Beschwörung der Steine

Hier bei den Steinhaufen werde ich die Starken euch verehren,
in ihrer Blüte werde ich sie niedermähen,
das kostbare Blut wird die Steine schwärzen,
die Götter zum Einstehen ermutigen;
die Steine werden aufsaugen den Saft des Lebendigen und endlich selbst zu reden beginnen,
blökend und brüllend werden sie sagen, was das Lebendige verschweigt,
gestillt vom starken Mut, ernährt vom stillen Vertrauen werden sie hoch aufstehen und hell leuchten,
mit stumpfen Gesten den Weg uns weisen von hier nach da,
hier beim Steinhaufen. SELA

Hier im Kreis der Steinzungen,
hier im Rund der tanzenden Steine will ich den Starken ein Ende bereiten,
das ihrer Fressstarre entspricht,
sie werden in einem Flüstern sterben,
gar nicht so, wie sie gelebt haben,
sie werden mit einem «Pst» verstummen,
bis zum Schaft wird mein Schwert in ihrem wehrhaften Fett versinken,
und es wird still werden und sein für eine lange Zeit,
für eine fliegensummende, blütenbrummende Zeit wird das dunkle Gut zu euren Füssen fliessen,
Göttersteine,
als verrichte einer mit Sorgen und Bedenken seine Notdurft,
und so werde ich euch geben die Kraft für den Aufstand und Aufstieg. SELA

Dann werden nicht nur die Steine erzittern wie ein Starker, dem das Leben entweicht,
dann wird die Erde rumpeln und rollen,
wie eine Schafherde werden Felsen und Geröll sich erheben und fluten,
mit einem starken Röhren werden sie sprechen zu uns,
vom Anfang der Zeiten werden sie ihr Schweigen brechen,
laut wird die Steinmeute hüpfen über die braune Ebene hinaus,
der Jordan selbst wird wie ein Drachen seine Schuppen regen und über die Hügel steigen,
um uns den Hunger zu verkürzen,
denn wer nur konnte uns hierherführen in dieses steile, ungestillte Land,
wo wir schon so lange wir nach Saft und Kraft hungern.

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