Was kann er denn dafür?

Mein Herr, ich kann nicht mehr,
lass mich ziehen, sterben will ich,
ich kann nicht mehr ansehen, was dem Menschen von deiner Kraft geschieht,
was den Menschen empört und verwirrt, verwirrt und empört auch mich,
meinen Körper will ich loslassen, mein Herr,
er soll für dich keinerlei Wert mehr haben noch Würde,
ich brauche eine andere Form für mein Wesen,
ich kann nicht länger mehr zusehen und beistehen bei dem,
was deine Hand mit ihrem eigenen Willen unter den Menschen anrichtet,
und sie glauben immer noch an dich, mein Herr,
dem ich meine Worte heute verweigern will,
den ich nicht mehr Herr nennen will,
denn was hat er getan,
was konnte er denn dafür,
hast du ihn verbrannt, um ihn zu verbrennen,
hast du ihn verbannt, um ihn zu verbannen,
hast du ihn fallengelassen, um seinen Sturz mit anderen Stürzen zu vergleichen,
an denen du einst gefallen gefunden,
dort in deiner Menschenlederbibliothek,
ich kann nicht mehr, wenn ich an ihn denke,
als ich ihn herausgelesen habe für dich aus der Menge,
so erinnere dich doch,
hinter den Karren hatte er sich versteckt,
hinter den Pflugscharen,
hinter den Ochsen,
im hohen Gras; SELA
ich streichelte mit meiner alten Männerhand seinen verkrampften sanften gebeugten Nacken,
ich habe ihn aufgerichtet aus seiner Kindergestalt,
ihm unter die Achseln gegriffen und ihn mitgeschleppt,
seine Füsse waren wie die Flossen eines Fisches, als sie den Boden berührt haben,
seine Stimme wie die einer ausgestossenen verletzten Hyäne,
sein ganzes Gesicht wie die Ferne in der Wüste,
was hatte er mit dir zu schaffen,
was mit diesem Volk, das zu quälen du dich immer wieder milde lächelnd entschliesst,
ich nehme meine Hand von dir,
meine Zunge soll verdorren im ersten Laut, den sie für dich ausstösst,
du Menschenbraucher, du Menschenschädiger,
was kann er denn dafür?

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