Singen soll ich nun,
anstimmen muss ich nun, wovon die Rede war,
einen Trost erbringen, dem ich versprochen war,
ein Lied vollbringen, das nicht von mir sprechen wird,
jenen Worten Raum geben, die für mich bestimmt waren,
für meine Siege und Sünden,
ich fürchte mich vor dem Lied,
dem ich in den Schoss falle,
vor dem Gesang, der mich erstickt;
in das Falsett verfallen von Ruhm und raschem, rechten Loben,
ansingen gegen den Schatten eines kruden Fehlers,
einer Kehle den Atem zurückgeben mit meiner Stimme,
die nichts mehr weiss von ihrer Stimme,
die nichts mehr weiss von einer Stimme,
ich soll das Worte jenen geben, die es den anderen schon immer in den Mund zu legen verstanden,
muss mit der Harfe klimpernd den Menschen dienen,
das Werben des Bülbüls entringen dem Halse des Storchs,
das unermüdliche Gurren der Tauben im Regen darbringen,
die Geister rufen, die im Schlummer des Hochmuts aufgehoben sind,
die Herzen erregen, die im Schlund der Einbildung ruhen,
halb verdaut und halb aufgelöst,
ein Sänger soll ich sein vor dem Herrn, der in Ungeduld und Zerschlagenheit brütet,
der tief in seinem starren Hals noch immer den Verlust eines Esels betrauert,
ich, der ich meine Schafe betrauere, die ich verlassen habe für die donnernde, steinige Stadt,
für die eisigen Mienen des Rats,
singen muss ich nun, das Wort ergreifen in dem Moment,
da es erblüht und noch nicht ausgerissen ist,
die nasse Schwester Wurzel allein im Schlamm stecken liess,
ein Lied darbringen, das ich nicht in mir trage,
die Stimmung aus der Luft greifen wie den Staub eines Gewürzes über Mutters Töpfen,
die Stimme schlagen wie eine Münze,
auf der nicht mein Bild ist,
mit eigenen Worten von fremder Rede reden.
