Aus Wünschen gepresst,
im Dunkeln gekeltert,
im Kühlen gereift;
aus Armen geschlagen,
der Zukunft entnommen,
mit Sonne versponnen,
dem Herrn entronnen,
den Menschen genommen,
von Zweifeln befruchtet;
den Kehlen erspart,
niemals erhitzt,
es war nicht für Fische gedacht,
es war nicht für Frauen gedacht,
es war nicht für das Brot bestimmt;
Stirnen sollte es salben,
Berufungen äufnen,
Auftrag des Herrn, Wort des Herrn sein. SELA
Doch gibt es keinen Speik mehr,
keinen Herrentrost,
keinen Herrenrat,
kein Herrenlos:
mein Sohn, mein Sohn, es fehlt das Öl,
das kostbare Öl. SELA
Ich salbe dich im Geist,
ich worte dich zum Herrn,
ich öle dich mit Zutrauen und Zuversicht,
die Wurzeln fehlen uns,
die schleichenden Wurzeln unter unseren Füssen,
in den weit entfernten Bergen,
niemand bringt sie mehr über die hohen Berge hierher,
niemand weiss davon zu erzählen,
wo die Wurzelstöcke weilen in den hohen Klüften und Triften weitab vom vererbten Land,
wo sie ihre wohlriechenden Fäuste ballen,
als wollten sie einige Zukünfte ausharren,
bis die Welt ihren Geruch wieder würdigen werde,
als könnten sie mit ihren knolligen Erdknospen dem Volk einen weiteren König,
einen nächsten Gerechten ersparen,
doch nein, mein Sohn, es taugt auch so,
die Liebe meiner Arme,
die Wärme meiner Worte,
das Vertrauen meiner Erinnerungen will ich über deinem roten Kopf auspressen,
der leuchtet wie der Abend auf den weit entfernten Bergen,
denen auch der Schnee jetzt fehlen mag,
ausgiessen die strenge Liebe des Herrn über einen neuen König,
über einen besseren König will ich den Segen sprechen,
Wie geheissen will ich den Segen sprechen,
doch fehlt uns das Öl, mein Sohn,
der Speik hat sich in die Schlünde und Schrunden verkrochen,
ein Bild des Königs von heute, mein Sohn,
die Reisenden berichten von Wüsten, Erdrutschen und Fluten,
wer weiss, was der Herr damit sagt,
doch meine Wünsche sollen dir genügen, mein Kind.
