Es gibt nichts mehr zu sagen

Es gibt nichts zu sagen,
nichts gibt es nachzutragen,
eine stumpfe Stille macht sich breit,
ein leises Rascheln steigt in den Kehlen der Menschen auf, das ein Lächeln werden kann,
ein Lachen kann es niemals mehr werden,
dafür ist sein Unheil zu fett am Horizont hingelagert,
dafür ist sein Gesicht zu ausgedehnt über unsere Vergangenheiten verschmiert,
zu viele Worte hat er in Anspruch genommen für seine Verweise und Anweisungen,
das Recht ist ermüdet von seiner Beanspruchung durch all die kleinen Netze und Fallstricke hinter den Nebensätzen,
er hatte nie etwas zu sagen als das eine,
und ausgerechnet darauf haben wir gehört,
er hatte einen Wortschatz aus drei Wörtern,
Gott, er, Herr,
Herr, er, Gott,
und die haben ihm bis ans Ende genügt,
was für eine armselige Kreatur er doch war,
und in der Stummheit unserer Verzweiflung wissen wir noch nicht mehr,
als dass jetzt langsam unser vielstimmiger Reichtum zurückkehren kann,
nicht nur die stiernackigen Götter und die pfauenhüftigen Göttinnen,
aber auch das Reden über unsere tiefen Wunden im Herzen, über die zerschnittene, verätzte Leber,
das Sagen, was mit unseren Händen geschehen ist, während dieser Ungeist sein Regime geführt hat,
gibt es denn noch ganze, nicht kupierte Finger,
das Aussprechen, was mit unseren Schritten geschehen ist, seit dieser Genaue mit seinen vielen Stolperknöpfen und verbotenen Töpfen ihren Lauf behindert hat,
was für Umwege sind wir gelaufen,
wie viele Male war der richtige Weg der falsche Weg,
in wie vielen Sümpfen sind wir steckengeblieben,
und es waren doch Bergwiesen mit kitzelnder Luft und Kräuterblüte,
es gibt nichts zu sagen,
nichts gibt es hinzuzufügen,
lasst uns endlich aufhorchen auf die raschelnde Welt,
die er so lange verbaut hat mit seinen Worten.

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