Wie mein eigen Leben

Komm zu mir, mein Lieber,
tritt heran, mein Liebster,
nähere dich sehr,
rücke herzu,
zu kurz sind meine Arme,
zu gross ist deine Schönheit,
deine Locken sind wie ein Wasserfall im Nachal Arguot,
deine Brust und deine Schultern schöner als die einer Frau,
ich träume von Flügeln, dich zu fassen,
ich wünsche mir die Wurzeln eines Olivenbaums, um dir immer Schatten zu spenden,
den Lauf des Strausses, um dir zuzueilen,
den Fuss einer Muschel, um bei dir zu bleiben,
hier ist mein eigen Rock,
hier ist mein eigen Mantel,
vollgesogen von meinem Eifer für dich,
gewürzt mit meiner Neigung für dich,
komm zu mir,
sammle meine Freudentränen über deine Ankunft,
den Tau des Dankes über so viel Schönheit und so viel ungetrübten Spiegelglanz,
jeden Augenblick meines Lebens möchte ich neigen wie eine hochwachsende Rose zu dir,
deinen Geruch aufsuchen wie eine Biene im frühen Frühling, wenn die die Morgen noch frostig sind,
jeden deiner Atemzüge möchte ich vor mir hertragen wie Trompetenstösse über der Mauer deiner Augenbrauen,
tritt heran, meine Liebe,
scheu dich nicht vor meiner Liebe,
hier ist mein eigen Schwert,
hier ist mein eigen Bogen,
hier ist mein eigen Gürtel,
in deinem Schatten ist nichts mehr vonnöten ausser Ehrlichkeit und Hingabe,
nimm alles zu dir,
du bist wie mein eigen Leben,
ich liebe dich wie mein eigen Leben,
wo du gehst, will ich gehen,
wo du ruhst, will ich ruhen,
nähere dich sehr, mein Lieber,
die Arme um dich sind zu wenig,
Lippe und Zunge reichen nicht für dich,
kühle mich mit deinem Lächeln, das wie das Rieseln von Steinchen unter Kinderfüssen ist,
lass mich wohnen in deiner Magengrube,
lass mich flüchten in deine Kniekehlen,
denn da kommen andere herbei.

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