Da schreist du nun,
die ganze Nacht erhebst du schon deine Stimme,
du winselnder Tropf, du Wortspeier mit Bedauern,
ertrinkst in Skrupeln,
so schreie nun.
So rufe nach Hilfe in der Wüste,
suche nach Rat im Wind,
befehle dem Regen die Fruchtbarkeit und nicht das wütende Unterspülen der Äcker und Felder,
so bitte um Nachgiebigkeit den Felsen, auf dem du schläfst,
und vergesse nicht die Reumut der Schneeschmelze, die den Fluss anschwellen lässt für eine kurze Zeit,
vielleicht kann dich das trösten.
Lege deine Liebe ab wie den Schorf auf den Knien eines Kindes,
setze deine Liebe der Witterung meiner Wünsche aus,
die unweigerlich sind und kommen aus einem Rand von unbesonnter Herzenstiefe,
willst du etwa zweifeln an meinen Umschlüssen, an meinen Kehrtwenden,
bin ich denn ein rollender Stein, den du eben dem Felsen zum Opfer gebracht hast,
machst du da den Beweger alles Bewegten zum Verschütter alles Aufgedeckten, Aufgeplatzten, Aufgebrachten,
willst du da etwa den Erreger alles Erregten zum Beschützer alles langsam versagend Anwachsenden und Aufbrechenden ernennen,
hast du die Liebe nicht verdorben mit deinem Vertrauen in die Schwäche eines wankenden Herzens,
in den stockenden Atemzug einer zarten Kehle,
so lege nun die Liebe endlich ab,
denn sie ist nicht das Beil, das dir die Hügel der Gegenwart kahlschlägt,
auf dass du besser das Kommende erspähen könnest,
auf dass du im Untergrund der steifen Erde die Spuren der Fährten entdeckest,
um auszusprechen, was sich ankündigt,
du Redner unter Ameisen, du fortgeblasene Drohne.
So schreie nur um Erbarmen für den Menschen,
der selbst entscheidet,
so beklage nun den Menschen,
der meine Freiheit begreift und benutzt.
