Der Pfeil fliegt hoch,
der Knabe läuft,
wie hoch fliegt der Pfeil,
wie weit läuft der Knabe,
am Abschiedsstein vorbei,
durch Dornen und sandige Mulden,
näher dem Himmel der Pfeil,
näher dem Erdboden der Knabe,
im stolpernden Lauf, im gebogenen Flug,
der Knabe eilte voraus einmal,
der Pfeil schnellte schon weiter,
die Rufe des Herrn wie das Krähen des Hahns,
die Befehle des Herrn in seinem Rücken wie das Ächzen eines Mühlsteins,
der Knabe wie ein Stöckchen nah über den Boden geschleudert,
der Pfeil wie die Grenze zwischen einem Menschen und einem anderen Menschen,
schmal wie die Kehle zwischen Himmel und Horizont,
aus der die Zukunft kommt,
wie der feine Riss im Bein des Stuhls, auf dem der Geliebte die Geliebte in seinem Schosse wiegt und hegt,
doch was ruft er «weiter draussen»,
doch was ruft er «suche weiter weg»,
ich sehe den Pfeil doch fallen,
sehe doch den Pfeil in langsamem Drehen um seine Achse im Fall,
muss meinen Schritt schon hemmen,
soll ich denn durchbohrt werden von oben her aus dem grünenden Himmel,
da steckt der Pfeil schon im kiesigen Grund,
schon kippt er aus dem Stand, findet keinen Halt,
ein alter Mann, der noch und wieder vom Tod seiner Töchter und Söhne hören muss, fällt er seitlich hin,
die silbernen Federbüschel seines Kopfes leuchten einmal noch auf,
und leise klappert das Hölzchen auf den Felsenrücken,
der sich wie eine Faust rundet unterm Menschen,
es klingt wie der Fall eines Stöckchens auf dem Spielbrett, das nicht sorgfältig eingesteckt wurde,
die Spieler waren voller Hast und hatten einen Plan,
die Hände zitterten ihnen vor dem Ziel,
ihre Hände schwebten überm Spielfeld wie Pfeile im Flug,
seitlich liegt das Stöckchen mit seinem Schakalkopf auf dem Holzrücken des Spiels,
doch was schreit er «weiter draussen», «weiter draussen»,
da habe ich den Pfeil doch schon in der Hand und bringe ihn zurück.
