Höre Israel, das Lied erklingt,
das Lied erhebt seine Kehle wie die Gazelle überm flirrenden Staub ihren Hals streckt,
eine Stimme singt,
eine Stimme erbringt ihr Leben für dich,
höre Israel, dein Gott ist ein Lied,
das sich aufschwingt in die Himmelsglocke,
von der rechten Hand der Heiligen gehalten und ausgeblasen von ihrem ständigen Geist,
und das Lied entringt dir deinen ganzen Willen,
erringt dir neue Kraft und Zeichen,
aufleuchtende Zeichen im stiebenden Staub,
dein Antlitz, Israel, dein Antlitz wird blau von dem Gesang,
denn es wird dir den Atem rauben,
und deine Augen, Jakob, werden grün mit weissen Wolken darin,
werden wie die Weiden von Bet-Awen,
und bald werden deine Ohren, Benjamin, verständig hören auf das Lied,
bald werden deine Ohren beständig hören auf das Lied,
als riefe ein Eselsfohlen nach seiner Mutter,
als schlüge eine Grossmutter die Milch,
aufmerken wirst du, mein Volk,
aus dem schweissverklumpten Dreck wirst du dein Antlitz erheben,
dein gezeichnetes Antlitz, dein erschöpftes Antlitz, dein ungläubiges Antlitz wirst du aufrichten und straffen wie eine Faust aus dem Sickersand,
höre, Israel, dein ganzer Wille und deine ganze Kraft sei auf die Taten der Heiligen gerichtet,
denn ein Lied erklingt mit einer Kraft und einem Willen,
stärker als die Ochsen vor dem Pflug,
länger als des Geiers Flug,
und das Lied wird heilen die Wunden des Wartens,
und das Lied wird schliessen die Scharten des Trotzes,
und das Lied wird brechen den Willen der Widerstreber,
und das Lied wird öffnen die Lippen der Mütter,
die verschlossen waren über den staubblinden Kelchen der Kinderherzen,
und aus der Stimme des Lieds tritt ein roter Mensch hervor,
und du hörst die silberne Zunge.
