Nach Ägypten, nach Ägypten!

Ein Weg steht offen, Mutters Arme,
nach Ägypten, nach Ägypten,
auf, auf,
die Zähne ausgeschlagen,
die Stirnen wundgeschlagen,
auf, auf, in den Süden, durch die Wüste, dem Mutterschosse zu,
wo Frösche Feinde befielen,
wo Blut noch Wasser ist, dick und klar,
nach Ägypten, nach Ägypten, nach Ägypten wollen wir ziehen,
dem Gewitter voraus, dem Namen voraus, den Mahnungen entgegen,
ich will mich werfen in das Frischwassergrün des Nils, wo Krokodile plänkeln,
ich will am grünenden Finger Gottes lutschen und die Nilpferde aufscheuchen aus Grunzen und Gurgeln mit meinem Jubeln,
auf und auf, ihr meine Ferkel,
nach Ägypten wollen wir,
dem Sklaventag in den Schoss sinken, müde von Freiheit,
müde vom halben Gehorchen, mein Gott, mein Gott,
was bist du doch für ein furchtbarer Regent,
halb Widder, halb Wiedehopf,
und ich will mit euch hinfort ziehen mit einem grünen, starren Lied auf den Lippen,
in den Schlund des Nils wollen wir blicken,
das Blut von den Türstöcken schlecken,
das unsere Vormütter vergossen haben für unsere Vorväter,
auf nach Ägypten, wo uns ein Weg begrüsst wie die Schenkel einer Mutter,
wie die geduldigen Schenkel eines Weinbauerns,
der vor seinen Toren kauert und aufsteht,
kauert und aufsteht,
um über Mauer und Feld auf die verdorrten Weinstöcke zu äugen,
und Gott wendet nichts, Gott wendet nichts, Gott wendet nichts,
immer noch krümmen sich dort im Weinstock die Blätter meines Volkes grau und braun zusammen,
werden immer noch nicht die Faust, noch nicht die Faust,
auf, auf, meine Frösche, meine Böcke,
nach Ägypten, Ägypten, meine Zirpen,
mit wunden Jammermandibeln, mit schorfigen Knien,
lasst das Beten sein, lasst doch das Beten sein,
ich will euch aufbrechen heissen,
ihr knorrigen Gehorcher, ihr knurrenden Fliegen,
nach Ägypten, nach Ägypten,
wo Pharaos Herz im Pfuhl blüht.

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