Das Lied eines jungen Menschen

Ohne Zögern erhebe ich meine Stimme,
denn ich kenne meine Wörter,
sie sind nicht zum Fürchten wie die Dinge,
sie rücken nicht von der Stelle wie das Lebendige,
und ich singe von der Liebe und von Trost,
ich summe von Einsamkeiten und Leeren, von Schwere und Bären,
ich stimme mein Lied an, ohne zuvor mit den Lidern zu zucken,
ich habe eine unverwüstliche Melodie im Herzen,
das fest und sicher wie ein Wort hier in meinem Brustkorb, prall gefüllt mit guten Gefühlen wie eine Blase Wein, hier in einer guten Seite aufsteigt,
ich habe eine unverdingliche Tonfolge in meiner breiten Kehle,
ich trage auf ihrem Kamelrücken die Wölfe meiner Lust und die Füchse meiner Zärtlichkeit in die Bankette meines Vaters,
ich fange mit einem Patschen auf das stille Wasser der Zisternen die trüben Gesinnungen der Diener und Gesellen ein,
ohne Hast und ohne Stocken treibe ich die bereitwilligen Wahrheiten in dem Saum meines Kleides vor mir her,
will sie gerne den Mächtigen bieten,
will gerne in ihrem Glanz ein wenig mich sonnen, ohne dass mich ein Spritzer ihrer Leidenschaften und Spiele träfe,
ich singe mit den Wörtern, die jeder kennt,
gute Gefährten sind sie mir,
treu und handlich finde ich sie immer bereit,
ich finde an ihren Pfoten noch an ihren Schnauzen etwas Verwerfliches,
nichts Entsetzliches gibt es daran,
nur den zarten Fleischgeruch und die wiederholte Aufforderung zum Kraulen,
ich führe mein Lied wie eine Feder um die Nasen der alten Menschen, die in ihrem Trübsinn versinken,
ich schwinge mein Lied wie einen Rock um die schwere Arbeit in den Strassen,
ich hebe mit meinen singenden Augen die Hocker im Tor in andere Umstände,
ein Wort genügt,
ein Wort, das jeder kennt,
ein Wort wie ein Gesicht, das zu dir zurückkehrt,
wie leicht ist mir das Singen und wie gut.

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