Auch du, Bruder Kain

Du aber, Felsennistender, Kain,
einmal da, einmal dort,
mit dem leuchten Mal der Treue im Bösen,
die Gehorsam vor dem Guten heissen müsste,
liesse man dich zur Sprache kommen,
Kain in den Sandländern,
in den baumlosen Schweifarenen des Südens,
abseits von den ordentlichen Hütten und den stallähnlichen Palästen,
selbst Bileam aus der Jordangrube, die niemals teilen wird, was doch zusammengehört,
selbst der Eselschläger sagte über euch,
so sicher ihr auch wohnt in euren Horsten,
so sicher ihr euch wiegt in eurer Scheidung vom Acker,
dort in Seir und in Jesreel, das Feuer wird auch euch erreichen und keinen verschonen von den Söhnen Kains,
die wie die Söhne Aschers an den Buchten hocken,
an den Buchten des Sandmeeres und nicht Netze ausbessern, aber Kamelsättel und Pläne für Raubzüge in das Ackerland mit seinen Hennenmenschen,
in das Ackerland mit seinen gottoffenen Glucken,
keine wird es verschonen mit ihren silberschwarzen Haaren,
keinen wird es verschonen mit seinem silberschwarzen Bart,
aber nur das Feuer soll euch richten, wie der Eselprügler gesagt hat,
den Kopf in den Sand geworfen wie Spucke vor dem Frevler,
du aber, im Sonnengleist Heimischer, Kain,
der du selbst im jungen Gesicht die Zeichen deines Schweifens zeigt, das dich altert,
die Sonnenfurchen, die Kältefalten des Sandlandes,
das Mal des Unsteten, das Merkmal des Hintersinnenden,
der sandgeschliffenen Abergedanken,
die zu weit gereisten Spuren des Und,
du wirst noch einmal verschont werden vor Gottes Zorn,
den wir für ihn tragen und bringen müssen vor die Menschen dieses zu engen Landes,
wirst noch einsamer in deinen Zelten kauern,
jedes Haar an deinem Kamel wird dir teuer sein, wirst du kennen,
jedes Sandkorn in deinem Schal wird dich glitzernd an die scharfe Güte des Ackergottes mahnen.

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