Bericht eines Sachwalters

Einen halben Tagesmarsch kam er weit, der Märchenprinz,
atemlos kam er nach Nob, als liefe er seit Rimmon,
seine Knie wackelten, als sei er nach Jericho hinab und hinauf,
mit fliehenden Augen bettelte er um Brot,
seufzte er nach Wasser,
und nicht um Weisung einzuholen suchte er mich auf, mein König,
hatte er denn vergessen, wie sehr ihn Samuel liebte,
hatte er denn auf seiner Flucht den Glauben an eine Zukunft verloren,
die Gott der Herr nur jenen verleiht, die Staunen können wie das Kind, mein König,
doch stand er winselnd im Schatten meines Olivenbaums,
den ich über dem Grab meiner im Krieg gefallenen Söhne wachsen lasse,
doch stand er fluchend auf jenem Boden, wo noch nie ein Bruder den anderen, eine Schwester die andere verraten hatte,
er hatte grossen Hunger und wollte Weisung hören,
und ich habe Auftrag zur Weisung,
seit Eli von seinen Söhnen verraten ist,
seit in Silo die Herrlichkeit Gottes des Herrn verstummt ist,
seit Samuel selbst seine Rede ausgeredet hat,
seit die Propheten weissagen davon, wie die Zedern aus dem Libanon hinabsteigen auf die Schultern Gottes des Herrn,
auf den Berg zuschreiten, wo Jakob auf seiner Flucht einen Stein für seinen Kopf fand,
aber auch du bist nur einer dieser Äste, die Gott der Herr abschlagen wird in naher Zeit,
und der Märchenprinz, abgeschlagen und ohne Zukunft, mit einer Lüge auf der Lippe,
hiess mich die heiligen Brote bringen,
fünf an der Zahl,
sie werden nicht mehr,
es waren fünf an der Zahl,
mehr waren es nicht, mein König,
hiess sie mich mit dem Öl meines Baums bestreichen,
auf dass sie ihre Steinhärte verlören, die sie für Gott den Herrn angenommen hatten,
auf dass sie ihre Schneidehärte verlören, die sie für Gott den Herrn angenommen hatten,
denn sie waren für seine Weisung bestimmt, für sein Antlitz gebacken,
aber er, der alles verloren hat vor deinen Augen, mein König,
trat bald schon meinen Töchtern zu nahe,
denn das getränkte Brot stellte seinen Mut schnell wieder her,
seinen Übermut, mein König, seine Bestimmung,
und schnell gab ich ihm das Schwert des Philisters, des Grossen,
seine Klinge breit wie der Ast einer Eiche im Eichgrund,
jenen Lästerer, den deine Männer im Pfeilregen erstickten,
nachdem er Gott den Herrn verhöhnt hatte.

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