Samuel kann nicht mehr

Wie lange schon habe ich euch vorgesprochen, was ihr sprechen sollt,
wie lange schon habe ich euch entschlossen und entschieden darüber belehrt, was für ein Handeln ihr lernen sollt,
was für ein rechtes Denken euch leiten soll in den schwanken Zeiten auf trostlosem Boden,
ich habe euch Gewitter gezeigt und Regentromben,
ich habe euren Zähnen das Knirschen und euren Herzen das Glühen beigebracht,
doch war es ein Wahn, vergebliche Mühe, nutzloses Sorgen,
denn nichts kann euch vom Weg der Menschen lenken,
nichts wird euch je dem Danke zuführen und der geduldigen Stille,
denn nicht nur seid ihr ein Volk zwischen Mühlsteinen,
ihr seid ein Volk der Freude und des Augenblicks,
möge sich auch der zähe Stoff der Skrupel an eure Fersen geheftet haben,
möget ihr auch einen gerechten König erhalten haben,
und selbst in jenen Stunden, da ich Werke tat, die euch erwärmten und ernährten,
Wort des Herrn,
selbst in jenen Momenten, da mein ganzes Trachten auf eure Rettung und auf eure Schlichtung gerichtet war,
so spricht der Herr,
habe ich eure Kehlen nur säuselnd gestreift und kaum den Schatten einer Sommerwolke über euer Herzenswort geworfen,
und seht mich an, ihr Zutraulich-Unduldsamen,
ihr Hintergedanken-Ausbrüter,
ihr Einspruch-Übenden,
ihr Ausheckervolk voller Gottesargumente,
ihr gerechtigkeitssüchtigen Frevler,
seht auf mich, ein aufbrechendes Versprechen,
ein wirkungsloses Abführmittel,
ich habe das Sagen und Deuten satt,
ich finde keine Anlässe mehr dafür oder aber ungezählte,
ich höre eure Taten auf meiner Leber trommeln,
ich spüre eure Werke über meiner Glatze knattern,
die Berge würdet ihr versetzen, gäbe es ein Mittel,
das Meer würdet ihr ausschlürfen, könntet ihr es tun,
und bräche heute die Sintflut über euch herein, ihr wolltet sie verursacht haben.

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