Selbst die Heilige,
selbst die weisesten, blindesten und treuesten Menschen,
können nicht hinabsteigen in die Talgtruhen,
wo des Menschen Kraft ruht,
können nicht hinabdringen durch die Harzringe der Entschlüsse und hinunter in ein Nachal aus Sand und Staub und Spinnenhöhlen,
wo ein letzter Kiesel unter all den andern grauen sonnengebleichten noch sein letztes braunes Mäntelchen aus Moos trägt von der letzten langsam ausleckenden Sturmflut,
ein letzter Kuss von Scham und Würde vorzeigt,
wenn die Geduld nicht mangelte und nicht die Neugier zögerte,
selbst ein liebender Mensch vermöchte es nicht,
mit ihrer ganzen Erbarmungsgewalt vermöchte die Heilige nicht,
diese in den Himmel und ineinander verkeilten Felsen,
in deren Schatten ein laues Ruhen und sicheres Schlafen ist,
auf deren Schultern sich die duftenden Schöpfe von Zistrosen festgeklammert haben,
nicht einmal sie vermöchte die Gründe für ihre Aufrichtung,
nicht einmal sie könnte die Ursachen für ihre Auftürmung ergründen,
lange mit den Fingerbeeren der Rechten den rauen Kanten entlangforschend,
in den Spalten die Feuchte von Sand und Salz schmeckend,
im Windschatten hier unten im Tal,
das wie eine Linie in der Handfläche des Kontinents sich der schabenden Tröckne darbietet,
während oben die Disteln der Propheten rollen,
wispernd rollen sie dahin, am Rand des Nachal dahin,
von Gott weiss woher haben sie sich losgerissen,
doch hier unten im Windschatten der Ebene,
wo keines der Gerüchte und keine der Geschichten über die Bosheit und über die Abgründe des Menschen hinlangen,
singen die Steine ihre unergründlich langsamen Lieder von den Gründen der Menschen,
selbst die Heilige und keiner der verständigen Menschen können Anfang und Ende der Lieder unterscheiden.
