ich bin Teil vom Plan der Heiligen,
der in Schlingen, Schrunden und schroffen Wendungen verläuft,
von der Heimat in die Fremde, die Heimat ist,
deshalb ist mein Antlitz so glatt und eben,
so ganz ohne Furchen und Rillen,
im Morgenlicht errötet es leicht wie die Backe eines Säuglings,
im Abendschatten scheint es silbern auf wie das leichte, wehende Haar einer Grossmutter,
ich bin ein Teil vom Volk der Heiligen,
ich bin anwesend für die Abwesenden,
ich bin gezählt für die Ungezählten,
ich bin erwähnt für die Unerwähnten,
und selbst der Märchenprinz in meinem Rücken,
der so zittert, dass es ihn fast zerreisst,
dessen Zunge ausgetrocknet ist vor Angst,
dessen Zunge niemals mehr singen zu können glaubt, so sehr klebt sie ihm am harten Gaumen,
dessen dürrer Verstand in der Verfolgung aufblühen wird wie die Hänge des Nachal Michmash, wenn Frühling Regen bringt,
selbst ihn liebe ich mit unverrückbarer Ausdauer.
