Ich bin der Abdankende,
ich bin der Unbegottete,
ich bin der Gottentrüster,
der Gedankenrüster,
der Eseltröster,
der Gottzerstörer,
der Abdenkende und der Wegdenkende,
der Abdeckende und der Wegduckende,
ich bin der Gottentlauber,
der Gottentglauber,
der Ungastliche,
der Unrastliche,
der von Kindern Gefürchtete,
der Gottentfürchter,
ich stehe auf dem Hinunterpfad,
wasserfern breitet sich unter meinem eingesunkenen Lehmkopf das Nachal aus bis nach Kidron,
mein Lied ist eine leiseres Kreischen,
mein Wort ein stockendes Anstacheln,
mein Schild trägt die schwarze Sonne des Zweifels,
meine Enkelkinder heissen Hader und Nager,
oh ich werde meiner Mutter noch danken für den Weg zurück ins Tal der Lebenden,
das eine Augenblickchen im stillen dunkeln Höhlengrund,
leise murmelnd, leise planend, leise stöhnend,
ich bin der Gottverstopfte,
der bald Entkopfte,
in der Nacht meiner Entsinnung wächst wild und wächsern die Blüte der Eigenmächtigkeit,
die sich mit der Frucht des Myrtengestrüpps paart,
oh Prophet, gib mir zurück den Kampf für Jabesch,
den Schwur auf Gilgal, gib ihn mir zurück, du Ansager, du Bloss-Sager,
ich bin ein Volk ohne König,
ich bin der König, den das Volk verdient,
ich bin der Ursprung von Furcht und Abscheu weit und breit
noch über Mizpa hinaus,
und noch in Beerscheba kennen sie meinen zischenden, hässlichen Namen,
ich bin der Gotteskropf,
der im Nebel seiner Vermutungen eingetauchte Lippenkapper,
still, still, oh still,
die züngelnde Zunft der Ohrendiener,
die zuckende Zukunftsgilde tritt schon an mich heran,
sang- und klanglos ruhen ihre Augen schon auf mir wie Blattern oder Maden,
Aasgesang der Gesichterlosigkeit,
ich werde noch suchen, wenn ihr andern alle schon im Sand von Gad ertrunken seid,
wenn ihr alle andern schon seufzend wie Dämonen und heulend wie Helden in der Gehenna bechert,
ich bin der Saumselige, der Ungewisse,
der von Hexen Gekoste.
