Von einem kleinen Zeichen

Sieg ist nicht Sieg,
Niederlage ist immer Niederlage,
ein kleines Zeichen beschwert die Waagschale,
das Zeichen namens Mensch,
das Zeichen namens Verstand,
das noch anwachsen kann zum Zeichen namens Einsicht,
und dieser Gott mit seinen Rechten und Vorschriften, Vorhaben und Verstellungen,
der will keinen Verstand,
der will keine Einsicht,
wehe dir, König,
der will Resultate und Enge,
Steine, Grenzen, Stümpfe, stockende Herzen,
stupide Läufe, Sternum-Taten,
der will Analphabeten,
die Sand und Blut auf seine Schale laden,
der will die Siege wie das Würgen in der Kehle,
der will Niederlagen, die das Land selbst schächten,
und ein Zeichen, das wie eine Hirse,
und ein Zeichen, das wie eine Linse in die Runde geworfen wird,
kann doch die Güte der Ernte nicht verderben,
Niederlage ist immer Niederlage,
und in ihr zu lesen sind die trockenen Disteln,
die Spreu im Wind redet aus ihr,
wie die Schamröte im Gesicht reckt sie sich vor dir,
denn die Törichten fragen erst nach diesem Gott mit seinen abgeschlagenen Köpfen und aufgetürmten Hörnern,
wenn der Schrecken und die Schmach zu schwer werden in den dumpfen Herzen,
in den verstummten Kehlen,
in den abgestorbenen Lebern,
ja, wehe dir, König,
ein Sieg kann kein Sieg noch werden,
denn heimtückisch schmiedet dieser Gott mit seinen Augen voller Knochenmehl, mit seinen Händen voller neuerlichem Lehm,
Stumm und tatenlos wie ein hoch getragener Kopf,
niederträchtig schmälert dieser Gott mit seinen verbrannten Versen das Feuer,
das im Menschen brennt,
das aufschiesst aus dem einen kleinen Korn.

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